Mortellaro in Schach halten

Die Erreger der Mortellaroschen Krankheit an den Rinderklauen werden immer aggressiver. Wer allerdings die Symptome früh genug erkennt und behandelt, hat gute Chancen die Krankheit im Griff zu behalten.

Die gefürchtete Klauenerkrankung Mortellaro lässt sich mit dem so genannten 5-Punkte-Plan, der von internationalen Tierärzten und Wissenschaftlern erarbeitet wurde, wirksam eindämmen. Das versprach Tierärztin Dr. Andrea Fiedler den rund 25 Teilnehmern des top agrar-Workshops "Mortellaro in Schach halten" gestern am LVFZ in Achselschwang. Aus dem Stall wieder komplett entfernen, lasse sich die durch Bakterien ausgelöste Erkrankung allerdings nicht mehr, so die Spezialistin.  

Zu einer planvollen Bekämpfung gehört nach Dr. Fiedler neben der externen und internen Biosicherheit im Betrieb, eine frühe Krankheitserkennung mit Dokumentation und Einzeltierbehandlung, die Verminderung der Bakterienmenge auf der Klaue und schließlich die Festlegung von Zielen einer Therapie sowie zum Abschluss eine Erfolgskontrolle.

Die Milchviehhalter und Klauenpfleger wurden von Dr. Fiedler und Klauenpfleger Rainer Höfler in Achselschwang intensiv in der Erkennung der verschiedenen Mortellaro-Krankheitsstadien (M1 bis M4.1) geschult, um anschließend die jeweils passende Therapie wählen zu können. Zur Verfügung stehen Antibiotika-haltige Sprays, Cremes und ein spezielles Mortellaro-Pflaster.  In den meisten Fällen rät Dr. Fiedler nach der Behandlung zu einem Verband, um die Heilungschancen zu erhöhen: "Verbände bringen einen nachgewiesenen Zugewinn. Und wer sie konsequent anwendet, muss schon bald kaum noch welche anlegen." 

Woher die bereits 1974 entdeckte Krankheit kommt, weiß bisher niemand. Fakt ist lediglich, so Dr. Andrea Fiedler, dass sie in den letzten fünf bis sieben Jahren immer aggressiver geworden sei und die Erreger mittlerweile sogar in den Hornschuh und in Knochen eindringen würden. 

Verursacht wird Mortellaro durch Bakterien, die so genannten Treponemen, die an der Luft relativ schnell absterben, bei ungünstigen Bedingungen allerdings auch sehr lange lebensfähig sind. Neben dem Tierzukauf und der Hygiene im Stall spielen weitere Stressfaktoren wie Überbelegung oder eine unangepasste Fütterung eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung der Krankheit in der Herde. Zudem fungiere Mortellaro oftmals als Wegbereiter für andere Erreger.

 

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