Der Drei-Punkte-Plan gegen Fusarien Premium

Eine intensive Zerkleinerung des Maisstrohs mit anschließender Pflugfurche, die Wahl einer resistenten Sorte und eine gezielte Ährenbehandlung. Das sind die drei wichtigsten Eckpfeiler für eine wirksame Vorbeugung von Fusarien.

Eine intensive Zerkleinerung des Maisstrohs mit anschließender Pflugfurche, die Wahl einer resistenten Sorte und eine gezielte Ährenbehandlung. Das sind die drei wichtigsten Eckpfeiler für eine wirksame Vorbeugung von Fusarien. Zu unserem Beitrag in Südplus Ausgabe 1/2018, ab Seite 22 finden Sie hier noch ausführlichere Informationen zu den genannten drei Punkten.   1.    Strohzerkleinerung und Pflugfurche Körnermais vor Winterweizen gilt hinsichtlich einer möglichen Fusariuminfektion als Risikovorfrucht. Deshalb lautet die Beratungsempfehlung, das Maisstroh und die Maisstoppeln bestmöglich zu zerkleinern und sauber vor der Bestellung unterzupflügen. Auch zur Bekämpfung des Maiszünslers eignet sich diese einfache und effektive Maßnahme. In Hinblick auf Boden- und Erosionsschutz in Hanglagen ist das Pflügen jedoch nicht optimal. Der Landwirt gerät hier in einen Zwiespalt, da er einerseits entsprechend der gesetzlichen Vorsorgepflicht Erosion vermeiden und andererseits die in Deutschland beziehungsweise in der EU geltenden Verordnungen zu maximalen Mykotoxingehalte einhalten muss. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens wurde deshalb untersucht, wie eine unterschiedlich intensive Zerkleinerung des Maisstrohs im Zusammenspiel mit verschiedenen Bodenbearbeitungsverfahren das Risiko einer Fusariuminfektion des Weizens beeinflusst. Erwartungsgemäß war der erzielbare Zerkleinerungsgrad des Maisstrohs sehr stark abhängig von der vorliegenden Strohmenge (in den Versuchen bis zu 170 dt TM /ha) und von Art und Intensität der Zerkleinerung (Gerätetechnik). Bezüglich der Einarbeitung hatte das Bestellverfahren einen zusätzlichen Einfluss. Nicht zerkleinertes und vor der Bestellung nur flach eingearbeitetes Maisstroh führte zu deutlich mehr Maisstroh auf der Bodenoberfläche als der Einsatz des Pfluges nach einem zusätzlichen Zerkleinerungsschritt (siehe Bild 1). Auf den Weizenertrag hatte die unterschiedliche Intensität der Maisstrohzerkleinerung und der Bestellung demgegenüber keinen signifikanten Einfluss. In der Untersuchung wurde das absolute Niveau des DON Gehaltes des Winterweizens sehr stark von der Anfälligkeit der Sorten und der Jahreswitterung bestimmt. Im ersten Versuchsjahr wurde die anfällige Sorte „Drifter“ angebaut, im zweiten und dritten Jahr die gering bis mittel anfällig eingestufte Sorte „Magnus“. Abbildung 1 zeigt die zusammenfassenden Auswertungen der Versuchsergebnisse. Bezüglich der unterschiedlichen Zerkleinerungstechnik führt die intensive Zerkleinerung mit Schlegelmulcher ohne niedergefahrene Stoppeln („Mulcher integriert“) zu den niedrigsten DON Werten. Wurden Maisreihen bei Drusch und beim Mulchen niedergefahren („Mulcher extra“), dann stieg das Infektionspotenzial. Es war am höchsten beim ausschließlichen Einsatz des Unterflurhäcklsers am Pflücker („ohne Mulcher“). Wie erwartet beeinflussten die Bodenbearbeitungs- und Bestellvarianten das Infektionspotential und die DON Gehalte im Winterweizen signifikant. Bei der Variante „Pflug“ war der Mykotoxingehalt am geringsten. Als nächstes folgt die Variante „Mulchsaat intensiv“. Bei der Variante „Mulchsaat extensiv“ traten die höchsten DON Gehalte auf. Der in der EU geltende Grenzwert für Rohgetreide ist zur Orientierung eingezeichnet. Die absolute Höhe der DON Werte in den Untersuchungen darf nicht überbewertet werden, da auf weitere Befall mindernde Maßnahmen (Auswahl gering anfälliger Sorten, chemischer Pflanzenschutz) verzichtet wurde, um eine Differenzierung der Infektion mit Fusarium durch die Faktoren Maisstrohzerkleinerung und Bodenbearbeitung sicherzustellen. Fazit Die Weizenbestellung mit intensiver Maisstrohzerkleinerung und Pflugfurche bietet den größtmöglichen Schutz vor einerFusariuminfektion. Werden bei der Ernte oder beim Mulchen Maisstroh und Maisstoppeln zu Boden gefahren, können sie oft nicht mehr ausreichend zerkleinert und eingearbeitet werden. Hierdurch und durch einen hohen Befallsdruck reicht der Schutz einer intensiven Zerkleinerung und des Pflügens allein oft nicht aus. Zu beachten ist auch, dass mit dem Pflug vor allem bei inaktiven, schlecht durchlüfteten Böden das Maisstroh beziehungsweise die Stoppeln mehr oder weniger unverrottet im Folgejahr wieder an die Oberfläche gelangen können. Ist es notwendig, einen hohen Erosionsschutz sicherzustellen, dann muss die pfluglose, mulchende Bestellungunbedingt mit einer intensiver Maisstrohzerkleinerung und gleichmäßigen Einmischung der Ernterückstände in den Boden verbunden und durch die Anwendung entsprechender produktionstechnischer Maßnahmen, wie der Auswahl wenig anfälliger Sorten und gezieltemchemischen Pflanzenschutz kombiniert werden.  Abbildung: Mykotoxingehalt des Winterweizens in Abhängigkeit von Bodenbearbeitung (alle Jahre, Standorte und Strohzerkleinerungsvarianten) Dr. Markus Demmel, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Landtechnik und Tierhaltung   2.    Wahl einer resistenten Sorte Die Ähren von Weizen und Triticale werden in manchen Jahren stark von Fusarienpilzen befallen. Diese können zahlreiche giftige ...

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