Bayern

Mortler: „Land- und Forstwirtschaft ist die Wunderwaffe unserer grünen Zukunft“

Die Europaabgeordnete Marlene Mortler traf sich zum Gespräch mit dem Präsidenten des Bayerischen Waldbesitzerverbandes. Hauptthema war der Green Deal der EU.

In dem Gespräch zwischen Mortler und Ziegler ging es um die Biodiversitätsstrategie der EU und ihre Auswirkungen auf die Forstwirtschaft.

Biodiversität vor Waldbesitzern

Viele Waldbesitzer befürchten durch den Plan zur Klimaneutralität weitere Auflagen und Einschränkungen ihrer bewährten Waldwirtschaft. Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes erläutert das Problem: „Der Mensch, speziell der Waldbesitzer, wird in den aktuellen Plänen der EU nicht berücksichtigt. Im Zentrum steht die Biodiversität und nicht – nach dem für uns selbstverständlichen anthropozentrischen Ansatz – der Mensch“.

In Bayern gebe es 700.000 Waldbesitzer, die mit ihrer Arbeit im und für den Wald für Vielfalt sorgen. Damit speichere Bayern 18 Mio. t CO2 jährlich allein durch den Wald. „Das sind 23 % sämtlicher CO2-Emissionen der bayerischen Bevölkerung“, so Ziegler weiter.

„Schützen und Nützen“

Auch die Europaabgeordnete Mortler sieht in den heimischen Wäldern eine große Chance. Laut der Politikerin ist die Land- und Forstwirtschaft die Wunderwaffe unserer grünen Zukunft. Kein anderer Wirtschaftssektor könne Sauerstoff produzieren und gleichzeitig Kohlenstoffdioxid binden.

„Unsere Waldbesitzer stehen für einen modernen Begriff, den Klimawald. Das ist ein Wald, der lebt, gepflegt, genutzt und nachhaltig bewirtschaftet wird – ganz im Sinne von ‚schützen und nützen‘“, so die Agrarpolitikerin weiter.

Problematisch beim Green Deal beziehungsweise der Biodiversitätsstrategie sieht Josef Ziegler die Ausweisung neuer Schutzgebiete und den damit verbundenen Stilllegungsquoten. „Hier werden neue Flächen unter Schutz gestellt und kein Mensch weiß heute, wie diese Unterschutzstellung aussehen soll und welche Bewirtschaftungsauflagen damit verbunden sind“, erklärt Ziegler. Außerdem finde Holz als nachwachsenden Rohstoff nicht genügend Beachtung. „Hier fehlt ein deutliches Bekenntnis der EU zu Holz als Rohstoff in seiner energetischen und stofflichen Verwendung“, so Ziegler abschließend.

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