Ganz persönlich

"Am Anfang war ich sauer!" Premium

Dr. Joachim Eder war jahrelang ein Befürworter der Grünen Gentechnik. Doch dann änderte der Maisexperte seine Meinung – und das nicht nur aus fachlichen Gründen. Mit Südplus redete er ganz persönlich über diesen Wandel.

Bei der Grünen Gentechnik haben Sie Ihre Meinung geändert. Standen dahinter nur fachliche Überlegungen?

Eder: Nein. Ich stehe bis heute in einer ständigen Diskussion zu dem Thema. Die hört an der Institutstür nicht auf. Sie läuft auch in meiner Familie. Mit meinen Kindern hatte ich immer spannende Gespräche dazu. Meine Tochter ist z. B. ganz auf der Ökoschiene. Mein Bruder ist Biobauer und hatte auch eine andere Meinung als ich. Da fragt man sich ständig: Bist du noch auf dem richtigen Weg? Irgendwann habe ich gemerkt: Du musst die Kurve kriegen.

Was führte zu Ihrem Sinneswandel?

Eder: Der kam über die Jahre. Ursprünglich hatte ich gedacht, dass uns die Grüne Gentechnik binnen fünf oder zehn Jahren große ökologische Vorteile bringt. Dann hätte man auch in Kauf nehmen müssen, dass das Saatgut von großen Konzernen kommt, und dass z. B. die transgenen Maispollen, die durchs Land fliegen, einigen wenigen Insekten ...

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Ordnungsrecht: Bauern empört über die Flut neuer Vorschriften

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Artikel geschrieben von

Berenike Kröck

Redaktion Südplus

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Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Wolfgang Schuchard

Überzeugend sind die "Argumente" für mich nicht

Dr. Eder beschreibt ja selbst, dass er nicht an der eigentlichen Entwicklung der Grünen Gentechnik, sondern im Bereich der Sicherheitsforschung tätig war. Aus politischen Gründen wurde aber ALLES eingestampft. MON810 ist vermutlich zu Recht gescheitert, da der von der Pflanze dauerhaft produzierte insektizid wirksame Stoff nicht nur dort Auswirkungen hat, wo man sie sich erhoffte. Aber aufgrund dieses Misserfolges alle weiteren Forschungen einzustellen ist, als ob unsere Vorfahren, nachdem sie eine eckige Scheibe auf eine Welle gesteckt hatten, und damit nicht vorwärts kamen, aufgehört hätten sich nach Hilfsmitteln für den Transport umzusehen. Das Rad wäre dann wohl nie erfunden worden. Meine Überzeugung: Wir dürfen die Chancen nicht links liegen lassen, müssen die Risiken aber sorgsam abwägen. Und dazu brauchen wir geregelte Rahmenbedingungen und eben auch die Methoden, mögliche Risiken frühzeitig genug zu erkennen.

von

Am Thema vorbei

Grundsätzlich ist es ja ganz schön, wenn man in der Lage ist seine Meinung zu ändern. Nur leider wird hier wieder aus den falschen Gründen argumentiert. Wenn es bei den Problemen in erster Linie um die Marktmacht der Großkonzerne geht, dann ist das ganze ein Fall für das Kartellamt, bzw der politischen Ausgestaltung des ganzen.

von Paul Siewecke

@ A.Deter Kommentarprobleme....

Das Problem mit verschwindenden Kommentaren tritt bei mir auch manchmal auf, meist ist es der erste von mir geschriebene Kommentar des Tages, der dann einfach nicht angenomen wird. Die nächsten Kommentare haben dann immer funktioniert...

von Alfons Deter

@Grimm

Nein, wir haben Ihren Kommentar nicht gelöscht, leider scheint es speziell bei Ihrer Rechner-Browser-Serverkombination ein Problem zu geben, es kommen nicht alle Kommentare an. Die IT ist dran, es gibt auch andere Leser, die sich schon gemeldet hatten.

von Wilhelm Grimm

Wenn kritische Kommentare gelöscht werden,

ist Meinungsmanipulation nicht weit.

von Matthias Zahn

Respekt!

Es ist kein einfacher Schritt in so einer Position die Sichtweise zu verändern. Immerhin will sich ja keiner nachsagen lassen er hätte jahrelang nur Mist erzählt. Ich finde aber wenn jemand diesen Mut aufbringt, muss das hoch angerechnet und darf nicht verurteilt werden. Denn das führt sonst dazu, dass unsere verantwortlichen immer in der gleichen Spur bleiben. Man bleibt bei seinem Standpunkt (auch wenn er falsch ist) nur um sein Gesicht nicht zu verlieren. Aber genau das ist es was wir in der Landwirtschaft dringend brauchen! Die Richtung ändern wenn klar wird dass sie falsch ist! Und nicht weiterlaufen weil das schon immer so war...... Deshalb, Respekt Herr Dr. Eder!

von Jörg Meyer

"Du musst die Kurve kriegen"

Tja, was soll man von jemandem, der mithelfen muss, Bayern zum Agrarmuseum auszubauen, auch anderes erwarten? In Bayern scheinen die Uhren anders zu ticken. Wer weiß, wie lange man es sich dort noch leisten kann, die Ergebnisse aktueller Forschung zu ignorieren. Dass Bt-Mais in Deutschland die Erwartungen nicht erfüllt hat, ist verständlich, schließlich wurde der Anbau von MON810 Anfang 2009 verboten. In anderen Ländern, die diesen Weg nicht gegangen sind, wurden positive Erfahrungen gemacht: weniger Pflanzenschutz, mehr Ertrag und bessere Erlöse für die Bauern, und das ist wissenschaftlich bestätigt: https://www.nature.com/scitable/knowledge/library/use-and-impact-of-bt-maize-46975413

von Jörg Meyer

"Du musst die Kurve kriegen"

Tja, was soll man von jemandem, der mithelfen muss, Bayern zum Agrarmuseum auszubauen, auch anderes erwarten? In Bayern scheinen die Uhren anders zu ticken. Wer weiß, wie lange man es sich dort noch leisten kann, die Ergebnisse aktueller Forschung zu ignorieren. Dass Bt-Mais in Deutschland die Erwartungen nicht erfüllt hat, ist verständlich, schließlich wurde der Anbau von MON810 Anfang 2009 verboten. In anderen Ländern, die diesen Weg nicht gegangen sind, wurden positive Erfahrungen gemacht: weniger Pflanzenschutz, mehr Ertrag und bessere Erlöse für die Bauern, und das ist wissenschaftlich bestätigt: https://www.nature.com/scitable/knowledge/library/use-and-impact-of-bt-maize-46975413

von Christian Bothe

Gentechnik

Hier liegt Dr.Eder aber vollkommen daneben. Entweder forscht er im falschen BL oder Institut. Nur mit der Grünen Gentechnik und neuen Züchtungsverfahren sind die wissenschaftlich technischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche klimaresistente Pflanzenzüchtung machbar. Wissenschaftliche Institute und Labore weltweit nutzen solche Verfahren, um auf den Klimawandel reagieren zu können und da sind wir noch lange nicht am Ende. Man sollte sich mal vor Augen halten was ohne die Rote Gentechnik wäre...Wenn Eder familiär bedingt die Ökolandwirtschaft favorisiert, ist das verständlich aber nicht zukunftsweisend, da diese niemals die Menschheit ernähren kann, abgesehen von den Erträgen/ha und den Flächenverbräuchen. Nur eine nachhaltige intensive LW wird das bringen flankierend durch Ökobetriebe und kleinbäuerliche LW.

von Eckehard Niemann

Hochachtung

Alle Achtung vor dieser sachorientierten und verantwortungsvollen Meinungsänderung!

von Anton Kellner

Das Problem liegt wo anders

Wenn die Technik verantworungsbewusst eingesetzt wird ist das sicher eine Möglichkeit sie zum Wohle der Menschheit zu nutzen! Aber in unseren freien Marktwirtschaft geht es doch nur um Kapital!

von Erwin Schmidbauer

Der Zug ist noch nicht abgefahren

Alle Kritiken und Nachteile, die hier genannt werden könnten teilweise oder sogar völlig beseitigt werden. Aber offensichtlich besteht weder bei den Saatgutkonzernen noch bei der Politik Interesse.

von Rudolf Rößle

Vorteil

jeder Vorteil hat auch einen Nachteil. Artfremde Gene haben in Pflanzen und Tieren nichts zu suchen.

von Alexander Spahr

Das hört sich gekauft an,....

Sorry, aber soll dieser -mit Verlaub - Quatsch die Grundlage für eine fachliche und sachliche Diskussion sein. Ich hoffe nicht. Sonst müssen wir Landwirte uns wieder Ochsenkarren zulegen.

von Wilhelm Grimm

Da bin ich entschieden anderer Meinung.

Die Sonne hat sich auch lange, viel zu lange, um die Erde gedreht.

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