Umsetzung des Volksbegehrens "Rettet die Bienen"

Kartierung empört Bauern Premium

Die Wasserbehörden in Bayern haben ein Kartenwerk mit Gewässern erstellt, an deren Rändern kein Ackerbau stattfinden darf. Sie enthält gravierende Fehler.

Ein Ackerbauverbot kommt für Landwirte einer Enteignung gleich. Deshalb ist für Bayerns Bauern die Ausweisung von 5 m breiten Randstreifen entlang von Gewässern, die sie nicht mehr bewirtschaften dürfen, einer der heikelsten Punkte im Volksbegehren Artenvielfalt.Die Wasserwirtschaftsämter haben nun Mitte November eine Kartierung auf der Internetplattform iBALIS der bayerischen Landwirtschaftsverwaltung veröffentlicht, die zeigen soll, an welchen Gewässern Randstreifen liegen.

„Hanebüchen und chaotisch“

Doch dieses behördliche Kartenwerk ist offenbar so fehlerhaft, dass es nicht nur die Landwirte in Rage bringt. So sind Gewässer auf Flächen eingezeichnet, auf denen sich seit Jahrzehnten bzw. noch nie ein Gewässer befunden hat.

Dementsprechend hagelt es Kritik. Grob fehlerhaft, hanebüchen, chaotisch, mit extrem heißer Nadel gestrickt, kommentieren nicht nur Landwirte, sondern auch Berater der Landwirtschaftsverwaltung das Kartenwerk.

„Vorläufige Einstufung“

„Die Kulisse mit den fehlerhaften und unklaren Kartierungen gibt nur eine vorläufige Einstufung wieder“, beschwichtigt das bayerische Landwirtschaftsministerium auf Anfrage. Sie müsse vor Ort geprüft und wo nötig korrigiert werden. „Bei fehlerhaften Einstufungen darf es keine Sanktionen gegen betroffene Landwirte geben“, verspricht das Ministerium. Auch die Ernte von bereits angesäten Flächen dürfe im nächsten Jahr noch ohne Sanktionen eingebracht werden.

Ein weiterer Streitfall dürfte noch werden, welche Gewässer in die Kulisse fallen. Denn Artikel 16 des Bayerischen Naturschutzgesetzes schließt künstliche, also von Menschen geschaffene Gewässer sowie Be- und Entwässerungsgräben vom Verbot explizit aus.

Noch nicht geklärt zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung ist offenbar auch, wie Gewässer zu beurteilen sind, die nur...

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Artikel geschrieben von

Klaus Dorsch

Redaktionsleiter SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Richard Huber

Wenn wir Bauern solche

handwerklichen Fehler machen werden wir sofort massiv bestraft. Was passiert jetzt diesen Beamten, welche ein solch fehlerhaftes Kartenwerk an die Öffentlichkeit geben? Bei den Bauern werden Zuschüsse gekürzt da es öffentliche Gelder sind. Mit diesen öffentlichen Geldern werden auch Beamte bezahlt. Ich bin hier für eine Kürzung von 3 % des Jahresgehaltes.

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