Strafprozess

Bayern-Ei-Chef weist Vorwürfe zurück

Nach einem Salmonellenausbruch wirft der Staatsanwalt dem Ex-Geschäftsführer Pohlmann gefährliche Körperverletzung und Tierquälerei vor. Heute begann die Verhandlung.

Der frühere Geschäftsführer der Firma Bayern-Ei, Stefan Pohlmann, verteidigt sich seit heute vor dem Landgericht Regensburg wegen eines länderübergreifendes Salmonellenausbruchs im Jahr 2014. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm im Zusammenhang mit dem Ausbruch gefährliche Körperverletzung, in einem Fall mit Todesfolge, sowie Tierquälerei und Verstöße gegen das Lebensmittelrecht vor. Pohlmann sei laut Anklage verantwortlich gewesen für die massenhafte Auslieferung von salmonellenbelasteten Eiern im Jahr 2014. Das berichtet der Bayerische Rundfunk vom ersten Prozesstag.

Stall überbelegt?

Zudem hielt Pohlmann laut Staatsanwaltschaft deutlich mehr Tiere als genehmigt in den Ställen der Firma. Die Anklage verweist auf eine Kontrolle, bei der man in einem Käfig für 60 Tiere 130 Legehennen entdeckt habe. Seine Kunden habe Pohlmann durch die wissentliche Lieferung von salmonellenbelasteten Eiern um mehr als 5 Mio. € geschädigt, so die Anklage weiter.

Pohlmanns Verteidiger habe die Vorwürfe am ersten Verhandlungstag weitgehend zurückgewiesen, so der BR weiter. Unter anderem fehlen laut Verteidigung stichhaltige Beweise für die Vorwürfe der Körperverletzung, der Körperverletzung mit Todesfolge sowie des mehrfachen gewerblichen Betruges.

Ein Urteil könnte in dem Prozess im März fallen.

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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