FFH-Flächen

FFH-Gebiete: Ein neuer Zukunftsbericht birgt Sprengstoff

Durch den Klimawandel - nicht durch die Bauern - werden sich viele FFH-Gebiete im Land künftig wohl massiv verändern. Eine neue Studie aus dem Schwarzwald sorgt für Zündstoff.

Der Klimawandel wird die verschiedenen FFH-Lebensraumtypen massiv verändern und macht daher ein Umdenken bei den derzeit definierten Maßnahmen zu ihrer Erhaltung notwendig. Viele Lebensraumtypen werde es auf den derzeitigen Standorten in Zukunft nicht mehr geben, daher müsse man die statische Betrachtung der Erhaltungszustände zugunsten einer dynamischeren Betrachtung des Naturschutzes aufgeben. Außerdem bedürfe es einer großräumigen Betrachtung des Naturschutzes im FFH-Kontext. Die derzeit festgelegten Erhaltungs- und Entwicklungszustände seien zu kleinräumig festgelegt zumal es Flächen gebe, die bereits aus heutiger Sicht durch die Veränderung der Klimafaktoren keine Chance zum Erhalt haben. Statt auf die Einzelfläche müsse der Fokus z.B. auf Biogeographische Regionen und Unterregionen gelegt werden.

Veröffentlichung verzögert

Das ist kurz gefasst das Ergebnis eines Berichtes zu neuen Nutz- und Schutzkonzepten im Klimawandel, den der Naturpark Südschwarzwald beim Fachbüro UNIQUE forestry and land use GmbH in Auftrag gegeben hat. Finanziert wurde die Studie im Rahmen des Klimopass-Programmes des Umweltministeriums in Stuttgart. Eigentlich war der Bericht schon Mitte 2019 fertiggestellt. Das Umweltministerium sah bei den Ergebnissen allerdings "erhebliche inhaltliche Mängel", die vor der jetzigen Veröffentlichung noch ausgemerzt werden mussten.

Die Inhalte bergen in der seit Jahren kontrovers geführten Diskussion um den Erhalt von FFH-Flächen einigen Sprengstoff. Praktiker sehen bereits eine Zeitenwende angebrochen: "In dieser Deutlichkeit hat noch keiner gesagt, dass die FFH-Gebiete von großräumigen Faktoren mindestens ebenso beeinflusst werden, wie von der Bewirtschaftung. Daher hoffe ich,...