Reportage

Stickstoff besser ausnutzen

Josef Höckmeier bringt die Gärreste seiner Biogasanlage seit drei Jahren teilflächenspezifisch aus – gestützt von Applikationskarten, Pflanzen- und NIRS-Sensor. Die Kosten kann er klar beziffern, den Gewinn noch nicht.

Man muss schon technikverliebt sein, ansonsten ist das unter den aktuellen Rahmenbedingungen kaum leistbar“, fasst Landwirt Josef Höckmeier seine bisherigen Erfahrungen mit teilflächenspezifischer Düngung und NIRS-Technik auf dem Acker zusammen. Wer glaube, dass er einfach ein Güllefass samt Sensor kaufen und dann loslegen könne, der sei auf dem Holzweg. „Die Technik ist das eine“, weiß der Junglandwirt, „die zugehörigen pflanzenbaulichen Überlegungen das andere.“

Bevor bei ihm der erste Tropfen Gülle aus dem Schleppschuhverteiler fließt, verbringt Höckmeier erst einmal einige Stunden am PC und erstellt Applikationskarten. Sie sind die Grundlage, anhand derer die Steuereinheit des Güllefasses später die Ausbringmenge regelt. Die Applikationskarten basieren auf Ertragspotenzialkarten, die Höckmeier von der BayWa-Tochter Farmfacts kauft. Die Ertragspotenzialkarten geben für die gewählte Fruchtart in t/ha an, welche Erträge auf dem Standort möglich sind. Dafür gleicht der Algorithmus des Anbieters Daten zu Temperaturen, Niederschlägen, Bodenfeuchte, Biomasse etc. der letzten zehn Jahre mit der aktuell aus Satellitenbildern ablesbaren Biomasse auf dem Schlag ab.

„Nachdem ich meine eigenen Erfahrungen damit gemacht habe, glaube ich den Karten mittlerweile sehr viel“, sagt Höckmeier. „Wenn ich sie für Flächen, die wir schon über zehn Jahre bewirtschaften, mit den Erfahrungen von meinem Vater und mir abgleiche, kommen wir in der Regel auf ähnliche Ergebnisse.“

Ertragsorientiert düngen

Aus den potenziellen Erträgen der Teilflächen leitet Höckmeier dann die...