Kreisbauerntag Dachau

Kaniber kämpft Premium

Bayerns wiederernannte Landwirtschaftsministerin will Anbindehaltern und Ferkelerzeugern helfen und der Presse das Bauern-Bashing abgewöhnen. (Mit Video.)

Nach dem Wahlkampf ist vor dem Kampf: In einer emotionsgeladenen Rede auf dem Dachauer Kreisbauerntag verteidigte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (41, CSU) ihre bisherige Politik und ging in die Offensive: Für die Anbindehaltung von Milchkühen gebe es bessere Lösungen, als eine Befristung durch den Staat.

Die Fristverlängerung bei der Ferkelkastration sei in ihrer jetzigen Form "nicht unbedingt glorreich". Und die Presse müsse sich das Bauern-Bashing endlich abgewöhnen. Journalisten sollten sich lieber selbst ein realistisches Bild von der Landwirtschaft machen. Kanibers Aussagen:

  • Agrarverwaltung wieder bei Bezirksregierungen angesiedelt:

    „Das mag der ein oder andere belächelt haben. Aber die Landwirte müssen mit den Umweltverwaltungen auch bei überregionalen Themen auf Augenhöhe verhandeln und arbeiten können. Das gilt z.B., wenn Flächen bei naturschutzrechtlichen Maßnahmen oder für den Hochwasserschutz überregional überplant werden. Deswegen war mir das elementar wichtig.“

  • Bauern-Bashing in den Medien:

    „Ich würde mir wünschen, dass die Medien, die Presse, sich ein neutrales Bild von der Landwirtschaft machen. Man darf kein pauschales Bauern-Bashing betreiben, dass dahin führt, dass unsere Kinder in der Schule gemobbt werden und weinend nach Hause kommen. Das geht mir zu weit! Ein Vergelt's Gott an die Landfrauen, die eine gute Arbeit machen mit Initiativen wie "Landfrauen machen Schule" und dem "Erlebnisbauernhof". Die schon die kleinsten in unsere Gesellschaft dafür sensibilisieren, was auf einem Hof wirklich passiert, wo die Milch tatsächlich herkommt. Denn es gibt gibt Beispiele, da sagen die Kinder, die Milch kommt aus dem Tetrapakt oder von der lila Kuh. Da müssen wir auch als Politik daran arbeiten.“

  • Anbindehaltung:

    ...

Verpassen Sie nichts mehr!

Erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt ganz unverbindlich.

Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Die Redaktion empfiehlt

Das neue Kabinett von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder steht.

Bayerns neue Agrarministerin kommt nicht aus der Landwirtschaft – wunderte sich aber schon immer, dass Milcherzeuger so viel liefern können, wie sie wollen. Das will sie jetzt ändern (mit Video).


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Richard Huber

Warum wurde

die Anbindehaltung von Sauen vor 30 Jahren abgeschafft, dürfen aber die Kühe heute noch angebunden werden?

von Erwin Schmidbauer

Gute und schlechte Betriebszweige?

Man hätte sich gewünscht, die früheren Landwirtschaftsminister hätten sich für die Schweinehaltung genauso eingesetzt, wie man sich heute für die Anbindehaltung bei den Rindern einsetzt.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen