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So teuer ist die Mast in Tierwohlställen

In Süddeutschland boomen Tierwohl- und Fütterungsprogramme für Schweinefleisch. Doch lohnt sich die Labelmast für die Landwirte? Südplus fragte beim Agrarökonomen Josef Weiß, LfL, nach.

In Süddeutschland boomen Tierwohl- und Fütterungsprogramme für Schweinefleisch. Doch lohnt sich die Labelmast für die Landwirte? Südplus fragte beim Agrarökonomen Josef Weiß, LfL, nach.

Immer mehr Abnehmer bieten Labelprogramme für Schweinefleisch an. Welche Bedeutung haben diese Programme inzwischen?

Josef Weiß: Die Bedeutung ist nach meiner Einschätzung nach wie vor gering. Wir haben regionale Unterschiede, aber in der Summe haben sie etwa einen Marktanteil wie Öko-schweinefleisch, also ca. 1%. Nicht berücksichtigt sind die Betriebe, die nur an der Initiative Tierwohl teilnehmen, sowie die Programme mit GVO-freier Fütterung ohne Haltungsauflagen.

Welche Mehrkosten entstehen durch die GVO-freie Fütterung nach VLOG-Kriterien?

Weiß: Wenn ich den GVO-Soja durch GVO-freien Soja ersetze, würde das bei 9 €/dt Preisdifferenz ca. 5 € pro erzeugtem Mastschwein mehr kosten, bei 12 €/dt Preisdifferenz 6,30 €. Hierbei ist aber der Zuschlag für die Regionalität nicht enthalten. Wenn regional oder im eigenen Betrieb erzeugte Futtermittel eingesetzt werden müssen, z.B. regional erzeugter Soja, wird es teurer. Andererseits sinken die Umstellungskosten, je mehr ein Betrieb N/P-reduziert füttert und freie Aminosäuren einsetzt.

Die derzeit angebotenen Programme mit GVO-freier Fütterung, z.B. von der Edeka-Südbayern und von Schillerfleisch dürften deshalb für etliche Betriebe wirtschaftlich interessant sein.

Welche Mehrkosten entstehen, wenn ich nur in der Mast ab 30 kg Lebendgewicht GVO-frei füttern muss?

Weiß: In diesem Fall geht etwa ein Viertel der Mehrkosten weg, das heißt, der zusätzliche Aufwand würde dann um etwa 1,50 € pro erzeugtem Mastschwein sinken.

Welche Kosten verursachen Ställe mit 0,9 m2 Buchtenfläche pro Tier, die Landwirte über AFP fördern lassen können, im Vergleich zu Neubauten mit 0,75 m2 pro Tier ohne Förderung?

Weiß: Wir haben hier unterm Strich praktisch Kostengleichheit. Die Gebäudekosten sind rund 10 bis 12% höher, weil wir mehr umbauten Raum, aber die gleiche Technik haben. Nach Saldierung der Förderung – in Bayern ist das ein Zuschuss von maximal 100000 € – haben wir praktisch Kostengleichheit. Die Gebäude- und Kapitalkosten pro erzeugtes Mastschwein liegen bei beiden Varianten bei 22 bis 23 € pro Schwein (siehe Übersicht 1).

Die Ställe mit dem höheren Platzangebot würden übrigens Stufe 2 des Ampelsystems des LEH und das höhere Platzangebot bei der Initiative Tierwohl erfüllen und somit etwas mehr erlösen.

Wie teuer sind Pigportställe, die den Tieren etwa 0,9 m2 Buchtenfläche bieten, aber strohlos gefahren werden?

Weiß: Die kosten etwa gleich viel wie die genannten...

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