Kartoffelanbau

Baden-Württemberg: Regionale Kartoffelversorgung gefährdet

In einer gemeinsamen Erklärung machen Beteiligte der baden-württembergischen Kartoffelbranche auf die missliche Lage des heimischen Kartoffelanbaus aufmerksam.

Die Akteure der Baden-Württembergischen Kartoffelwirtschaft, darunter Erzeugergemeinschaften, Beratungsdienste und Handelshäuser, haben eine gemeinsame Erklärung hinsichtlich der zunehmend schwierigen regionalen Kartoffelversorgung abgegeben. Denn die in Baden-Württemberg auf ca. 5.500 ha angebauten Kartoffeln reichen nicht aus, um die mehr als 11 Mio. Einwohner zu versorgen.

Drahtwurm nur schwer zu bekämpfen

Ein großes Problem für den regionalen Anbau sind die begrenzten Möglichkeiten, gegen Schadinsekten oder Pilze vorzugehen. Hierbei stehen konventionelle und biologisch wirtschaftende Betriebe vor der gleichen Herausforderung: Die Larve einer Schnellkäferart, im Volksmund als Drahtwurm bekannt, hat sich in Baden-Württemberg weit verbreitet und durchlöchert die Kartoffeln im Boden. Die Landwirtschaft hat keine Möglichkeiten mehr, mit zugelassenen konventionellen oder biologischen Präparaten diese Larven wirkungsvoll zu bekämpfen. Auch der Pilz Rhizoctonia führt zu massiven Beeinträchtigungen der Kartoffelqualität durch Verkrustungen (Sklerotien) und Drycore-Löchern. Behandlungsmöglichkeiten hiergegen sind voraussichtlich ab 2022 nicht mehr vorhanden.

Schnelle Lösungen gefordert

Wenn bei verschieden Präparaten aus politischen Gründen eine Zulassung wegfällt, muss eine wirkungsvolle Alternative folgen, fordert die Kartoffelbranche. Dies ist jedoch bislang nicht erkennbar. Es bestehe daher dringender Handlungsbedarf, den landwirtschaftlichen Betrieben alternative Möglichkeiten aufzuzeigen, wie beim Anbau diese Schaderreger eingedämmt werden können. Sollte dies kurzfristig nicht möglich sein, müssen die bestehenden Wirkstoffe solange erhalten bleiben, bis anderweitige Lösungen vorhanden sind.

Außerdem verlangen alle Beteiligten von der Politik, rechtlich verbindlich einheitliche Rahmenbedingungen zu bieten, die für alle EU-Länder gleichermaßen gelten. Denn die knappen Kartoffelmengen in Baden-Württemberg haben zur Folge, dass die Menge zur Deckung der Grundversorgung letztlich aus ganz Deutschland, Europa oder sogar Nordafrika -mit allen bekannten Nachteilen für Klima und Umwelt- nach Baden-Württemberg importiert werden muss.

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Diskussionen zum Artikel

von Stefan Lehr

In alten Zeiten

Frueher haben die Menschen den Guertel enger geschnallt und zuletzt gehungert, wenn es nicht genug Kartoffeln gab. Vielleicht ist solch eine Situation der allgemeinen gesellschaftlichen Aufmerksamkeit gegenueber der Landwirtschaft foerderlich.

von Wilfried Maser

Erst wenn

der Mangel da ist, d.h. auch der zur Verfügung stehender Zukauf aus anderen Ländern nicht mehr ausreicht den Bedarf bei uns zu decken, wird die Politik und die Verbraucher dies realisieren. Der Verlust von Bekämpfungsmöglichkeit durch nicht vorhandenen Mitteln, wird in der nächsten ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Frühkartoffeln aus Israel, Ägypten

Im Nachbarland gibts auch noch so viele nicht vermarktete Kartoffeln wegen Corona . Wo ist das Problem( Ironie off) Skandal hoch drei- man fährt bewusst die Deutsche Landw. Voll in den Ruin. Die Bundespolitiker haben einen Eid geschworen

von Wilfried Maser

Die Weltbevölkerung

verdoppelt sich in bestimmten Zeitabständen, Die zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Fläche nicht. Eine Reduzierung der Anbauintensität bei uns führt zur Urbarmachung von jetzt naturbelassen Flächen in anderen Teilen der Welt mit allen negativen Folgen für das Klima.

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