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Bauern und Bürger stoppen Flächenfraß

Eine unterfränkische Gemeinde will Hunderte von Hektar für den Ausgleich von Baugebieten sichern. Die Landwirte im Ort lassen sich das nicht gefallen – und kippen das Vorhaben.

Hart am Rand der Illegalität bewegte sich die unterfränkische Gemeinde Iphofen, als sie sich Ende 2019 ein Vorkaufsrecht an rund 60 ha Wiesen sichern wollte, die sogenannten Holzwiesen. Das Grünland sollte als Ausgleichsfläche für zukünftige Bau- und Industriegebiete herhalten.

Die Landwirte waren besorgt. Doch richtig alarmiert waren sie, als sie kurz vor Weihnachten das Amtsblatt der Gemeinde in den Händen hielten. Demnach hatte es die Gemeinde nicht nur auf die 60 ha „Holzwiesen“ abgesehen, sondern auch auf viele weitere Flächen in den umliegenden Dörfern, die zu der Gemeinde gehören.

Schweinemäster Stefan Eichinger schätzt: „Insgesamt wollte sich die Gemeinde ein Vorkaufsrecht auf rund 200 bis 300 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche sichern.“

Gülle unerwünscht

Unter sich munkelten Landwirte im Ort, dass die Gemeinde eigentlich die Gülleausbringung auf den meist zweischnittigen Wiesen unterbinden wollte. Denn sowohl die Holzwiesen als auch die weiteren Flächen werden auch von Wanderern genutzt. Wollte die Gemeinde am Ende nur erreichen, dass man die Bewirtschafter durch einen Eigentümerwechsel zu einer extensiven Bewirtschaftung zwingt? Für die viehhaltenden Betriebe, die aufgrund der anstehenden Düngerechtsreform ohnehin unter Flächendruck stehen, wäre es ein weiterer Rückschlag gewesen.

Ob die Gemeinde rechtlich mit ihren Plänen durchgekommen wäre, ist zweifelhaft. Das Hauptproblem: Eigentlich müssen die betroffenen Flächen laut Baugesetzbuch in einem „räumlichen Zusammenhang“ mit den geplanten Baugebieten stehen, für die sie als...

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