Landfraß

Flächenverbrauch in Bayern stabil

Die Flächenerhebung 2019 des Bayerischen Landesamt für Statistik zeigt, dass sich der Flächenverbrauch in Bayern nicht spürbar verschärft hat.

Dem Bayerischen Landesamt für Statistik zufolge lag der Flächenverbrauch im vergangenen Jahr durchschnittlich bei 10,8 ha pro Tag, nach 10,0 ha täglich im Jahr 2018. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche dehnte sich 2019 um 3 948 ha oder 0,5 % auf 855 190 ha aus. Die Behörde betont, dass der Flächenverbrauch nicht mit Versiegelung gleichzusetzen ist, da Siedlungs- und Verkehrsflächen auch Grün- und Freiflächen umfassen.

Erfolg für die Flächensparoffensive

Die Landwirtschaftsfläche des Freistaats beziffert das Landesamt für 2019 auf rund 3,3 Mio ha; das entsprach 46,3 % der Gesamtfläche. Die Landesregierung wertet die jüngsten Zahlen als Beleg für die Wirksamkeit ihrer Flächensparoffensive.

„Die Flächennutzung hat sich stabilisiert. Das ist alles andere als selbstverständlich angesichts des dynamischen Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre und der Zunahme der Bevölkerung“, erklärte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Er betonte, dass es überall Einsparpotentiale gebe. Die Regierung wolle keinen künstlichen Wettbewerb zwischen den verschiedenen Nutzungsarten. Es gehe darum, die Flächennutzung unter Berücksichtigung aller Bedürfnisse insgesamt effizienter zu machen; kompaktere Strukturen seien deshalb in Stadt und Land sinnvoll. Laut Aiwanger könnten auf diese Weise Freiräume für die wohnortnahe Erholung, für Gesundheit und für die heimische Lebensmittelproduktion gesichert werden. Corona habe allen gezeigt, wie wichtig solche Räume seien. Gleichzeitig werde zudem der notwendige Spielraum für den Ausbau der erneuerbaren Energien, von Radwegen und für die Erweiterung oder Ansiedlung von Betrieben erhalten, so der Minister.

Die Redaktion empfiehlt

Die baden-württembergischen Minister für Umwelt und Landwirtschaft fordern den Bund auf, das EEG für Agrophotovoltaik und schwimmende Solaranlagen zu öffnen.

Der Flächenverlust schreitet auch in Nordrhein-Westfalen rasant voran. Agrarministerin Ursula Heinen-Esser hat nun eine Idee, wie man das begrenzen kann.

Der Bau der Höchstspannungsleitung zwischen Wengerohr und Niederstedem mit einer Länge von 39 km startet. Die Flächeneigentümer bekommen nun höhere Entschädigungssätze.