Neues aus der Landtechnik

Feldroboter und Hacken mit Hirn

Immer mehr Landwirte bekämpfen Unkraut wieder mechanisch. Ein Überblick über den Stand der Technik.

Wer schon mal eine Hacke mit dem Traktor über den Acker gezogen hat, kennt das Gefühl: Man steuert die Maschine sehr genau oder nutzt sogar ein automatisches Steuersystem.

Dennoch läuft das Anbaugerät nicht sauber in der Spur hinterher. Es ist zu viel Spiel in Steuerung, Unterlenkern und Aufnahme. Vor allem an Unebenheiten und Hängen tritt dieses Problem oft auf. Dann hackt das Gerät schnell die Hauptkultur mit weg.

Doch mittlerweile gibt es zahlreiche technische Lösungen dafür.

Die einfachste und vermutlich verbreitetste ist der Verschieberahmen. Dieser hängt an der Dreipunktaufnahme des Traktors und nimmt auf der anderen Seite ein weiteres Anbaugerät auf, zum Beispiel eine Hacke.

Der Rahmen verschiebt das Gerät je nach Bedarf um bis zu 30 cm gegenüber dem Traktor. Doch woher weiß der Rahmen, wo die Hacke hin muss?

Welchen Sensor wählen?

Drei Techniken stehen dafür zur Wahl:

  • RTK (Real Time Kinematic): Der Bordcomputer des Verschieberahmens nutzt ein Satellitensignal wie GPS oder – künftig – das europäische System Galileo, gleicht den so ermittelten Standort jedoch zusätzlich mit dem Signal von einem stationären Sender ab. Die Hackschare gleiten so auf 1,5 bis 2 cm genau durch den Boden.

Baden-Württemberg testet derzeit mit 100 Land- und Forstwirten sowie Lohnunternehmern ein RTK-Korrektursignal und will dieses ab 2020 schrittweise landesweit zur Verfügung stellen. In Bayern ist das Signal mit einer Dreijahreslizenz für 50 € verfügbar. Es wird allerdings per Mobilfunk verschickt und steht daher nur da zur Verfügung, wo es Netzabdeckung gibt.

Das Hacksystem muss bei RTK-Steuerung vorab wissen, wo die Reihen sind. Dafür muss bereits die Aussaat mit einem gleichreihigen Sägerät, ebenfalls mit RTK, erfolgt sein. Die abgespeicherten Fahrspuren lassen sich dann für den Hackgang importieren.

Tageslicht überflüssig

Die RTK-Technik hat vier große Vorteile: Sie benötigt keine Pflanzenreihe als Referenz, man kann also schon vor dem Auflaufen hacken. Da sie die Pflanzen nicht optisch erkennen muss, arbeitet sie auch nach Reihenschluss und bei flächendeckender Verunkrautung zuverlässig.

Sie funktioniert auch ohne Licht und erlaubt daher, in den Abendstunden weiterzuarbeiten....

Die Redaktion empfiehlt

Landwirte in Bayern können ab sofort bis zu 25.000 Euro Förderung für Technologien zur Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes beantragen.


Diskussionen zum Artikel

von Andreas Christ

Feldlerchen und andere Bodenbrüter?

striegeln, hacken und nochmal hacken- Hasen und Feldlerchen bleiben da wohl auf der Strecke . dann ist das Geschrei wider groß

von Willy Toft

Auf Ökoflächen in der Marsch, mag es wohl so gehen!

Auf Pflanzenschutzmittel in der Konventionellen Landwirtschaft werden wir noch nicht verzichten können. Auf steinigen und sandigen Böden kann es zu Totalverlusten kommen! Die Forschung in Acker- und Gartenbau stellt Keiner in Abrede! Wo es passt, wird die Technik Einzug halten.

von Erhard Prinz

Steine?

Bitte auf meinen Steinfeldern testen! Konnte nur Einsatz auf super Böden sehen. Und dann den Preis der Geräte bitte auf ein Viertel reduzieren.

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