Bayern

Kaniber: Mehrgefahrenversicherung bezahlbar machen

In der Landwirtschaft wächst die Sorge vor einem erneuten Dürre-Sommer. Der Bund soll jetzt aushelfen, um das das Risikomanagement der Landwirte zu stärken.

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat ein stärkeres Engagement beim Risikomanagement gefordert: „Ich schlage vor, einen Teil der sogenannten Bundes-Milliarde für die Landwirtschaft zur Finanzierung der Mehrgefahrenversicherung zu verwenden.“

Bund lehnt Ko-Finanzierung bisher ab

In einem Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat Kaniber den Bund aufgefordert, den Einstieg in die Mit-Finanzierung einer Mehrgefahrenversicherung neu zu überdenken. „Damit für möglichst viele Landwirte eine solche Versicherung auch bezahlbar wird, ist vom Bund eine finanzielle Beteiligung erforderlich“, sagte Kaniber.

Bislang lehnt der Bund eine Erhöhung der Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) zur Ko-Finanzierung der Mehrgefahrenversicherung ab.

Erste Maßnahmen auf dem Weg

Da die Risiken infolge des Klimawandels kaum noch beherrschbar sind, hatte Kaniber bereits im vergangenen Jahr eine Bundesratsinitiative zur Einführung von Mehrgefahrenversicherungen vorgeschlagen, die vom Bund und den Ländern gefördert werden. Diese Förderung ist für Risiken vorgesehen, für die es noch kein für die Betriebe wirtschaftlich tragbares Versicherungsangebot am Markt gibt oder große Wettbewerbsunterschiede innerhalb der EU bestehen.

Kaniber begrüßt ausdrücklich die vom Bund bereits beschlossenen Maßnahmen zur Absenkung der Versicherungssteuer Dürre sowie die Möglichkeit zur Gewinnglättung, die ermöglicht schlechte Erntejahre mit guten Jahren steuerlich auszugleichen.

Landwirte wappnen sich gegen Trockenheit

„In den vergangenen Wochen ist es vielen Bürgern deutlich geworden, wie wichtig eine funktionierende Landwirtschaft für die Versorgung der Bevölkerung mit regionalen Nahrungsmitteln ist“, sagte Kaniber und wies darauf hin, wie die Landwirte bereits die produktionstechnischen Möglichkeiten nutzen, um sich gegen zunehmende Trockenperioden zu wappnen.

„Wir werden mit Wetterkapriolen leben müssen, aber einmal mehr zeigt sich wie wichtig ein Risikomanagement für die Betriebe ist. Dazu zählen geeignete Fruchtfolgen, ausreichende Futtervorräte, mehrere Einkommensstandbeine sowie die Risikoabsicherung durch entsprechende Versicherungspolicen“, sagte Kaniber.

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Laut Bund Naturschutz (BN) hat die Regierung noch keine Maßnahmen bezüglich des geforderten Glyphosatverbots getroffen. Das Landwirtschaftsministerium Bayern sieht das anders.

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber hat sich diese Woche auf dem Spargelhof Koppold & Sohn GbR. ein Bild von der Situation gemacht. Sie ruft Studierende zur Mithilfe auf den Feldern auf.