Aulendorfer Wintertagung

"Dem Klimawandel können wir nicht ausweichen"

Während man in Madrid über globale Lösungen gegen den Klimawandel diskutiert, zeigten Fachexperten des LAZBW in Aulendorf erste konkrete Maßnahmen für Rinderbetriebe auf.

"Wir können dem Klimawandel nicht ausweichen, unsere Äcker und Ställe sind nicht verpflanzbar und alternative Nutzungen sind schwer. Daher müssen wir uns jetzt mit den Anpassungsreaktionen beschäftigen. Jeder muss sich aktiv um seinen eigenen Beitrag dazu bemühen", forderte Franz Schweizer, Direktor des LAZBW in Aulendorf, die Teilnehmer der traditionellen Aulendorfer Wintertagung auf. Wie dramatisch die Situation bereits ist, zeigte Roland Roth von der Wetterwarte in Bad Schussenried in seinem eindringlichen Vortrag. "Wir brettern mit Vollgas in ein Klima mit mehr Extremen in alle Richtungen." Bis jetzt sei dagegen noch kaum etwas unternommen worden. Eher das Gegenteil sei der Fall. "Der Klimaschutz ist vor allem eine Frage der Verkehrspolitik. Und hier wird viel zu wenig getan. Wir brauchen eine radikale Änderung."

Für eine bessere Anpassung des Grünlands an den Klimawandel liegt der Schlüssel laut Prof. Martin Elsäßer vor allem in der Artenzusammensetzung. "Leguminosen sind das Gebot der Stunde, so dass man komplett auf mineralischen Stickstoff verzichten kann." Rohrschwingel und Knaulgras kämen als trockentolerantere Arten ebenfalls in Frage. Allerdings müsse man die schlechtere Verdaulichkeit beachten. Darüber hinaus müssten die Grasschnitte künftig in das beste Zeitfenster gelegt und nicht zu tief gemäht werden. "Das gilt letztlich auch für die Beweidung, denn wenn die Rinder das Gras zu tief abfressen, sind die Reservestoffe weg und es wächst...