Was bringt Pflanzenkohle auf dem Acker? Plus

Immer mehr Landwirte versuchen, mit Pflanzenkohle ihre Böden zu verbessern. Welche Effekte stellen die Pioniere bisher fest? Südplus hat sich umgehört.

Mit Pflanzenkohle sorge ich für ein aktiveres Bodenleben und für wüchsigere Bedingungen. Gleichzeitig neutralisiere ich damit saure Böden“, glaubt Gunther Herrmann. Der Ackerbauer mit Getreide- und Maisanbau sowie Sonderkulturen aus Hergersweiler in Rheinland-Pfalz setzt seit mehr als sechs Jahren Kohle auf seinen Flächen ein. Er mischt sie gemeinsam mit den sogenannten Effektiven Mikroorganismen (EM) in Mist oder Kompost ein, den er nach der Rotte auf seinen Äckern verteilt. „Wir versuchen damit letztlich die fruchtbaren Terra-Preta-Böden im Amazonasgebiet nachzuempfinden“, erklärt Herrmann.

Was ist Pflanzenkohle?

Bei Pflanzenkohle handelt es sich um Kohlenstoff mit mineralischen Bestandteilen, die nach der Erhitzung (500 bis 600°C) und Verkohlung von Pflanzenmaterial im sogenannten Pyrolyseverfahren übrig bleiben. Durch hydrothermale Carbonisierung lässt sich zwar ähnliches Material (HTC-Kohle) herstellen, aber keine klassische Pflanzenkohle. Dieses Verfahren arbeitet mit niedrigeren Temperaturen (180 bis 250°C), dafür aber mit Wasser und Druck.

Obwohl die vielfältigen positiven Wirkungen der Pflanzenkohle in aller Munde sind (siehe Südplus Nr. 6/2017, ab Seite 40; top agrar Energiemagazin Ausgabe 3/2017, ab Seite 8), muss man Landwirte, die sie bereits auf ihren Äckern einsetzen, suchen. Fündig wird man vor allem bei Praktikern, die mit EM schon langjährige Erfahrung haben und generell offen sind für das Thema Bodenhilfsstoffe (siehe top agrar 8/2016, S. 50).

Nicht ohne Mikroorganismen:

Denn im Boden soll die Pflanzenkohle durch ihre große Oberfläche neben Wasser auch Nährstoffe (u.a. Nitrat) binden, sodass diese weniger ausgewaschen oder emittiert werden, aber dennoch für die Kulturpflanzen verfügbar bleiben. In verschiedenen nationalen und internationalen Studien konnte laut Professor Bruno Glaser von der Universität Halle-Wittenberg signifikant nachgewiesen werden, dass Pflanzenkohle die Kohlenstoff- und Wasserspeicherung im Boden erhöhe. Neben einer besseren Verfügbarkeit von Phosphor, sorge sie für mehr mikrobielle Biomasse und geringere Lachgas- und Methanemissionen.

Was den Ertrag angeht, sind die Ergebnisse bisher verhalten: In dreijährigen Feldversuchen...


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