„Wir produzieren nicht mehr für den Weltmarkt“ Premium

Seit dem Quotenende 2017 ist der Zuckerpreis im Keller – und das Rübengeld auch. Wie die Südzucker AG darauf reagiert, erläutert Agrar- und Produktionsvorstand Dr. Thomas Kirchberg.

Nur dank der Rohstoffsicherungsprämie haben die Rübenanbauer 2018 über 30 €/t bekommen. Wären sonst viele aus der Rübe ausgestiegen?

Kirchberg: Natürlich reagieren wir auf Rückmeldungen von draußen, nicht nur die von den Anbauverbänden. Deshalb waren wir überzeugt, dass wir etwas ändern müssen.

Aus dem Zuckererlös selbst haben wir nur ein Rübengeld von rund 22 €/t erwirtschaftet. Die Prämie müssen wir in anderen Unternehmensbereichen verdienen.

Unter dem Strich können beide Seiten zufrieden sein. Unsere Kontrahierung für 2020 bestätigt uns das: Die Anbauer bekommen ein attraktives Rübengeld. Wir haben genug Rüben, um in unseren Werken rund 120 Tage Zucker zu produzieren.

Wer die Prämie will, darf im kommenden Jahr nicht weniger anbauen und muss den Bedingungen für die Prämie 2020/22 zustimmen. Wer 2022 nicht genug Rüben anbaut, muss 2023 die Prämie zurückzahlen. Ist das fair?

Kirchberg: Wenn knapp 14000 Rübenanbauer das so machen, kann das System nicht so falsch sein. Dass es Kritik gibt, dessen sind wir uns bewusst. Aber wir durchleben im Zuckergeschäft eine Phase, in der wir Lösungen finden müssen, die für beide Seiten akzeptabel sind.

Und die Bauern haben ja nach wie vor die freie Entscheidung. Sie haben ein Lieferrecht, keine Lieferpflicht.

Sie haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 260 €/t für den Zucker erlöst. Die EU meldet in ihrem Reporting dagegen durchgängig Preise von über 300 €/t. Woher kommt die Differenz?

Kirchberg: Die EU differenziert seit geraumer Zeit das Preisreporting nach Ländergruppen und es ist ersichtlich, dass das Preisniveau dort, wo der größte Überschuss produziert wird, am niedrigsten ist. Das liegt daran, dass der Zucker aus diesen Ländern in weiter entfernte Regionen gefahren wird.

Für Transporte von Deutschland nach Südeuropa fallen zum Beispiel schnell 80 bis 120 €/t an Kosten an. Zudem bezieht unser System auch Erlöse für Zuckerexporte mit ein.

Also eine völlig unterschiedliche, nicht vergleichbare Basis. Sogar unsere Anbauverbände sagen, sie können nur mit den konkreten Zahlen aus unserem Unternehmen arbeiten, nicht mit den EU-Zahlen.

In den Segmenten Spezialitäten und Frucht verarbeiten Südzucker und die österreichische Tochter Agrana selbst viel Zucker. Welchen Preis zahlen Sie sich dafür intern?

Kirchberg: Wir verarbeiten nur...

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