Grüne

Gisela Sengl: „Eine andere Agrarpolitik ist möglich"

Die Grünen-Politikerin Gisela Sengl würde 40 % der flächengebundenen Direktzahlungen an Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen koppeln und verbindlich machen, wenn sie könnte.

Die bayerischen Landtags-Grünen warben mit ihrem Dringlichkeitsantrag in der Plenarsitzung am Donnerstag für eine grundlegende Änderung der Agrarpolitik. „Die Agrarpolitik der vergangenen Jahrzehnte hat schwerwiegende Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt wie Höfesterben, tierquälerische Missstände in der Tierhaltung, rapides Artensterben weltweit und das Anheizen der Klimakrise“, erklärte die landwirtschaftspolitische Sprecherin Gisela Sengl den Vorstoß der Landtags-Grünen. „Diese Agrarpolitik und ihre negativen Auswirkungen werden durch Steuergelder über den EU-Haushalt für Agrarpolitik gefördert – hier müssen wir ansetzen.“

Die derzeitigen Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Richtung Systemwechsel „sind mutlos“, so Gisela Sengl. „Dabei müssen wir jetzt beginnen und die ersten Zwischenschritte für einen Umbau – weg von Flächenzahlungen und hin zu gesellschaftlichen Leistungen – einleiten.“

Die Landtags-Grünen fordern, dass die flächengebundenen Direktzahlungen in der nächsten Förderperiode ab 2021 zu 40 % an Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen gekoppelt werden, diese 40 % für alle Mitgliedsstaaten verbindlich festgeschrieben sind und für diese 40 % gemeinsame Standards festgelegt werden, die für alle Mitgliedsstaaten verbindlich sind. Gisela Sengl: „Eine andere Agrarpolitik ist möglich – beginnen wir jetzt mit dem ersten Schritt.“


Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Man kann alles Schlechtreden!

Frau Sengl sollte sich auch einmal darüber Gedanken machen, welche positiven Auswirkungen die von ihr so viel gescholtene Agrarpolitik hat(te): Statt Mangel Überfluss und freie Wahl der Nahrungsmittel-das ganze Jahr ist alles verfügbar. Statt 30 % der Ausgaben für Nahrungsmittel nur noch 11 %. Fleisch ist kein Luxus mehr. Zur Selbstversorgung braucht man weder Garten noch Hühner oder Kaninchen im Hinterhofstall.

von Rudolf Rößle

40 %

können die Grünen gleich in die Obdachlosenhilfe stecken, wenn wir dort in den nächsten Jahren auftauchen. Am Hauptproblem will niemand ansetzen. Wie können wir unsere Erzeugerpreise steigern. Ein zweiter Weg wäre nichts mehr dem Handel geben und das EU weit. Dann muss sich der Kunde beim Landwirt an der Schlange anstellen, bis er seine Kartoffeln und seine zwei Liter Milch persönlich mit allen Zertifikaten erhält.

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