Stimmen die Messstellen? Premium

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat mehrere Grundwasserkörper in der Oberpfalz als „rote Gebiete“ eingestuft. Die Landwirte dort stellen die Eignung der Nitratmessstellen infrage.

Unser Ziel ist ein sauberes Trinkwasser, und dafür leisten wir gern unseren Beitrag“, sagt Georg Rauch, der in Hahnbach im Landkreis Amberg-Sulzbach zusammen mit seinem Kooperationspartner Christian Ehbauer eine Milchvieh-GbR mit Biogaserzeugung führt. „Aber es muss ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung und der Nitratbelastung erkennbar sein.“

Doch daran hegen die beiden Landwirte, deren Flächen sich zu 100% im Hahnbacher Sattel befinden, immer größere Zweifel. Der Hahnbacher Sattel ist ein Grundwasserkörper, dessen Zustand vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) wegen überhöhter Nitratbelastung als „rotes Gebiet“ eingestuft wurde (siehe Karte).

Für Rauch und Ehbauer sind die Konsequenzen massiv. Sie dürfen 20% weniger Stickstoff düngen, als der Bedarf der jeweiligen Kultur entspricht. Zudem können sie auf Raps und Zwischenfrüchten, die nicht als Futter genutzt werden, im Herbst keinen Gärrest mehr ausbringen.

Schweinemäster Stefan Schönberger, der ebenfalls Flächen im roten Gebiet bewirtschaftet, geht wegen dieser Restriktionen von einem Deckungsbeitragsverlust von 160€ pro ha aus. Er befürchtet neben Ertrags- auch erhebliche Qualitätseinbußen bei Getreide. „Der Rapsanbau ist wegen der Einschränkungen bei der Gülledüngung gar nicht mehr möglich“, bedauert Schönberger.

Wenig Nitrat im Trinkwasser

Als die Landwirte in der Region erstmals von der Einstufung hörten, waren sie mehr als überrascht. „Unsere Gegend hat mit 0,96 GV pro ha weder eine hohe Viehdichte, noch weist das Trinkwasser überhöhte Nitrawerte auf“, ...

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Artikel geschrieben von

Klaus Dorsch

Redaktionsleiter SÜDPLUS

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