Tierschutz

Nach Stallvideo: Käserei Champignon nimmt Milch nicht mehr

Nach einem "Report Mainz"-Bericht über mutmaßliche Tierschutzverstöße auf einem Allgäuer Milchviehbetrieb stellt das Unternehmen die Milchabholung ein.

Nach einem Beitrag in der ARD-Sendung "Report Mainz" über einen Unterallgäuer Milchviehbetrieb will die Hofmeister GmbH & Co. KG, bekannt als Käserei Champignon aus Lauben, keine Milch mehr von dem Betrieb annehmen.

In einer Online-Stellungnahme verweist das Unternehmen auf "ethische und moralische" Bedenken. Man sei von den Vorfällen sehr betroffen und bekenne sich zum Tierwohl. Zuletzt habe die Firma im März kontrolliert, ob der Betrieb die vereinbarten Standards in der Milchproduktion einhält.

Auf Nachfrage von top agrar ergänzte das Unternehmen: "Tierschutzverstöße sind durch uns nur bedingt überprüfbar und liegen in der Verantwortung der Veterinärämter. Die Molkereien werden erst bei aus Sicht des Veterinäramtes gravierenden Verstößen oder einer Sperrung des Betriebes informiert. Daher haben wir keine Kenntnis von den vom Amt festgestellten Missständen erhalten. Wir nehmen den Vorfall zum Anlass, die bisherigen Kontrollen neu zu bewerten."

Auch Vion, das den von dem Betrieb belieferten Schlachthof in Buchloe betreibt, will "bis zur Klärung der Verstöße" keine Tiere von dem Betrieb mehr annehmen.

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Katharina Lütke Holz

Redakteurin Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Johann Schmid

Realitätsfern&Lügenpresse

Wenn ich die Kommentare hier so lese von ehemaligen Tierhaltern, das Video ansehe, fällt mir sonst nichts mehr ein. Vergessen wohl alle ordentlichen und erwachsenen und arbeitenden Menschen wie es bei einem Ort von 800 Menschen so aussieht. Immer wieder werden leider welche sterben, einige werden im Krankenhaus liegen, in großen Schmerzen, bei einigen wird man nicht wissen ob sie den nächsten Tag erleben. Aber auch einige werden wieder Erwarten genesen und gesund werden. Jeder sollte nachdenken wie schwer es ist kranke große Rinder zu verladen, dass wenn diese nicht immer wieder aufstehen, nach einiger Zeit, sich einfach garnicht mehr aufrichten können. Sollte er jede kranke Kuh sofort erschiessen oder per Hand in den Strohstall tragen. Wie hätten sich dies die Heuchler und Hochspieler dieses Videos vorgestellt - am Schluss mit Kunstmilch - Danke da weiss dann jeder gestandene Bauer bescheid. Sofort keine Milch mehr abnehmen, kein Tier mehr zu kaufen um sich aus dieser inzwischen seltsamen Presse wegzudrücken - da kann man nur noch den Kopf schütteln. Dieses Video gehört sofort verboten - diese Einbrecher und Wichtigmacher verurteilt, Der Betrieb ohne Achtung dieses aufbauschenden Videos - kontrolliert - evtl. Missstände abgestellt - wo sind wir denn hingekommen - was würden diese Leute sagen, wenn man in Ihren Privaträumen Videos dreht und dann Ihr Tun hochspielt und sogar öffentlich macht.

von Erwin Imschloss

Kontrollen zu bürokratisch

Um Schwarze Schafe herauszuholen wären gerade bei Großbetrieben dringend mehr unangemeldete Kontrollen auch zu unangenehmen Zeiten (Melkzeit) nötig. Für Beamte und sonstige Kontrolleure ist es natürlich sehr bequem um 10 Uhr (wenn alles sauber und aufgeräumt ist) zu kommen, 15 Minuten im Stall zu verbringen und sich dann bis zur Mittagspause im Büro zu verkriechen. Solche Kontrollen sind ineffizient und unnötig! Tierquäler und Arzneimittelsünder wird man so nicht finden, und diese werden weiterhin großen Schaden für die gesamte Landwirtschaft anrichten. Außerdem müsste der Vorschriftendschungel dringend ausgemistet werden!

von Gerhard Rieder

Geschlossen

gehören solche Betriebe! Hier geht es nur um das Ego des Betriebsleiters, die Ursache liegt meist in einem "euch werd ich es zeigen wie Landwirtschaft geht" . Alles auf Kosten der Tiere und der ausländischen Mitarbeiter. Das hat aber rein gar nichts mit der Betreibsgröße zu tun, ich kenne einige Betriebe im Osten Deutschlands wo das super klappt....

von Thilo Frankfurth

Berichterstattung...

natürlich lässte die Art der Berichterstattung zu wünschen übrig und auch das der Name des Betriebs gleich im Internet kursiert! Aber man sollte nicht vergessen, dass wir es hier mit Lebewesen zu tun haben, für dessen Haltungsbedingungen, bzw. dem Umgang der Tierhalter die Verantwortung zu tragen hat! Dieser Betrieb hat den Respekt vor den Tieren verloren, er hätte wissen müssen, das solche gravierenden Verstöße irgend wann ans Licht kommen! Dann muss ich leider sagen, das es mir dann egal ist, wie es ans Licht kommt! Wie bitte schön sollen den die Veterinärämter solche Tierschutzverstöße überhaupt heraus finden, wenn 1% der Antragsteller nur überprüft werden? Durch solche Betriebe verlieren wir den Zuspruch der Bevölkerung.....das ist dann schon traurig. Als ehemaliger Tierhalter blutet mir das Herz, wenn ich solche Szenen sehe! Den Verantwortlichen sollte man ein Tierhaltungsverbot erteilen, aber wahrscheinlich trifft es ein paar Billigtagelöhner aus Osteuropa!

von Hans Nagl

Unschuldsvermutung ???

Das traurige dabei ist doch das Bauern 100te von Handfesten usw. halten für ein besseres Image, und dann so ein Betrieb das alles zunichte macht. Die ganze Sache ist doch wieder ein Super Webung für Vegane und Vegetarische Produkte.

von Harald Butenschön

Unschuldsvermutung?

In Deutschland gilt auch für Vergewaltiger, Mörder und Kinderschänder die Unschuldsvermutung. Für Bauern ist so ein Luxus wohl nicht mehr gegeben...

von Willy Toft

Skandal um jeden Preis! Tierschutz muss sein, aber der Pranger lässt grüßen!

Wie hier mit einem Betrieb umgegangen wird, der offensichtlich Tierschutzverstöße begangen hat, ist eine Vorverurteilung, die wir aus grauen Vorzeiten kennen! Die Beurteilung der Lage sollten wir alle den zuständigen Behörden überlassen. Nach den Bildern, kann man da nichts entschuldigen, es ist einfach nicht schnell genug, mit Nachdruck richtig reagiert und gehandelt worden. Den Schaden trägt der Betrieb sowieso, wobei eine schnelle Nottötung der kleinste Schaden, und humaner wäre. Was jetzt alles auf so einem Betrieb einprasselt, schadet diesen direkt, und unser ganzen Branche gleich mit! Es wird jetzt wieder einmal alles Hinterfragt, was da auf den Höfen gemacht wird. Ein hoher Arbeitsdruck entschuldigt so ein "Verhalten" auch nicht.

von Matthias Zahn

Tierschutz schön und gut.....

Aber ich gebe meinen Vorrednern damit Recht, dass die Ahndung solcher Verstöße in die Hände der Behörden gehört. Alles andere ist Selbstjustiz und nicht akzeptabel....

von Hans Nagl

Kommentare in der Süddeutschen eine Ka..........

https://www.sueddeutsche.de/politik/tierschutz-landwirtschaft-kuehe-stall-tierquaelerei-leserdiskussion-1.4517579

von Eckehard Niemann

Hintergrund-Informationen zum Betrieb

Im Jahre 2006 war Franz Endres von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) zu den DLG-Unternehmertagen als Referent eingeladen: „Mehr Rendite durch Spezialisierung – Milch günstig produzieren und gekonnt vermarkten“ – so der Titel seines Vortrags (siehe Link zu Präsentation unten). ----- Sein Motto: „Die Produktion optimieren: - hohe Milchleistung, - Arbeitsabläufe optimieren. Es sei wichtig, durch geringe Arbeitserledigungskosten auch dann noch Geld zu machen, wenn die Milchpreise schlecht seien. ----- Hier berichtete er noch vom Erwerb zweier weiterer Milchviehbetriebe in Ostdeutschland: --- 1999 in Bad Liebenwerda/Brandenburg mit 250 Kühen und 200 Hektar (Vermarktung an Campina) und --- 2006 in Löbau/Sachsen mit 150 Kühen und 114 Hektar (Vermarktung an Müller-Milch). ------ Endres beendete sein Referat damals mit dem Spruch „Im Osten geht die Sonne auf“: Man müsse die Wachstumsmöglichkeiten im Osten nutzen, weil die betrieblichen Wachstumsbedingungen dort besser seien als im Allgäu. ---------- Als Franz Endres später im Frühjahr 2013 bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein referierte, da hatte er laut „Bauernblatt Schleswig-Holstein, Link s.u.)seine beiden ostdeutschen Betriebe schon „abgewickelt“ und dafür den Allgäuer Standort an- und ausgebaut. Endres: Der Arbeitskräftebesatz werde gering gehalten. Fünf Melker aus Polen teilten sich die Arbeit im Melkhaus. Das „Bauernblatt“ wusste damals auch noch zu berichten, dass Endres sehr wohl auch die „Anforderungen der Gesellschaft an seinen Betrieb“ sehe… ------------- Googelt man, so findet man etliche Berichte darüber, dass Verbände und Institutionen aus dem Bereich der Landwirtschaft mit Interesse an Groß-Betrieben oder dem „Management im Wachstumsbetrieb“ den Endres-Betrieb besichtigten: Da wird u.a. berichtet, dass 80 Kühe zugleich im Melkkarussel zweimal am Tag gemolken würden: Das mache eine „Stundenleistung von 300 bis 400 Kühen“… ---------- Die Südwestpresse berichtet im Rahmen einer Buchrezension am 7.4.2016 über den Endres-Betrieb: „…Landwirtschaft, sagt Franz Endres, Jahrgang 57, sei heute eingebettet in die Gesetze einer globalisierten Welt. Die Zukunft? Wird gestaltet von Besseren, Schnelleren oder von Anderen. …“ In einigen Artikeln wird Endres als „Kuhmensch“ beschrieben, auch von „Kuhverstand“ ist die Rede.

von Andreas Demann

Habe den Bericht gestern Abend gesehen und war sprachlos. Sicherlich gibt es auf einem Betrieb mit so ca. 1500 Kühen auch mehr kranke Tiere. Aber wie dort mit den Tieren umgegangen wird geht im wahrsten Sinne auf keine Kuhhaut. Wie kann es sein das bereits notgetötete Kühe noch am Schlachthof angeliefert und angenommen werden? Dem Landwirt (wenn man Ihn so noch bezeichnen kann) empfehle ich seine Einstellung am lebenden Tier ganz schnell zu ändern.

von Paul Siewecke

bei aller Tierliebe...

Tierschutzverstöße haben die zuständigen Behörden aufzuklären und ggf. zu ahnden. Was hier mit diesem Betrieb gemacht wird ist öffentliche Selbstjustiz und eines Rechtsstaates unwürdig! Wenn z.B. an den Videos nicht so viel dran ist wie behauptet, wer kommt dann für den wirtschaftlichen Schaden auf, vom jetzt schon ruinierten Image ganz zu schweigen!

von Rudolf Rößle

Gekühlte Transporter

Wer hat dem Betrieb das Angebot gemacht, Tiere getötet noch zu transportieren? Verunglückte oder kranke Tiere gehören behutsam in die Krankenbox transportiert ( auf weichen Ziehmatten), was bei diesem Gewicht nicht immer leicht ist und mehrerer Personenhilfe bedarf oder direkt vom Tierarzt eingeschläfert.

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