Molkereien

Markenstrategie der Schwarzwaldmilch geht auf

Die genossenschaftlich organisierte Schwarzwaldmilch konnte 2019 ihren Umsatz auf 209 Mio. € ausbauen. Umsatztreiber ist das Markengeschäft.

Die Differenzierungsstrategie und Konzentration auf Markenprodukte zahlt sich für die Freiburger Molkereigenossenschaft Schwarzwaldmilch weiter aus. Wie Geschäftsführer Andreas Schneider auf der heutigen Bilanzpressekonferenz berichtete, steigerte die Molkerei 2019 ihren Umsatz um 7 % auf 209 Mio. €. Dabei nahm das Markengeschäft mit 11,2 % überproportional zu. Stärkste Umsatztreiber waren die Bioprodukte (+ 21,3 %), die Produktlinie Schwarzwaldmilch (+ 7,6 %) und die lactosefreien Produkte (+ 6,8 %). Bei Bioheumilch-Produkten war das Umsatzplus mit 46,8 % so hoch, dass hier zurzeit das Angebot an Rohmilch der begrenzende Faktor ist.

Auch das Geschäft mit Ingredients, also getrockneten Milchinhaltsstoffen, die vor allem im Werk in Offenburg hergestellt werden, verzeichnete 2019 ein Umsatzwachstum (+2,6 %). Auch hier setzt die Schwarzwaldmilch auf Spezialprodukte mit hoher Wertschöpfung.

Insgesamt verarbeitete die Molkerei mit 277 Mio. kg rund 20 Mio. kg mehr als im Vorjahr.

Überdurchschnittlicher Milchpreis

Die Genossenschaftsmolkerei zahlte 2019 brutto 39,64 ct/kg und damit 1,74 ct/kg über dem Bundesdurchschnitt. Allerdings enthält der Milchpreis der Schwarzwaldmilch auch die Weidemilch und die Milch ohne Gentechnik. Für Biomilch zahlten die Freiburger brutto 54,33 ct/kg und damit etwa 1 Cent mehr als im Bundesdurchschnitt.

Gleichzeitig stieg 2019 der Gewinn des Konzerns auf 4,3 Mio. €, was die Eigenkapitalsitution der Genossenschaft weiter verbesserte. Im Vorjahr erwirtschaftete die Molkerei einen Gewinn von 2,8 Mio. €.

Laut Geschäftsführer Schneider sind die Freiburger Genossen mit stabilen Absatzzahlen ins neue Jahr gestartet. Die Coronakrise habe zwar einen Einbruch beim Absatz an Großverbraucher und einen Rückgang beim Export beschert. Allerdings habe der Zuwachs beim Geschäft mit dem Lebensmittelhandel vieles kompensiert. „Durch unser ausbalanciertes Produktsortiment und die strategische Diversifikation können wir Schwankungen am Markt gut abfangen und stabile, überdurchschnittliche Auszahlungspreise gewährleisten“, ist Geschäftsführer Schneider überzeugt.

Bau des Käsewerks wird geschoben

Diese Strategie will die Schwarzwaldmilch weiterverfolgen. So hält das Unternehmen an der geplante Käsemanufaktur in Titisee-Neustadt mit einem Produktionsvolumen von 1.200 Tonnen fest. Allerdings wird der Bau des Käsewerkes wegen der Covid 19-Pandemie zeitlich etwas geschoben.

Gut geglückt ist offenbar auch der Start der 100 %igen Tochter Black Forest Natur GmbH, die vegane Hafermilchprodukte herstellt. Die Resonanz der Verbraucher auf diese Produkte sei bisher außerordentlich positiv.

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Eine Tochterfirma der Molkerei stellt die vegane Marke Velike! vor. Damit reagiere sie auf aktuelle Ernährungstrends.

Die Freiburger Schwarzwaldmilch-Gruppe konnte ihren Umsatz 2018 vor allem dank der starken Nachfrage nach Bioprodukten um 9,1 % auf 195,4 Mio. Euro steigern. Ein Rekordergebnis.

Kurz vor dem Saisonende verlängert der Bundesligaclub den Vertrag mit den Milchbauern.


Diskussionen zum Artikel

von Matthias Zahn

Sehr gut!

Sehr gut, dass es Molkereien gibt, die tatsächlich für ihre Milchbauern einen Mehrwert durch eine kluge Vermarktung erzielen. Von dieser Sorte brauchen wir mehr!

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