Düngeverordnung

Bayern: Streit um Güllewürste Premium

Ausgerechnet die Vorschrift zur bodennahen Gülleausbringung sorgt für Bayerns ersten Koalitionskrach zwischen Landwirtschaftsministerin Kaniber (CSU) und Wirtschaftsminister Aiwanger (FW).

Kein Blatt vor den Mund nahm Hubert Aiwanger (FW) kürzlich auf der Agrarschau Allgäu, als er eine Petition gegen die Pflicht zur bodennahen Gülleausbringung auf Grünland ab 2025 entgegennahm. Über 7 000 Landwirte hatten unterschrieben.

„Völlig sinnlos“ sei der Schleppschuh in bergigem Gebiet. „Das brüllen doch die Kühe aus den Ställen,“ sagte Aiwanger, und forderte mehr Versuche, welche Ausbringtechnik die ...

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Allgäuer Landwirte fordern von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, dass die Pflicht zur bodennahen Gülleausbringung auf Grünland nicht kommt. Der äußert eine klare Meinung zu der Technik.

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Michael Lechner

Jeder Schnitt ist anders

Das Problem ist doch daß jeder Schnitt anders abläuft. Einmal hab ich gleich nach dem Silieren ein optimal regnerisches Wetter und könnte mit leichtem und billigem Breitverteiler arbeiten, beim nächsten Schnitt brennt mir die Sonne die Grasnarbe aus. Dann muss ich warten und eventuell nach einer Woche mit Schlitz oder Schleppschuh in den etwas höheren Bestand rein. Da kann ich auch überbetrieblich arbeiten, da der Boden tragfähig ist. Viel zu wenig Forschung wird meiner Meinung nach zu Alternativen wie die Ansäuerung schon im Stall gemacht. Das Problem stellt sich auf jedem Betrieb anders dar und sollte auch mit individuellen Lösungen angegangen werden. Das lässt sich leider nicht mit der übermäßigen Kontrollsucht unserer Bürokraten vereinbaren. Für die gibts nur Schema F und sonst nichts. Ich danke unseren Kollegen im Allgäu dafür, das sie das Thema wieder auf die Tagesordnung gebracht haben. Viel zu viel haben wir uns wiederspruchslos von den Planwirtschaftern in der Agrarpolitik überstülpen lassen. Da muss man auch mal dagegen halten.

von Rudolf Rauscher

Bodennahe Gülleausbringung Koalitionskrach

Ich denke, wenn man hier mitreden will, sollte man schon Ahnung davon haben. Erstens gab es keinen Koalitionskrack zw. Kaniber und Aiwanger Wir die Allgäuer Bauern waren mit Kaniber, sämtlichen Politikern, auch Lfl Vertreter usw. im Landtag eingeladen ( 8.05.2019) Frau Staatministerin Kaniber sagte zum Schluss, dass sie es von allen Grünlandwirte immer wieder zu hören bekommt, die Probleme mit den Güllewürste ist im Grünland ein Problem, das die Technik im Berggebiet, und bei kleineren Betrieben also über 15 ha auch ein Problem darstellt Bei Fassgemeinschaften, überbetriebliches Güllefahren, usw nicht mehr auf gutes Güllewetter geachtet wird, evtl auch Sonntags gefahren wird Durch das erhöhte Gewicht die Bodenverdichtung zunimmt und auch die Kosten berücksichtigt werden müssen und wenn die Technik bei Grünlandwirtschaft nicht funktioniert, dann müssen wir nachbessern. Bevor wir dem Tierwohl schaden, unsere Milch dem Verbraucher gegenüber madig machen müssen wir schnellstens Handeln ( so die Ministerin). Sie hat auch den weiteren Versuchen zugestimmt. Zuerst wird Sie aber die Technik nochmals genausten bei der Ausbringung im Bergebiet mit den Allgäuern Bauern anschauen, besonders die Güllewürste auf den Fahrspuren. Bei all den Versuchen wurde das nie berücksichtigt erklärte sie. Zu meinen Vorschreibern möchte ich auch noch was schreiben. Wenn Herr Ruth meint wir setzen die Technik falsch ein, oder nur bei Grünland-Bauern funktioniert es nicht, dann sollte ich mal zuerst überlegen warum nicht Wenn sie einen Acker, Biogasanlage usw. haben ist es eh eine andere Landwirtschaft dann halte dich aus diesem Thema raus. Und wenn wir noch ein Minister haben der noch ein wenig von der Landwirtschaft Ahnung hat, dann darf er sich doch einbringen. Ich denke dass; sie mit ihrer Gülletechnik überbetrieblich Asche machen, dass ist ein ganz anderes Thema Dann noch zu der Schlitztechnik in Holland, da kann ich nur sagen, dass die von der Technik weggehen, es haben Studien gezeigt, bewiesen das hier bei keinem Pflanzenbestand die Gülle nur entsorgt wir, wo ist hier eine Wurzel wo die Gülle aufnimmt Auch bei diesen Gebiete der Nitratgehalt im Grundwasser sehr hoch ist Nicht um sonst baut die Fa Zunhammer keine Schlitztechnik mehr. Einem Vorschreiber muss ich rechtgeben, genau wie er schreibt das ist Realität. Wir Grünlandwirte müssen wieder zu unserer eigenen Güllefässer zurück So können und müssen wir wieder auf ein günstiges Güllewetter schauen, am besten bei Nieselregen (geht nicht immer) das haben bis jetzt alle Versuche gezeigt, dass es keine Unterschiede bei der Ausgassung zw. Schleppschuh und der Breitverteilung gibt, und vorallem danach keine Güllewürste. Ich denke wenn wir uns da dran halten, gegenüber der Politik auch zusichern, könnten wir die Verpflichtung nur noch mit dem Schleppschuh auf Grünland ab 2025 aus der DVO zu entfernen. Somit kann dann jeder mit seiner Technik fahren wo er am besten klar kommt.

von Stephan Ruth

Bierzeltgeschwätz von Herrn Aiwanger

Zum ersten. Was hat der Wirtschaftsminister mit der landwirtschaftlichen Praxis in seinem Resource zu tun? Und zum zweiten. Ich bin selbst seit 1996 Mitglied in einer Güllegemeinschaft mit Selbstfahrer und angehängten Fässern. Die Berufskolegen mit Grünland haben meines Wissens bei sorgfältiger Arbeit keine Probleme mit Futterverschmutzungen.

von John Nissen

Meine Unterstützung hat Aiwanger

Die wesentlichen Faktoren für die Verluste bei der Gülleausbringung mit einem Breitverteiler sind Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind. Was spricht dagegen hier Regeln aufzustellen, nach denen eine solche Technik angewendet werden darf? Dann liegen die Verluste kaum über dem Schleppschuh. Für viele Betriebe entstehen zukünftig erhebliche zusätzliche Kosten, die sich nicht rentieren.

von Siegfried Mantel

Eierwanger und die Würste

Es würde keine Würste geben wenn die Leute wie in Holland seit 1992 pflicht und seit 3 Jahren auch in Moorgebieten Gülle mit richtigen Schlitzgeräten ausbringen würden, das geht mit Fass und Verschlauchung.

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