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BBV: Mindestlohn gefährdet Regionalität

Bayerns Bauernpräsident Heidl glaubt, dass heimisches Obst und Gemüse durch den Mindestlohn noch teurer werden – und die Verbraucher dann lieber zu günstiger Ware aus dem Ausland greifen.

Gerade die arbeitsintensiven Sonderkulturbetriebe verlieren durch einen höheren Mindestlohn an Boden gegenüber ausländischen Wettbewerbern, sagt der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl.

Eine weitere Anhebung des Mindestlohns zum 1.1.2020 um 16 ct auf dann € 9,35 brutto je Arbeitsstunde ist bereits beschlossen. Jüngst forderten Gewerkschaftsvertreter jedoch eine weitere Anhebung, Bundesfinanzminister Olaf Scholz plädiert für € 12 pro Stunde.

Heidls Prognose: „Wenn die Nachfrage sich dann auf billigere Alternativen aus dem Ausland verlagert, wäre das weder im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher, die nach qualitativ hochwertigen und nachhaltig produzierten Erzeugnissen aus der Region verlangen, noch im Sinne unserer bäuerlichen Familienbetriebe“, sagt Heidl.

Aufzeichnungspflicht verschlingt viel Zeit

Darüber hinaus will der Bayerische Bauernverband weniger organisatorischen Aufwand rund um den Mindestlohn. Dieser habe eine Bürokratielawine losgetreten. „Sie muss unbedingt gestoppt und die Aufzeichnungspflichten auf ein vernünftiges Niveau zurückgeführt werden“, fordert Heidl. Zudem müsse jede geldwerte Gegenleistung auf den Mindestlohn angerechnet werden können. „Die bayerische Land- und Forstwirtschaft steht zu ihrer Verantwortung gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Sie erwartet umgekehrt aber auch, dass die Politik zum heimischen Agrarsektor steht und daher geeignete Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige regionale und nationale Nahrungsmittelerzeugung schafft", so der Präsident.

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Johann Schneider

Lohnerhöhung statt lohndumping

Es gibt in Bayern noch Bauern.die selbst Gemüse hacken und Salat schneiden.Betriebe mit 50 und mehr Saisonarbeitern machen ihnen das Leben schwer.Deshalb sollte vor allem der Präsident des BBV für eine Erhöhung der Arbeitsentlohnung jeglicher Arbeit in der Landwirtschaft eintreten.

von Hans Nagl

Nein wir brauchen min 12 € .

1. Morgen steht der BBV wieder vorm Aldi und beschwert sich über die billig Angebote, wie soll sich jemand mit 5 Euro Stundenlohn hochwertige Lebensmittel kaufen. 2. Setz ein niedriger Mindestlohn Familienbetriebe unter Druck, den dadurch können Großbetriebe billiger produzieren.

von Karlheinz Gruber

Und ich dachte immer

die Leute wollen nur die Hochpreissegmente kaufen, weil es in den Umfragen doch so rausgekommen ist. Was jetzt? Sklavenlöhne im Osten oder anständige Preise im Westen. Kostendeckend wäre auch nicht schlecht. Für den Erzeuger und die Arbeiter, die am Produkt mit beteiligt waren. Langsam sollte man das mal den Leuten erklären. Oder wie stand heute bei uns in der PNP. Ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt über 50 % des Weltguthabens. Auf gut Deutsch. Die Schere wird noch weiter auseinander gehen.... Wer da wohl am Ende sitzt? Ich glaube auch langsam dass man da mal Anfangen sollte....Und das ohne gleich ein Sozi zu sein....

von Gerald Hertel

Die Inflation welche an uns Bauern vorbei geht ist meiner Meinung da eher daran schuld

von Gerhard Steffek

Logische Konsequenz!

Liegt doch alles in der Natur der Sache. Dazu bedarf es keiner großen Erläuterungen. Aber damit könnte die Bevölkerung wenigstens unter Beweis stellen wie wichtig ihnen Regionalität ist. Ich befürchte nur das sich der alte Satz dann wieder bestätigt: "Beim Geld hört die Freundschaft auf".

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