Nach Volksbegehren

Heidl: „Artenschutz ist nicht nur ein landwirtschaftliches Thema!“ Premium

Die bayerischen Bauern bekennen sich zu ihrer Mitverantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt. Bei den jetzt anstehenden Verhandlungen über die Ergebnisse des bayerischen Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ erwartet der Präsident des Bayerischen Bauerverbandes, Walter Heidl, aber auch, das landwirtschaftliches Fachwissen beachtet und das Eigentum respektiert wird.

Haben die Initiatoren des Volksbegehrens den Bayerischen Bauernverband (BBV) eingeladen, am Gesetzentwurf mitzuarbeiten?

Heidl: Wir führen regelmäßig Gespräche mit Naturschutzverbänden und den Grünen. Doch vonseiten der Initiatoren des Volksbegehrens gab es keine Kontaktaufnahme und keinen Versuch, den Bauernverband in das Volksbegehren oder bei der Erarbeitung des Gesetzentwurfs einzubinden.

Wie erklären Sie sich das?

Heidl: Ich will keine Mutmaßungen anstellen. Eines ist klar: Als Landwirtschaft haben wir eine Mitverantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt in Bayern. Und dieses Thema nehmen wir ernst. Das zeigt auch ein Blick auf die Zahlen: jeder zweite bayerische Landwirt (50.000 Betriebe) macht auf insgesamt 40 % der Landwirtschaftlichen Nutzfläche Bayerns (1,3 Mio. Hektar) bei den Agrarumweltprogrammen mit, das Volumen im Vertragsnaturschutz hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Aber wir setzen dabei auf Naturschutz auf Augenhöhe, Freiwilligkeit vor Ordnungsrecht ist die Devise. Das ist ein grundlegender Unterschied zum Volksbegehren in der Herangehensweise, im Umgang mit den Bewirtschaftern und Eigentümern.

Warum sind die nachvollziehbaren Mahnungen des BBV vor und während des Volksbegehrens nicht bei den Wählern angekommen?

Heidl: Das Volksbegehren hat mit der Artenvielfalt ja nicht nur ein wichtiges Thema aufgegriffen, sondern es hatte mit der Biene ein sympathisches Maskottchen und in der Landwirtschaft einen vermeintlich klaren Schuldigen. Dem komplexen Thema wird das nicht ansatzweise gerecht, aber es war für viele Unterstützer ein verlockendes Angebot: Wer etwas für die Umwelt und sein grünes Gewissen tun will, muss einfach nur ins Rathaus gehen und unterschreiben. Gegen diese einfache und verlockende Botschaft ist mit Sachargumenten nur schwer anzukommen. Trotzdem war die Arbeit des Verbandes und der vielen Landwirte, die sich zu Wort gemeldet haben, wichtig: Erst durch die dadurch angestoßene Debatte, wurde über die Probleme des Gesetzentwurfs und die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern geredet.

Hat die Agrarbranche zu wenig über die...

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Artikel geschrieben von

Dr. Ludger Schulze Pals

Leitung Landwirtschaftsverlag Münster GmbH

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Auch der BBV hat schlecht gearbeitet

Statt konkret die Dummheiten und falschen Ansätze des Volksbegehrens aufzuzeigen, hat der BBV wieder nur gebetsmühlenartig ihre alten Sätze wiederholt (Enteignung, Eingriff ins Eigentum), die die Gesellschaft nicht mehr ernst nimmt und Journalisten nur abwinken lässt. Einer emotionale Kampagne kann man kaum mit laschen Worten entgegentreten. So gut die Propaganda des Volksbegehrens war, so schlecht war die Arbeit des BBV im Vorfeld und während des Volksbegehrens.

von Wilhelm Grimm

Dieses als Volksbegehren getarnte Volksbekehren ist für uns die grosse Chance

mit unseren Erkenntnissen und Erfahrungen in die Medien zu kommen, gerne etwas angriffslustiger !

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