Zuckerrüben: Ausstieg unmöglich? Premium

Damit die Südzuckerlieferanten nicht aus dem Anbau aussteigen, gibt es auch 2019 eine Rohstoffsicherungsprämie. Doch das Kleingedruckte lässt aufhorchen.

Noch immer orientiert sich alles an der „magischen 3“: Mindestens 30 €/t muss Südzucker den Anbauern zahlen, damit die Rübe den Alternativkulturen überlegen bleibt, sagen Experten. Rein vertraglich hätten die Anbauer für die Ernte 2018 mit deutlich weniger rechnen dürfen. Südzucker hat mit 260 €/t historisch wenig für den Zucker erlöst. Gerade einmal 20,32 €/t für Rüben mit 16% bereinigtem Zuckergehalt (BZG) ergibt das.

Absatzprobleme

Wie hat es die Südzucker AG geschafft, beim Erlös so mager abzuschneiden? Immerhin meldet die EU-Kommission für Mittel- und Westeuropa für die Zeit von Herbst 2018 bis Frühjahr 2019 durchgängig Weißzuckerpreise von 313,50 €/t ab Werk, für Drittlandsexporte 328 €/t fob (“free on board“).

Der Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V., Dr. Fred Zeller, erklärt sich die Sache so: Preisexporte in Drittländer seien in der EU-Preisberichterstattung nicht enthalten, hätten den Preis aber nach unten gezogen. Zudem habe Südzucker höhere Transportkosten im Binnenmarkt als andere, kleinere Unternehmen, da es in Süddeutschland nicht viele große Zuckerkunden gebe.

Zur Erklärung: Südzucker darf laut Rübenliefervertrag vom Verkaufspreis noch Positionen abziehen, um zum „Zuckererlös“ zu gelangen, der Grundlage für die Rübenpreisberechnung ist.

Hielte sich der europäische Marktführer strickt an sein Preismodell, wäre wohl bald nicht viel übrig vom Anbau. Das wussten auch die Konzernstrategen und boten den Landwirten in diesen Tagen eine „Rohstoffsicherungsprämie“ von 7 €/t bei 16% BZG. Rechnet man dann noch den Netto- in den Bruttopreis um,...

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