Öffentlichkeitsarbeit

Nach dem Skandal Premium

Bilder von einem Allgäuer Milchviehbetrieb haben verstört. Die Bauern an den Pranger stellen will kaum jemand. Fruchtet die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirte?

Falls irgendjemand hoffte, dass sich Politik und Medien jetzt wieder völlig auf die Bauern einschießen, dann wurde er wohl enttäuscht. Erstaunlich besonnen war so manche Reaktion auf die Bilder von dem Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach, die die Soko Tierschutz über das ARD-Magazin Panorama veröffentlichte, und die Ereignisse in den Wochen danach.

Vier Allgäuer Landräte positionierten sich pro Bauern: Leidtragende der aktuellen Diskussionen seien „die vielen landwirtschaftlichen Betriebe, die seit Generationen mit viel Herzblut, Sachverstand und Tierliebe geführt werden“. Und die Augsburger Allgemeine stellte fest: Es dürfe nicht sein, dass jetzt eine Hexenjagd auf Landwirte beginnt. „Es ist nicht verhältnismäßig, wenn zur Durchsuchung eines Bauernhofs so viele Beamte anrücken wie zur VW-Zentrale im Dieselskandal“, so das Blatt.

Überraschenden Applaus erhielt Helmut Mader, Geschäftsführer des Bauernverbandes im Kreis Unterallgäu, als er in der Diskussionssendung „Jetzt red i“ im Bayerischen Fernsehen das Wort ergriff: Kein Landwirt wolle, dass man in seinen Stall wochenlang filme. „Wir hoffen auf die Justiz“, sagte er.

Wie reagieren?

Die Bauern stehen also nicht so alleine da, wie der ein oder andere vielleicht glauben machen will. Aber kommt es bei Nichtlandwirten gut an, wenn die Branche nach solchen Veröffentlichungen gleich auf mögliche Regelverstöße seitens der Tierrechtler verweist?

„Vielleicht kontraproduktiv, aber durchaus verständlich“, bewertet Milchviehhalter Stefan Häfele aus Mindelheim im Unterallgäu dies.

Zwei Familien melken auf dem Hof der Häfeles 55 Kühe und vermarkten rund ein Drittel ihrer Milch direkt. Die Landwirte haben daher immer direkten Kontakt zu den Verbrauchern und wissen aus erster Hand, wie diese über die Stallvideos denken. Häfele versteht die Sorgen der Kundschaft – aber auch, warum die Agrarbranche nach der Veröffentlichung eine Abwehrhaltung einnahm.

Druck vom Weltmarkt

„Ich habe kein Verständnis für Tierquälerei. Aber ich weiß auch, ...

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Katharina Riedmeier

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Diskussionen zum Artikel

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von Karlheinz Gruber

Herr Ilchmann

Wer fordert denn immer wieder andere Tierschutz und Umweltstandards bei uns und aus welchen Gründen? Weil doch ca. 95 % der Bevölkerung in der BRD keine Ahnung mehr hat von dem was wir machen und den Leutefängern der NGOPropaganda auf dem Leim gehen. Wie war das doch bei uns in Bayern mit dem Volksbegehren? Sehr viele Fehler im Begehren, die haben es dann mitten drinnen sogar zugegeben, ABER korrigiert wurden sie nicht sondern von unseren Schwarzgrünen einfach durchgewunken mit einem Söderbauernverhöhnungsgesetz und noch schärferen Auflagen für die Bauern und Entlastungen für die anderen Privaten sowie Kommunen!!! Mit wem soll man denn Diskutieren und auf vor allem auf was für einer Basis: Wenn die Fachliche Grundlage fehlt soll ich mit jemand auf Fantasiebasis diskutieren? Weil er glaubt damit Richtig zu sein? Beispiel: ES brennt, die Feuerwehr kommt und beginnt mit Wasser zu löschen. Aktivist X hat aber im Internet recherchiert und in einschlägigen Kreisen gehört und in einem Artikel gelesen, nicht Wasser sondern Rotwein hat die bessere Löschwirkung und der behauptet das steif und fest weiter. Soll die Feuerwehr vor dem Löschen jetzt zu diskutieren anfangen und vor allem, bei dieser BASIS überhaupt diskutieren? Dasselbe Problem haben wir Bauern. Wir diskutieren auf niederstem Fachwissenniveau von Aktivisten. Wir diskutieren zum Teil Wunschdenken! Mit vielen Wunschvorstellungen. UND AUF DEM WELTMARKT, da wir ja nicht mal abgeschottet sind. Von draußen kommt Zeug rein, da wären wir schon alle eingesperrt. Daher muß entweder die fachliche Seite Grundlage sein, oder Sie haben das System immer noch nicht verstanden um was es hier geht. Und das ist hier gemeint

von Ottmar Ilchmann

@Grimm

Haben Sie den Artikel gar nicht gelesen, Herr Grimm? Ihr Kommentar geht doch an der sehr differenzierten Darstellung dort vollkommen vorbei! „Wenn neue Umwelt- oder Tierschutzgesetze anstehen, werden wir im Dialog mehr erreichen als Gegeneinander“, Zitat Landwirt Häfele. Nur so kann´s gehen. Sie verfolgen anscheinend andere Interessen...

von Wilhelm Grimm

Nach dem Skandal ist vor dem "Skandal".

Das werden sich unsere Gegner nicht entgehen lassen. denn stetige, immer wiederkehrende Negativmeldungen, ob wahr oder unwahr, sind für erfolgreiche landwirtschaftsfeindliche kampagnen unserer Gegner und Hasser überlebenswichtig. Aus den jünsten Scharmützeln gegen uns und unser Eigentum sol ist bereits eine Massenpropaganda entstanden, der auch ein Ministerpräsident erlegen ist, wie die Entwicklung des Volksbegehrens in Bayern zeigt. Die Grünen und ihre Mitstreiter in den Regierungen haben eine langfristige Strategie, um an unsere Flächen zu kommen, nämlich ohne Fakten aber mit Baauchgefühl, die in Themen der Landwirtschaft bildungsfernen städtischen Bürger gegen unseren Berufsstand zu mobilisieren. Unsere Antworten sind nur Stückwerk ohne Strategie und häufig mit Naivität und auch Unterwürfigkei beseelt. Wir aber benötigen eine Strategie und massentaugliche Kampagnen. Das aber hat der Berufsstand bisher nicht auf die Beine gestellt.

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