Bauernverband Schwäbisch Hall

"Bundestag ignoriert Existenzsorgen der Bauern"

Der Bauernverband Schwäbisch Hall - Hohenlohe - Rems sieht die Ablehnung des FDP-Antrages zur Zukunft der Landwirtschaft als Affront. Die Kritik zielt vor allem auf die CDU.

Dem Bauernverband Schwäbisch Hall Hohenlohe Rems e.V. fehlt jegliches Verständnis für den abschlägigen Umgang mit dem FDP-Antrag zur Zukunft der Landwirtschaft im Bundestag am vergangenen Donnerstag. "Uns ist schon klar, dass es Parlamentsritus ist, grundsätzlich Anträge der Opposition nieder zu stimmen, so berechtigt diese auch sein mögen", so Geschäftsführer Helmut Bleher. "Aber: hat die Politik am Dienstag dieser Woche die zehntausenden Bauern mit ihren Schleppern auf den Straßen tatsächlich übersehen?", fragt sich der Vorsitzende Jürgen Maurer.

Der Bundestag hatte am Donnerstag mit nahezu allen Stimmen von CDU, SPD, Grünen und Linken einen Antrag der FDP zur Zukunft der Landwirtschaft abgelehnt. Dies, obwohl in einer parlamentarischen Debatte Anfang September, noch zahlreiche Abgeordnete, vor allem aus der CDU, ähnlich lautende Forderungen aufgestellt und Rückhalt für die Bauern bekundet hatten!

Bauern als Spielball der Machtpolitik

"Gerade von der Regierungspartei CDU bin ich zutiefst enttäuscht. Sind alle Beteuerungen der letzten Wochen nur warme Worte gewesen?" Die beiden Verbandsvertreter stören sich vor allem daran, dass alle CDU Abgeordneten, auch die Agrarier, geschlossen, das im Grunde wegweisende FDP Papier niedergeschmettert haben. "Es muss doch jedem vor Augen stehen, dass es bei dieser Bundestagsdebatte nicht um parlamentarische Spielereien, sondern um die existenziellen Fragen der Bauern gegangen ist. Die Bauern dürfen nicht zum Spielball der Machtpolitik werden", macht Jürgen Maurer deutlich und fordert Verlässlichkeit ein.

Helmut Bleher

Bauernverband-Geschäftsführer Helmut Bleher zeigt sich vor allem von der CDU enttäuscht, die noch im September ähnliche Forderungen aufgestellt hatte. (Bildquelle: Bauernverband Schwäbisch Hall - Hohenlohe - Rems e.V. )

Die Verbandsarbeit bestehe darin, das Gespräch mit den politischen Vertretern und gesellschaftlichen Gruppen zu suchen, auch wenn man oft völlig andere Überzeugungen habe. "Dies", so der Vorsitzende, "erfordert aber, dass man sich auf öffentlich Gesagtes, auch auf geäußerten Rückhalt, verlassen kann. Von Schönwetterreden haben wir alle nichts. Am Ende ist mir die harte Auseinandersetzung mit ganz anders Denkenden lieber. Da weiß ich wenigstens, wo ich dran bin." Umso wichtiger ist es für die Bauernverbandsvertreter, nun die Kräfte in der Bauernschaft zu bündeln und geschlossen Position zu beziehen.

Der Bauernverband Schwäbisch Hall Hohenlohe Rems steht allen landwirtschaftlichen Gruppen zum intensiven Austausch und Dialog offen zur Verfügung.

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Der Bundestag hat sich am Donnerstagabend in einer Aussprache mit den Bauernprotesten von dieser Woche beschäftigt. Die Unzufriedenheit ist dort angekommen, die Lösungsansätze bleiben breit...


Diskussionen zum Artikel

von Helmut Bleher

@Albert Maier: Bitte den konkreten Sachverhalt berücksichtigen. Das Interview fand 10 Tage vorher statt und wurde vom SWR passgenau als Konfrontationsobjekt zusammen geschnitten.

Hier zur Klarstellung: Das Interview fand 10 Tage vor der Demonstration aus Anlass der Eröffnung unserer regionalen Messe "Muswiese" statt. Dabei wurde über die gesamte Situation der Landwirtschaft gesprochen. Der Redakteur fragte dann im Laufe des Interviews wörtlich: "Ich habe ... mehr anzeigen

von Christian Kraus

Wieso haben eigentlich die Bauernverbandsleute die selber in der CDU sitzen auch dagegen gestimmt? Haben die auch keine Bauern demonstrieren sehen? Ist das die "Solidarität" von der der Bauernverband gesprochen hat (wenn die Bauern friedlich bleiben)?

von Martin Krautter

Bauernverband?

Es ist zu hoffen dass sich viele Kreis- und Landesverbände oder am Besten alle, Agrarindustrie, Landhandel und auch die lahme DLG dem Schreiben anschließen, denn nur gemeinsam sind wir stark. Es müssen in den Partiezentralen endlich die Alarmsirenen heulen.

von Hermann Freese

Schlueter: Es gibt auch noch die FDP. Die würde im Zweifel auch in einer Regierungsbildung gefragt werden. Ob sie viel anders ist, kann man nur sehen, wenn in der Regierung beteiligt, was die AFD wohl erstmal nicht sein wird. Nichts desto trotz wollte gerade die AFD als eine der ersten ... mehr anzeigen

von Hermann Kamm

Hoffentlich wählt Thüringen heut Richtig.

Mehr gibt es nicht zu sagen.

von Uwe Lamparter

Kein Wunder

das Vorgehen der CDU: das Sagen haben überwiegend ältere Abgeordnete, welche ihre Zukunft hinter sich haben, dazu noch die ahnungslosen Politikrhetoriker der Jungen Union und natürlich beide nur ihre politischen Karriere im Sinn.

von Andreas Schlueter

Und dann sind wir alle Nazis

So wie die CDU und vor allen Dingen unsere Landwirtschaftsministerin sich verhält, treiben sie die Bauern in die offenen Arme der AFD. Wen Wunderts denn, man kann doch nur protest Wählen, wenn Demonstrationen, Hilfeschreie und Existenznöte nichts bewirken. Früher hieß es immer "Wer ... mehr anzeigen

von Ahrend Höper

Die Bauern dürfen nicht zum Spielball der Machtpolitik werden"

Solange BK Merkel an der Regierungsspitze sitzt, arbeitet sie nur nach dem Prinzip "Machtpolitik"! Warum verlängert sie erst die Laufzeit der deutschen Atomkraftwerke wenn sie 1 Jahr später, unter fadenscheinigen Argumenten, den Austritt von der Atomenergie verkündet? Nur ... mehr anzeigen

von Hans-jürgen Fricke

ich finde auch,

es ist eine Frechheit von der CDU! die kann und werde ich nicht mehr wählen.

von Wilhelm Grimm

Das ist zwar alles richtig und beklagenswert,

aber der Bauernverband ist leider immer noch der Meinung, unsere Probleme durch Dialog mit ahnungslosen und korrupten Mainstream- Politikern lösen zu können. Der Bauernverband hat im Gegensatz zu den Grünen und sonstigen NGO`s immer noch keine erkennbare Stategie der Gegenoffensive.

von Albert Maier

Da hauts dem Fass den Boden raus.

In einem SWR4 Interview ist Herr Maurer den demonstrierenden Bauern übel in den Rücken gefallen und jetzt echauffiert er sich unter Berufung gerade der von ihm denunztieren demonstrierenden Bauern über die Politik. Frecher gehts nimmer!

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