EU-Kommission

BBV: Zukunftsvision für ländliche Gebiete

Der Bayerische Bauernverband begrüßt die Initiative der EU-Kommission, eine langfristige Zukunftsvision für ländliche Gebiete bis zum Jahr 2040 aufzuzeigen.

Das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes hat zu den öffentlichen Konsultationen der EU-Kommission zur Zukunft ländlicher Gebiete Stellung genommen. Die vielfältigen Potenziale, die der ländliche Raum für die Bewältigung großer Herausforderungen wie z. B. den Klimawandel, eine sichere Energieversorgung oder nachhaltiges Wirtschaftswachstum hat, müssen konsequent ergriffen und genutzt werden, fordert der BBV. Der Land- und Forstwirtschaft spricht der Bauernverband bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine Schlüsselrolle zu.

Konkrete Maßnahmen umsetzten

Besonders wichtig ist dem Bauernverband, dass aus der von der EU-Kommission angekündigten langfristigen Zukunftsvision umgehend konkrete Maßnahmen definiert, eingeleitet und umgesetzt werden. Der Verband schlägt vor, die Betroffenen vor Ort bei der Entwicklung miteinzubeziehen, damit die Maßnahmen spürbar bei den Bauernfamilien und allen Menschen im ländlichen Raum ankommen und zu einem echten Mehrwert führen.

Die Corona-Pandemie habe in der gesellschaftlichen Diskussion die Vorzüge und Potenziale des ländlichen Raums als Wohnort und Arbeitsplatz gegenüber Ballungsgebieten wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt. Darin liege laut BBV eine große Chance für die politischen Entscheidungsträger, die Stärkung des ländlichen Raums als Chancenthema aufzugreifen und die regional- und strukturpolitischen Herausforderungen aktiv anzugehen.

Aus Sicht des Bayerischen Bauernverbandes ist es für die Stärkung des ländlichen Raums wichtig, folgende Themen anzugehen:

  • Bäuerliche Familienbetriebe als tragende Säulen des ländlichen Raums unterstützen
  • Eine starke EU-Agrarpolitik nach 2020 mit einer starken 1. und 2. Säule fortführen und weiterentwickeln
  • Auf kooperativen Natur- und Umweltschutz bei der Landbewirtschaftung setzen und flächendeckende Landbewirtschaftung sichern
  • Regionale Wirtschaftskreisläufe und Wertschöpfungsketten aufbauen und Synergien nutzen
  • Tierhalter nachhaltig unterstützen
  • Vielfalt und Diversifizierung in der Landwirtschaft fördern
  • Junglandwirte gezielt fördern und unterstützen
  • Bürokratieabbau endlich konsequent anpacken
  • Flächendeckende digitale Infrastruktur im ländlichen Raum schaffen
  • Öffentliche Daseinsvorsorge sichern
  • Lebendige Dörfer als Herzstück des ländlichen Raums fördern und Chancen der Digitalisierung nutzen
  • Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und Beratungsangebote im ländlichen Raum schaffen und ausbauen
  • Eigentum schützen, Erwerb von Bewirtschaftungsflächen durch außerlandwirtschaftliche Investoren verhindern und land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen schonen
  • Energiewende: Dezentrale Energieversorgung vorantreiben und Eigentümerrechte berücksichtigen
  • Klimaschutz: Land- und Forstwirtschaft als Teil der Lösung stärken
  • Klimawandel: Ressource Wasser für Lebensmittelerzeugung sichern
  • Wald: Auf heimisches Holz setzen und das Klima schützen
  • Schutzstatus von Wolf, Biber, Kormoran und Co. Anpassen

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