Mehr Tierwohl und mehr Gewinn

Familie Mayr aus Oberbayern hat vom Milchvieh auf ökologische Ochsenmast umgesattelt und für das Fleisch eine eigene Vermarktung aufgebaut. Das Geschäft läuft.

Als Familie Mayr vor neun Jahren die Türen ihres Kuhstalls endgültig schloss und auf ökologische Ochsenmast umstieg, hätte kaum einer gedacht, dass das der Anfang einer kleinen Erfolgsgeschichte sein wird. „Wer hätte damals erwartet, dass Biofleisch in der Gastronomie und beim Endverbraucher so beliebt wird“, erzählt Betriebsleiter Georg Mayr.

Fehlende Kälberverwertung

Gemeinsam mit seiner Frau Veronika und seinen Eltern betrieb Georg Mayr bis 2013 einen Milchviehbetrieb mit 40 Kühen im oberbayerischen Riegsee. Schon in den neunziger Jahren überlegte sich das Ehepaar, den Betrieb ökologisch zu führen. Die innerörtliche Lage des Stalls verhinderte dies jedoch und die Unzufriedenheit wuchs.

Dann kam ihnen die Idee einer ökologischen Ochsenmast mit Ammenaufzucht. Biomilchviehbetriebe gab es in der Region bereits zahlreich und das Problem der fehlenden Verwertung der männlichen Kälber im Biokreislauf war bekannt. Dabei war den Mayrs von Anfang an klar: Das Konzept funktioniert nur, wenn sie die Vermarktung selbst in die Hand nehmen.

Nach anfänglicher Skepsis fand Georg Mayr erste Abnehmer in der regionalen Gastronomie und begann im Sommer 2013 mit dem Stallbau, etwas außerhalb des Wohngebiets. Im November zogen die ersten Ammen in den neuen Außenklimastall ein. Über zwei Jahre füllte die Familie ihn nach und nach mit Kälbern und Mutterkuhabsetzern, um eine ganzjährliche Schlachtung zu ermöglichen. In der Übergangszeit betrieben sie zudem eine Jungviehaufzucht im Lohn. Dann belieferten sie erste Gastronomen.

Geschlossene Kreisläufe

Das Heu und die Silage für die Wintermonate kommen von den eigenen 44 ha Grünland. Die Einstreu für die Tiefboxen gewinnen die Landwirte aus der Bewirtschaftung ihrer Vertragsnaturschutz-Flächen. Lediglich das Kraftfutter für die Kälber kaufen sie von einer nahe liegenden Mühle zu. In den Sommermonaten, wenn die Tiere auf den Weiden sind, ist...