Niederösterreich erlaubt Abschuss von Wölfen

Das Land Niederösterreich hat eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, die es erlaubt, Wölfe in bestimmten Fällen abzuschießen. Heftige Kritik kommt dabei vom WWF.

Das Land Niederösterreich hat eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, die es erlaubt, Wölfe in bestimmten Fällen abzuschießen. Heftige Kritik kommt dabei vom WWF.


Nach einer Vielzahl tödlicher Risse von Nutztieren durch den Wolf hat das Land  Niederösterreich nun gesetzliche Schritte vollzogen, um dem Raubtier Einhalt zu gebieten. Konkret wurde der Paragraf 100a des Jagdgesetzes abgeändert , damit die Bezirkshauptmannschaften (Österreichische Verwaltungsbehörden) Jagdausübungsberechtigten nun Aufträge erteilen können: Vom Fang über Betäubung bis hin zum Abschuss. Mit anderen Worten: Taucht ein sogenannter „Problemwolf“ auf, muss das der Gemeinde gemeldet werden. Danach landet der Fall bei der Bezirksverwaltung. Und dort wird entschieden, wie mit dem Tier umgegangen werden mus. Nach Vergrämung, Fang und Betäubung sei das Töten dabei allerdings in jedem Fall das letzte Mittel. Ab 1. November soll der Beschluss offiziell in Kraft treten.


Nicht nur abschießen, sondern auch dulden

Es gehe um Maßnahmen, die die Akzeptanz für den Wolf steigern sollen, sagte der Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Der Stufenplan mit Herdenschutz und Entschädigung bleibe, hielt er fest. Das sei kein Freibrief für den Abschuss von Wölfen. Er wisse, dass in Regionen, die nicht betroffen sind, die Stimmung postitiv gegenüber dem Wolf sei. Dennoch müsse man von Bezirk zu Bezirk individuell entscheiden, so Pernkopf weiter. Nierderösterreich werde sich jedenfalls nicht von selbsternannten Experten in Wien etwas vorschreiben lassen, bekräftigte der Politiker.

Außerdem will der ÖVP-Klub zusätzlich in der Landtagssitzung eine Resolution einbringen. Laut dieser müsse der Wolf in einer bestimmten Zone, etwa am Truppenübungsplatz Allentsteig im Bezirk Zwettl, streng geschützt sein, ansonsten solle es aber Regulierungsmöglichkeiten geben, berichtet der ORF Niederösterreich.


WWF gegen Anti-Wolf-Aktion

Der WWF Österreich kritisiert die beschlossene Novelle des niederösterreichischen Jagdgesetzes. Sie sei eine populistische Schnellschuss-Aktion ohne naturschutzfachliche Grundlage und ohne ausreichende öffentliche Begutachtung. Damit wolle die Landesregierung von ihren eigenen Versäumnissen im Wolfsmanagement ablenken. Jahrelang sei wenig bis nichts getan worden, um die Bevölkerung sachlich zu informieren, Weidetierhalter zu unterstützen und fachgerechten Herdenschutz zu ermöglichen. Daher werde jetzt eine Sicherheitsgefährdung herbeigeredet, um Abschüsse von Wölfen zu rechtfertigen.

Gleichzeitig werde der EU-rechtlich gesicherte Artenschutz konsequent schlechtgeredet, kritisiert WWF-Experte Christian Pichler. Die Sorgen der Bevölkerung müssten absolut ernst genommen werden, aber das in der Novelle dargestellte Bedrohungsszenario sei völlig übertrieben. Anstatt ein seriöses Wolfsmanagement aufzubauen, werde sofort nach der Flinte gerufen, mahnt Pichler.


 


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