EU-Agrarpolitik

BBV: "Green Deal in Einklang mit Wettbewerb und Ökonomie bringen!

Vor der morgigen Sonderkonferenz der Agrar- und Umweltminister mit der EU-Kommission warnt der BBV davor, mit der künftigen EU-Agrarpolitik die Agrarumweltprogramme zu gefährden.

„Der Green Deal und die Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik müssen unbedingt so gestaltet werden, dass sie den bayerischen Agrarumweltprogrammen nicht den Boden unter den Füßen wegziehen“, warnte der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl im Vorfeld der morgigen Sonderkonferenz der Agrar- und Umweltminister mit den beiden zuständigen EU-Kommissaren zur Zukunft der EU-Agrarpolitik und die künftige Umsetzung in Deutschland. Neben den ökologischen Aspekten müssten auch die ökonomischen Aspekte ausreichend berücksichtigt werden, damit die bayerischen Bauernhöfe eine Zukunft haben, sagte Heidl.

„Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe erbringen über das Kulturlandschaftsprogramm und den Vertragsnaturschutz bereits heute besondere Leistungen für den Umwelt-, den Klima- und Gewässerschutz sowie die Artenschutz. Diese Leistungen kosten Geld und müssen auch künftig über Fördermaßnahmen ausglichen werden können, machte Heidl heute in einer Pressemitteilung klar.

KULAP auf über 1 Mio. ha

Die von der EU-Kommission geplanten „Eco-Schemes“ müssen für jeden Landwirt einfach und unbürokratisch umsetzbar sein. „Diese Regeln dürfen nicht zu Lasten bestehender, bewährter Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen der zweiten Säule gehen!“, fordert Heidl. An den Bayerischen Agrarumweltprogrammen – dem Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und dem Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) – nehmen 2020 insgesamt über 60.000 Landwirte teil. Auf über einer Million Hektar werden die KULAP-Maßnahmen zum Klima-, Boden-, Wasserschutz und für mehr Biodiversität umgesetzt. Der Umfang des VNP beträgt inzwischen mehr als 120.000 Hektar und hat sich damit seit 2010 verdoppelt.

„Wir Landwirte und Waldbesitzer sind Teil der Lösung beim Schutz unseres Klimas und des Artenschutzes. Und wir sind bereit noch mehr für die nachhaltige Bewirtschaftung unseres Planeten zu tun, wenn der entstehende Mehraufwand auch ausgeglichen wird“, macht Heidl deutlich. „Doch die bisherigen Pläne der EU-Kommission zum Green Deal gefährden die Versorgung der Bevölkerung mit regional erzeugten Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen.“

Keine Wettbewerbsverzerrung

Die bayerische Staatsregierung fordert Heidl deshalb auf, sich gegenüber der EU-Kommission für Nachbesserungen einzusetzen. „Anstatt nur immer neue Anforderungen für die Arbeit auf den Feldern, im Wald und in den Ställen zu formulieren, sind konkrete Lösungswege und wirtschaftliche Perspektiven nötig. Der gesamte Green Deal muss im Einklang gebracht werden mit dem Wettbewerb und den ökonomischen Notwendigkeiten auf den Bauernhöfen. Anderenfalls droht unsere Lebensmittelproduktion ins Ausland verdrängt zu werden“, so Heidl.


Diskussionen zum Artikel

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Über Jahrzehnte wurden und werden

durch Bautätigkeit in allen Bereichen (Industrie, Wohnbau, Infrastruktur usw.) früher jedes Jahr ca. 40000 ha heute noch ca. 25000 LN der landw. Nutzung entzogen. Auch wurden Naturschutzgebiete in allen Teilen Deutschlands eingerichtet. Ebenso nimmt die Biolandwirtschaft der Statistik ... mehr anzeigen

von Günter Schanné

Green deal

Auch wenn mehr als die Hälfte der Betriebe über Kulap und Umweltprogramme schon ein bisschen Umweltschutz betreiben, so ist dass zuwenig. Es müssen ALLE umweltfreundlicher produzieren. Wenn nicht freiwillig, dann durch Ordnungsrecht. Eine weitere Zers5törung der natürlichen ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Und ist dagegen die Zerstörung durch die biologische Landwirtschaft hinnehmbar, oder warum klammern Sie die aus?

Könnten Scheuklappen der Grund sein? Warum wollen Sie nicht wahrhaben, dass extensives Wirtschaften dem Klima mehr schadet, mehr Ressourcen verschwendet und mehr importierte Nahrung erfordert, was zu klimaschädlichen Transporten und brennendem Regenwald führt?

von Andreas Gerner

Meine Forderung zum Green Deal:

Erstmal alles rausstreichen, was reine Verlagerung und kontraproduktiv ist ! Also alles (Extensivierung), was hier zwangsläufig zu Minderproduktion und damit weniger CO2 Bindung führt und unumgehbar durch mehr klimaschädlichen Import und brennenden Regenwald kompensiert werden muss, ... mehr anzeigen

von Albert Maier

Den green deal....

..... braucht niemand! Das wäre die richtige Aussage, Herr Heidl.

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