Wenn Engerlinge zur Plage werden Premium

Die Schäden im Grünland durch Engerlinge nehmen zu. Wie Sie vorbeugen und betroffene Flächen sanieren können, zeigt Dr. Ullrich Benker, LfL Bayern.

Heimlich, still und leise hat sich der Maikäfer bei uns in den letzten Jahren wieder breitgemacht. Während Reinhard Mey noch 1974 das Lied „Es gibt keine Maikäfer mehr!“ sang, ärgern sich mittlerweile immer mehr Landwirte über massive Schäden im Grünland durch seine Larven, die sogenannten Engerlinge.

Der Feldmaikäfer – wissenschaftlich Melolontha melolontha – aus der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), war nie ganz weg. Er fiel nur nicht so stark auf, da die Engerlinge unterirdisch leben. Und in einer Generation, die in der Regel vier Jahre dauert, nehmen die insgesamt drei Engerlings-Stadien die meiste Zeit in Anspruch.

Die erwachsenen Käfer leben dagegen nur vier bis sechs Wochen. Sie haben nicht viel Zeit, um aus dem Erdreich zu krabbeln, zu Laubbäumen in der Umgebung zu fliegen, dort den Reifungsfraß durchzuführen, einen Geschlechtspartner zu finden, sich zu paaren und letztendlich die Eier auf Wiesen abzulegen.

Wo sind die Hotspots?

In Bayern sind fünf größere und stabile Vorkommen des Feldmaikäfers bekannt. In Oberbayern sind dies der kleine Ort Reichling (Landkreis Landsberg/Lech), im Inntal die Gemeinde Oberaudorf (Landkreis Rosenheim) und der Ort Weißbach an der Alpenstraße (Landkreis Berchtes-gadener Land). In Niederbayern sind die Orte Breitenberg und Sonnen (Landkreis Passau) betroffen. In Unterfranken im Spessart sind es vor allem das Tal von Hessenthal-Mespelbrunn (Landkreis Aschaffenburg) sowie inzwischen auch Nachbartäler.

Ursachen für die Ausbreitung:

Bis auf eines haben alle genannten Gebiete denselben Generationenzyklus. Das letzte Hauptflugjahr war somit jeweils 2018, das nächste kann man mit hoher Sicherheit für 2021 prognostizieren. Nur in Reichling finden sich überlappende Generationen und der Flug der Maikäfer kann dort jedes Jahr bewundert werden. Eine Umfrage der LfL während der Hauptflugzeit 2018 zeigte, dass es inzwischen auch viele kleinere Vorkommen gibt, wo der Maikäfer entweder bisher nicht bekannt war oder über viele Jahre als verschollen galt.

Hauptursache für...

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