Sorgfalt für Senf & Co. Plus

Zwischenfrüchte bestrafen eine nachlässige Aussaat. Welcher Aufwand ist gerechtfertigt und welche Technik lohnt sich?

Die Arbeitsspitze im August verleitet oft dazu, Zwischenfrüchte möglichst zeitsparend zu säen. Darunter leidet dann zu oft das Ergebnis. Schlecht auflaufende, ungleichmäßige und zu dünne Bestände genügen den Ansprüchen an Nährstoffbindung, Unkrautunterdrückung oder Strukturverbesserung aber nicht.

Wie Hauptfrucht behandeln

Über zwei Drittel der Zwischenfrüchte werden nach Winterweizen angebaut. Bei knappen Arbeitszeiten erfolgt die Zwischenfruchtaussaat dann selten mit der gleichen Sorgfalt wie bei einer Hauptfrucht. Dies ist aber zu empfehlen, da sich Zwischenfrüchte nur bei sorgfältiger Bodenbearbeitung, optimalem Stroh- und Ausfallgetreidemanagement sowie Saatbett gut entwickeln.

Folgende Bedingungen behindern einen gleichmäßig hohen Feldaufgang mit rascher Anfangsentwicklung und die homogene Bestandsentwicklung:

  • ungleichmäßige Strohverteilung beim Mähdrusch,
  • zu lange Strohhäcksellänge beim Mähdrusch (z.B. durch stumpfe Häckslermesser, zu geringe Drehzahl des Häckslers),
  • zu geringe Sorgfalt und Intensität bei der Stroheinarbeitung, ggf. mangelhafte Bodenbearbeitungstechnik,
  • Bodenschadverdichtungen durch Mähdrescher und Erntefahrzeuge bzw. in Fahrgassen,
  • unzureichende Bodenlockerung und Aufbrechen von Verdichtungen vor allem in Fahrspuren,
  • nicht dem Saatgut angepasste Saatgutablagetiefe,
  • bei hohen Strohmengen im Strohmulchverfahren und unzureichender Strohdurchmischung und -rotte Gefahr der Ablage des Saatgutes auf dem Stroh mit unzureichendem Bodenkontakt,
  • mangelnde Rückverfestigung und schlechter Bodenschluss,
  • ungleichmäßige Breitverteilung des Saatgutes z.B. von Zwischenfruchtmischungen bei der Ausbringung mit dem Schneckenkornstreuer,
  • zu späte Saat von nicht spätsaatverträglichen Arten,
  • zu geringe N-Versorgung bei großen Strohmengen (N-Sperre durch N-Bindung des Strohs),
  • zu geringe Aussaatmengen,
  • zu geringe Bodenfeuchte und Niederschläge nach der Saat.

Ausfallgetreide als grüne Brücke

Sind die Aussaatbedingungen nicht optimal, so können Zwischenfrüchte Ausfallgetreide und Unkräuter nicht überwachsen....

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