Tiertransport

Bayerische Landkreise stoppen Zuchtviehexport

Das Veterinäramt am Landratsamt Landshut will Tiertransporte in weit entfernte Länder nicht mehr genehmigen. Auslöser war der geplante Transport eines trächtigen Rindes vom Zuchtverband Mühldorf (Bayern) nach Usbekistan. Nach Landshut untersagen nun auch die Landräte von Passau und Freyung-Grafenau den Transport trächtiger Kühe ins Ausland.

Drei bayrische Landkreise haben den Export von Lebensvieh ins Ausland gestoppt. Die Initialzündung war der Transport eines trächtigen Rindes vom Zuchtverband Mühldorf nach Usbekistan. Den Viehtransport über fast 5.000 km hat das Veterinäramt gestoppt. Die Veterinärin hat sich laut Auskunft des Landratsamtes bei ihrer Ablehnung auf die Plausibilitätsprüfung nach Artikel 14 berufen. Demnach kann im "Rechtsstaat kein Amtsträger rechtswirksam verpflichtet werden (...), etwas Strafbares zu tun." Da es sich bei dem Transport möglicherweise um "Tierquälerei" handeln könnte, wäre sie als Amtsträgerin von der Zustimmung zum Transport entbunden, heißt es in der Landshuter Zeitung.

Auswirkung auf zukünftige Transporte

Dem Zuchtverband Mühldorf hat das Veterinäramt den Export aus dem Landkreis Landshut in das zentralasiatische Land verboten bzw. ein dafür nötiges „Vorzeugnis“ verweigert. Der Fall könnte eine Grundsatzdiskussion auslösen. Das Veterinäramt will in Zukunft keinem dieser Transporte mehr zustimmen. Landrat Peter Dreier hat sich nach Bekanntwerden des Falles hinter seine Mitarbeiter gestellt und Zuspruch zur Entscheidung geäußert. "Für mich ist es Tierquälerei, wenn Rinder aus unserer Region mehrere tausend Kilometer transportiert werden, um dann in Ländern geschlachtet zu werden, in denen es keinen Tierschutz gibt.", so Peter Dreier, Landrat des Landkreises Landshut.

Zuchtverband Mühldorf will klagen

Der Zuchtverband Mühldorf, über den die Kuh exportiert werden sollte, kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. "Wenn die Auflagen zum Export erfüllt sind, müsse dieses Vorzeugnis auch ausgestellt werden", so Frank zum Bayerischen Rundfunk. „Außerdem sei das Tier ein Zuchttier und kein Schlachttier“, so Josef Frank vom Zuchtverband.

Passau und Freyung-Grafenau warten auf Ministerium

Das Veterinäramt Passau und Freyung-Grafenau erteilt zur Zeit ebenfalls keine entsprechenden Vorzeugnisse für den grenzüberschreitenden Langzeittransport von Lebendtieren. „Bis eine klare Handlungsanweisung durch das Ministerium vorliegt, werden auch durch das Veterinäramt des Landkreises Freyung-Grafenau keine entsprechenden Vorzeugnisse für den grenzüberschreitenden Langzeittransport von Lebendtieren mehr ausgestellt“, so Oberregierungsrätin Judith Wunder (Landkreis Freyung-Grafenau) gegenüber der Presse.

Tierschützer begrüßen das Vorgehen

Der Deutsche Tierschutzbund und der Deutsche Tierschutzbund Landesverband Bayern begrüßen die Entscheidung des Veterinäramts Landshut, keine Transportgenehmigungen mehr für Rinder in Drittstaaten auszustellen. „Das konsequente Vorgehen der Veterinärin in Landshut ist extrem mutig und vorbildlich. Kein Tier, und schon gar kein trächtiges, sollte eine fünftausend Kilometer weite Fahrt antreten müssen, wo bekannt ist, dass die Tiere jenseits der EU-Außengrenzen oft zu extremsten Bedingungen transportiert und geschlachtet werden. Und kein Amtsveterinär, der nicht sicherstellen kann, dass die Tierschutzvorschriften bis zum Zielort eingehalten werden, sollte solche Transporte genehmigen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.