Molkereien

Hohenloher Molkerei sieht sich auf Kurs

Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2018 stimmt die Führung der Hohenloher Molkerei optimistisch. Die Genossenschaft bietet ein börsennotiertes Festpreismodell an.

Mit einem deutlichen Zuwachs der Milchverarbeitungsmenge auf rund 400 Mio. kg im Jahr 2018, einer Steigerung des Umsatzes um 3,1 % auf 222 Mio. € sowie einem überdurchschnittlichen Milchauszahlungspreis blickte Martin Boschet, geschäftsführender Vorstand der Hohenloher Molkerei eG, letzte Woche bei der Generalversammlung der Molkereigenossenschaft auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Nach dem Jahr 2017 sei das Unternehmensergebnis des abgelaufenen Jahres das zweitbeste der Firmengeschichte, so der Geschäftsführer.

Entscheidend sei gewesen, dass die Molkerei entgegen dem Markttrend in Deutschland den Konsummilchabsatz um 10,3 % auf 325 Mio. kg gesteigert habe. Auch den Absatz an H-Produkten habe das Unternehmen in einem insgesamt schrumpfenden Markt um 7,3 % auf 266 Mio. kg ausgebaut.

Bezogen auf den Umsatz bilden H-Produkte mit ca. 55,8 % unverändert den Schwerpunkt der Hohenloher Molkerei. Produkte der Marke Hofgut und die übrigen „Mehrwertprogramme“ tragen mit 17,7 % zum Umsatz bei. Auf den Export entfallen 8,6 % des Umsatzes.

Unterm Strich erwirtschaftete die Hohenloher Molkerei einen Gewinn von 3,5 Mio. €, wovon 2 Mio. € in die Rücklagen flossen. Die bisher schon hervorragende Eigenkapitalquote von 61,4 % verbesserte die Molkereigenossenschaft auf 61,8 %. Die erneute Rücklage diene neben allen anderen Maßnahmen als weiterer Baustein, um die melkenden Betriebe im Krisenfall zu unterstützen, betonte Boschet.

Molkerei bietet Festpreismodell an

Als weiteres Absicherungsinstrument bietet die Genossenschaft seit Kurzem und als erste Molkerei in Süddeutschland ihren Lieferanten ein börsenbasiertes Festpreismodell an. Dabei können die Milcherzeuger freiwillig maximal 30 % ihrer monatlichen Milchmenge für zwei bis zwölf Monate im Voraus absichern. Prof. Holger Thiele, der die Molkerei bei der Einführung des Festpreismodells unterstützte, erläuterte dieses im Laufe der Versammlung noch einmal im Detail.

Professor Johannes Holzer von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf stellte eine Befragung der Mitglieder der Molkereigenossenschaft vor, an der sich rund 80 % der Milcherzeuger beteiligten. Inhaltlich ging es dabei vor allem um die Art der Haltung und Fütterung auf den Betrieben, um ihre Zukunftsperspektiven und ihre Öffentlichkeitsarbeit.

„Aufgrund der vorliegenden Fakten sind wir in der Lage, uns mit dem Thema Weidemilch zu beschäftigen“, so Geschäftführer Boschet. Regionalität plus ‚Ohne Gentechnik’ reichten in manchen Fällen nicht mehr aus, um vom Handel gelistet zu werden.

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Artikel geschrieben von

Klaus Dorsch

Redaktionsleiter SÜDPLUS

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