Proteste

Liveticker von der Bauerndemo in München

Kaniber zwischen Buhrufen und Applaus: Unser Liveticker zum Nachlesen.

Update 18:20

Ein turbulenter Tag geht für zehntausende Landwirte deutschlandweit zu Ende. Wir haben die Ereignisse der Demo in München noch einmal in einem Video zusammengefasst:

Update 14:30: In Stuttgart geht es noch weiter

Ein Stück weiter westlich in Südplusland – in Stuttgart – folgt auf die große Bauerndemo nun offenbar noch eine Kundgebung. Teilnehmer berichten von guter Stimmung und rund 500 Teilnehmern.

Demozug vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof: Ausnahmsweise geht es mal nicht um Stuttgart 21. (Bildquelle: Benedikt Broghammer)

Rund 500 Landwirtinnen und Landwirte demonstrierten in Stuttgart. (Bildquelle: Benedikt Broghammer)

Update 14:15: Stimmungsvolle Demo mitten in München endet

Die Organisatoren bitten die Landwirte, nach dem Ende der Demo zügig aus der Stadt zu fahren. Wer heute noch aufs Feld oder in den Stall muss, dem sei das auch geraten - der abendliche Berufsverkehr in München ist berüchtigt.

Die Landwirte haben ihr Anliegen in aller Deutlichkeit vorgebracht. Der Frust, den die ständigen neuen Vorgaben – vom Agrarpaket über das Volksbegehren bis hin zur verschärften Düngeverordnung – bei den Praktikern hervorrufen, war deutlich spürbar. Die Redner, allen voran Georg Mayerhofer, scheuten sich auch nicht, die Rolle von Medien und Politik anzusprechen. Den Medienvertretern rief er zu, dass sie durch einseitige Berichterstattung mitverantwortlich seien, wenn die Stimmung in der Gesellschaft gegenüber den Landwirten kippt.

Die Demo neigt sich dem Ende zu. (Bildquelle: Biefang / Philipp)

Update 13:50: Ministerin zwischen Buhrufen und Applaus

Eines kann man Ministerin Michaela Kaniber nicht vorwerfen: Dass sie gekniffen hätte. In gereizter Atmosphäre ergriff sie vor vielen tausend Bauern das Wort und verteidigte den Kurs der CSU beim Volksbegehren sowie bei der Düngeverordnung. Dafür erntete sie Buhrufe, teilweise aber auch Applaus - zum Beispiel, als sie einen vehementen Zwischenrufer zu einem Vieraugengespräch einlud. Die Ministerin äußerte gleichzeitig viel Verständnis für die Landwirte und die Demo: "Ich war heute morgen richtig stolz, als die ganzen Schlepper aufgefahren sind", sagte sie. Auszüge aus ihrer Rede finden sie weiter unten im Ticker.

Ministerin Kaniber äußerte auch Verständnis für die Situation der Landwirte. (Bildquelle: Biefang / Philipp)

Update 13:40: 1.500 Schlepper mitten in München

Starker Auftritt der bayerischen Bauern in der Landeshauptstadt: Der Veranstalter schätzt, dass sich rund 1.500 Traktoren rund um den Odeonsplatz tummeln. Anders als Würzburg kommt die Stadt München aber offenbar mit dem Ansturm zurecht.

Insgesamt 1.500 Schlepper haben die Landwirte mit zur Demo in München gebracht. (Bildquelle: Biefang / Philipp)

Update 13:18: Demo in Würzburg abgebrochen

Zwischenruf aus Unterfranken: Die Mainmetropole Würzburg hat die Bauerndemo abgebrochen, da viel zu viele Bauern mit ihren Schleppern in die Stadt gekommen waren. Teilnehmer sprechen von 1.500 bis 2.000 Traktoren. Unter anderem waren wohl Feuerwehrausfahrten blockiert. Die fränkischen Bauern haben daher die Heimreise angetreten. Teilnehmer gehen aber davon aus, dass die Städter ihre Botschaft dennoch vernommen haben.

Damit demonstrieren die Landwirte in Südplusland jetzt noch in Freiburg, Stuttgart, Bayreuth und München.

Update 13:13: Kaniber rechtfertigt Versöhnungsgesetz

Die CSU hat hier heute ja bereits einige Seitenhiebe einstecken müssen. In einer leidenschaftlichen Rede verteidigt Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber aktuell das Versöhnunggesetz zum Volksbegehren für mehr Artenschutz. Die CSU-Regierung hatte im Sommer den Gesetztesentwurft des Volksbegehrens vollumfänglich zu geltendem Recht gemacht, diesen aber mit einem einordnenden "Versöhnungsgesetz" begleitet. "Was glauben Sie, wäre herausgekommen, wenn wir es zum Volksentscheid hätten kommen lassen?", fragt die Minsterin heute in München provokativ die demonstrierenden Landwirte.

Update 13:00: Kaniber bezieht Stellung

Klare Worte von Bayerns Landwirtschaftsministerin Kaniber: Sie stellt sich heute, anders als ihre Ministerkollegen in Bund und Ländern, den Bauern. "Nach dem Mund reden" werde sie ihnen aber trotzdem nicht:

Update 12:30 "CSU entfremdet sich von uns"

Sebastian Dickow, Landwirt aus Niederbayern, ist nachdenklich: "Auch die CSU entfremdet sich zunehmend von uns Bauern", moniert er in Richtung von Landwirtschaftsministerin Kaniber - und erntet Applaus vom Publikum. Dann bietet Dickow noch nachhaltigeres Wirtschaften an - wenn die Gesellschaft die Bauern dabei unterstützt. Und das, obwohl wir schon jetzt die nachhaltigste Landwirtschaft der Welt hätten:

Update 12:10 "Medien verunglimpfen uns"

Klartext vom "Landwirt des Jahres" 2017 Georg Mayerhofer aus Niederbayern: Die Medien würden die Landwirte zu häufig verunglimpfen und unvollständige Bilder der Branche zeigen. Teile der Politik treiben mit überspitzten Aussagen einen Keil in die grüne Branche, so der Landwirt:

Blick von der Feldherrenhalle Richtung Siegestor: Die Landwirte sind sehr zahlreich zur Demo in München erschienen. (Bildquelle: Biefang / Philipp)

Update 12:00 Kaniber stellt sich den Bauern

Gerade stellt sich Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber mitten im Getümmel vor der Theatinerkirche den Bauern. Zuletzt waren sie und die CSU bei den Landwirten in die Kritik geraten, da sie im Rahmen des Versöhnungsgesetzes zum Volksbegehren in Bayern den Artenschutz allein den Bauern aufbrummten. Leider konnten sich unsere Reporterinnen Helena Biefang und Sophia Philipp nicht bis in Hörweite durchschlagen. Die Kundgebung selbst sollte jeden Moment starten.

Bayerns Landwirtschaftministerin Kaniber stellt sich den Demonstranten. (Bildquelle: Biefang / Philipp)

Update 11:45

Die Bauern sind schon da und gespannt; die Redner machen sich bereit für die Bühne:

Die Redner machen sich bereit. (Bildquelle: Biefang / Philipp)

Update 11:15

Hier in München steht zwischen Feldherrnhalle und Siegestor definitiv schon eine dreistellige Anzahl an Traktoren. Die Landwirte nehmen sich die Sache offenbar zu Herzen und wollen den Münchnern Ihr Anliegen vermitteln. Offiziell sollte die Demo um 11 Uhr starten. Aufgrund des großen Andrangs dürfte sich der Start aber noch eine Weile verzögern.

Schon über 100 Traktoren stehen in München zwischen Odeonsplatz und Siegestor. (Bildquelle: Biefang / Philipp)

Update 10:50

Die Traktoren fahren gerade über die Ludwigsstraße in Richtung Odeonsplatz und stellen sich für die Demonstration auf:

Große Bauerndemo am Dienstag in München

Es ist soweit: Heute demonstrieren in 16 deutschen Städten Landwirte. Die Stimmung auf vielen Höfen ist nicht die beste; das jüngste Agrarpaket der Bundesregierung ist für viele der Auslöser, nun auf die Straße zugehen. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Schulze (SPD) haben eine Teilnahme an der Demo bereits abgesagt. Der Agrarsprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorf, glaubt, dass die Organisatoren der Demos der Landwirtschaft einen Bärendienst erweisen. Der Vor- und Nachgelagerte Bereich sowie die FDP-Bundestagsfraktion stehen jedoch hinter dem Bauernprotest. Der Bayerische Bauernverband sieht in den von Land schafft Verbindung organisierten Demos eine Unterstützung für die eigene Arbeit.

Hauptdemo in Bonn?

Eine der größten Veranstaltungen dürfte heute in Bonn stattfinden, wo auch ein Teil des Bundeslandwirtschaftsministerium sitzt. Unsere Kollegen haben bereits Bilder aus Bonn online gestellt.


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Die Bauerndemo in Berlin hat ihr Ziel erreicht, einmal um den Großen Stern an der Siegessäule zu fahren. Die Polizei spricht von 450 Traktoren, es wirkt aber, als wären es mehr.

Protestaktion

Bauerndemo in Würzburg abgebrochen

vor von Claus Mayer

Weit über 1.000 Schlepper waren zu viel: Als Feuerwehr- und Notarztausfahrten blockiert waren, zog die Mainmetropole die Reißleine.

Artikel geschrieben von

Helena Biefang

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Sophia Philipp

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Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Carolin Betz

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Diskussionen zum Artikel

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von Stefan Lehr

@Redaktion

Vielen Dank fuer Ihre Ergaenzung. Allerdings wirtschafte ich ausserhalb Deutschlands und verfolge deshalb die ganze Angelegenheit ueber die diversen moeglichen Internetkanaele. Da war weder bei ARD, ZDF & Co brauchbares ausser Randnotizen zu finden. Es waren eher Negativmeldungen, wie Stauverursacher, etc. Leider! Die Kommentare, die dann von diversen Politikern und auch Polizeisprechern abgegeben wurden gleichen einer Verhoehnung dessen, was uns namhafte Politiker glauben machen wollen. Leider sind wir trotz aller Bereitschaft der Landwirtschaft in Deutschland zu einer Randnotiz geworden. In anderen, speziell osteuropaeischen, Laendern hat die Landwirtschaft einen weit aus respektvolleren Stellenwert in der jeweiligen Gesellschaft. Auch geben die Menschen dort freiwillig mehr Geld fuer ihre Nahrungsmittel aus, als in Deutschland.

von Willy Toft

Die Republik steht Kopf, und das ist gut so!

Die Bauern haben wieder ein Zusammenhalts- Gefühl entwickelt, das anscheinend schon fast verloren galt! Weiter so, und solange wir nichts mit der Politik bewegt bekommen, kommen wir wieder! Wir laden zu Tisch, den Land schafft Verbindung!

von Stefan Lehr

Respekt

Meinen Respekt an Frau Kaniber. Sie ist bis jetzt die Einzige, die sich der Sitution stellt. Alle anderen Minister/innen druecken sich! Was die Berichterstattung angeht, so findet sich auch auf anderen einschlaegigen Medien keine Berichterstattung zu den Demos. Ein Zeichen dafuer, was unser Berufsstand in unserer Gesellschaft wert ist.

Anmerkung der Redaktion

Der WDR hatte heute im Radio den ganzen Tag Thementag, mit Liveschalten nach Bonn, mit Interviews und Reportagen von Höfen inkl. Erklärungen für die Bürger, warum die Bauern protestieren

von Michael Wittmann

Demo in Würzburg

Würzburg ist komplett dicht und in keinem bayrischen Radiosender kommt eine Staumeldung. Unsere Medien halt....... am besten alles tot schweigen.....

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