Körnerhirse

Körnerhirse statt Mais

Im Rheintal und am Kaiserstuhl steigt das Interesse am Anbau von Körnerhirse. Was sie braucht und was sie kann, zeigen die Pflanzenbauberater Raphael Maurath und Volker Heitz.

Bisher fristet die Körnerhirse (Sorghum bicolor) im Rheintal mit einer Anbaufläche von ca. 220 ha noch ein Nischendasein. Doch das könnte sich bald ändern. Angesichts der Trockenheit und dem verstärkten Auftreten des Maiswurzelbohrers steigt das Interesse an dieser Kultur. Wieder muss man sagen, denn noch 2010 hatte der Anbau in der Region die 1 500-ha-Marke überschritten.

Obwohl die Anbauerfahrungen der Ackerbauern überwiegend gut waren, reduzierten sie den Umfang wieder. Problematisch war z.B. der vielfach unzureichende Schutz der keimenden und auflaufenden Hirsepflänzchen gegen Krähenfraß. Hinzu kam Lager aufgrund von Rhizoctoniabefall sowie Erfassungsprobleme, da der Drusch mit der Maisernte kollidierte.

Nährstoffe effizient nutzen

Ursprünglich stammt die Körnerhirse aus Afrika, wo sie nach wie vor ihre größte Anbaubedeutung hat. In niederschlagsarmen Regionen der Welt, mit 400 bis 600 mm Jahresniederschlägen kann Körnerhirse gut gedeihen. Wie der Mais, zählt sie zur Gruppe der C4-Pflanzen, d. h. sie hat eine sehr hohe Photosyntheseleistung, ist wärmeliebend und kann Wasser sowie Nährstoffe sehr effizient nutzen.

Weitere Vorteile sind eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten, eine intensive Durchwurzelung des Bodens und günstiger Humusaufbau sowie geringe Ansprüche an die Vorfrucht. Da sie nicht zu den Wirtspflanzen des Maiswurzelbohrers...

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