Ökolandbau: Diskussion um Zukauf von konventionellem Futter Premium

Ob Biobetriebe angesichts der verbreiteten Futterknappheit konventionelles Futter zukaufen dürfen, wird unter Praktikern kontrovers diskutiert

Anja Frey, Demeter-Bäuerin aus dem schwäbisch-fränkischen Wald (Bildquelle: Privat)

Ob Biobetriebe angesichts der verbreiteten Futterknappheit konventionelles Futter zukaufen dürfen, wird unter Praktikern kontrovers diskutiert. In der aktuellen Ausgabe Nr. 9/2018 von top agrar Südplus tauschen zwei Biolandwirte ihre Argumente dazu aus. PRO: Die Pro-Argumente von Anja Frey, Demeter-Bäuerin aus dem schwäbisch-fränkischen Wald: "Angesichts der Dürre frage ich mich, ob ich mit meinem Betrieb wirklich auf einem klimaschonenden Weg bin und was ich noch tun kann, dass solche Wetterveränderungen nicht noch mehr überhand nehmen. Einen Teil unserer Milch füllen wir in unserer Hofmolkerei als Vorzugsmilch ab und vermarkten sie an Geschäfte und Privatkunden im Raum Stuttgart, den anderen Teil verkaufen wir an die Demeter-Molkerei Schrozberg. Für unsere 50 Milchkühe und Nachzucht suchen wir ganz dringend Bioheu. Uns fehlen wegen der Dürre über 60% Futter von un-seren Flächen. Momentan bekommen die Kühe das Winterfutter, das normalerweise erst ab Oktober vorgesehen war. Wir konnten dieses Jahr einen guten 1. Schnitt und einen eher mittelmäßigen 2. Schnitt einfahren. Alle Vorräte sind aufgebraucht. Vor Kurzem gab es seit zehn Wochen wieder Regen – leider nur zwei Liter. Der Markt für Biofutter, aber auch für ...

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Artikel geschrieben von

Silvia Lehnert

Redakteurin SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Anke Möbius

Getroffene Hunde bellen.....(nochmals)

...kann ich dazu nur sagen, und natürlich ist es eine Frechheit, dass es jemand wagt, die konventionellen Kollegen zu kritisieren und zu allem Übel noch eine Frau ! Aber was soll´s, es geht doch letztlich nicht um diese kleinen Spitzfindigkeiten, sondern es geht um Geld und zwar um viel Geld, dass Agrarchemie und Agrartechnik nicht mehr verdienen würden. Und wer immer noch glaubt, als Landwirt bei dem Geschäft dabei zu sein, welches Händler und Verarbeiter machen, der braucht doch nur die Differenz zwischen dem Preis auszurechnen, den er für die Herstellung seiner Produkte bekommt und dem, was es dann im Laden kostet. Wie heißt es doch so schön: An der Landwirtschaft wird gut verdient; in der Landwirtschaft eher nicht. Aber um welche Fakten geht es denn ? Etwa die von den verschwundenen Insekten, Vögeln und Amphibien, den verkrüppelten Ferkeln in Dänemark, den toten Rindern in Niedersachsen, den krebskranken Bauern in den USA, den missgebildeten oder totgeborenen Kindern in Argentinien ? Und Sie wollen mir Überheblichkeit vorwerfen ? Wieviel Zynismus braucht ein Mann eigentlich dafür ? Auf meine Kommentare mit Quellenangaben wird merkwürdigerweise nie reagiert, ja auf was denn auch. Und um sein jeweiliges Weltbild oder die eigene Wirtschaftsweise zu stützen, wählt schließlich jeder die für ihn "passenden Fakten" selbst aus. Schade nur, dass dabei so viel Ignoranz mitschwingt, um die Veröffentlichungen der letzten 30 Jahre von Umweltbundesamt, Bundesumweltministerium, Bundesamt für Naturschutz, Nachhaltigkeitsrat, FAO, UNO, UNCTAD und dem Weltagrarbericht auszublenden. Viele Hundert Wissenschaftler und ihre Arbeiten zeigen eben auch ein anderes Bild und diese als Spinner und Idioten hinzustellen, ist schon heftig. Aber Verbraucher und verantwortungsvolle Wissenschaftler und Politiker werden uns hoffentlich den Weg zeigen, der akzeptiert wird und nachhaltig ist. Im Übrigen kann sich jeder Leser hier anschauen, wann, wie oft und zu welchen Zeiten die Hauptkommentatoren schreiben und dann selbst beurteilen, ob es darunter auch aktive Landwirte gibt, ich jedenfalls habe mehr mit meinem Betrieb zu tun, als mit dem Kommentieren, denn ich muss von ersterem leben... (Daumen wie immer egal)...

von Heinrich Esser

Ja, dann sagen Sie mir bitte wo ich so gehandelt habe. Komischerweise verbinde ich das Ignorieren, Diffamieren und Angreifen mehr mit Ihnen als mit anderen Kommentatoren hier und das wollte ich Ihnen auch gesagt haben, vor allem wenn ich mir den langen Kommentar an Frau Möbius durchlese. Auch fällt mir auf, dass Sie häufiger nach Beweisen gefragt werden und die Beweisvorlage ablehnen, da dies "links-grün" ist. Und dann hier von Fakten und nicht von Ideologie zu sprechen, stimmt mich doch nachdenklich. Jedenfalls ist mir das in letzter Zeit häufiger aufgefallen (ich lese hier ja nicht jeden Artikel).

von Wilhelm Gebken

Machen Sie das Herr Esser! Folgendes finde ich äußerst bedauerlich und das betrifft nicht nur Sie, sondern auch Leute wie Frau Möbius, Herr Niemann und z. B. Frau Baerbock:

Es ist völlig egal welche Fakten (also echte Fakten, keine Ideologie) jemand in die Diskussion einbringt, diese werden ignoriert, diffamiert und wenn das nicht hilft wird die Person angegriffen. Oftmals leider mit Erfolg. Ich mag das überhaupt nicht! Sobald Sie mir ein stichhaltiges Sachargument bringen werde ich es prüfen und, falls ich es für korrekt befinde, Ihnen auch so mitteilen. Falls ich es nicht verstehe werde ich Ihnen auch das mitteilen. Es ist mir dabei völlig egal von wem korrekte bzw. bedenkenswerte Argumente kommen. Exakt dasselbe erwarte ich aber auch von meinem Gegenüber. Jedoch oftmals vergebens, bedauerlicherweise.

von Heinrich Esser

Bei den Agrarfakten habe ich Sie tatsächlich mit Herrn Bothe verwechselt. Zu den Studien weiß ich gerade nicht, welche Sie meinen. Und da Sie anscheinend nicht einsehen, dass auch ohne mineralischen Dünger Sie nicht der Einzige sind, der ordentliche Landwirtschaft betreiben kann, gebe ich mich hier geschlagen. Ich kann ja bei nächster Gelegenheit allen Biolandwirten sagen, welche Verbrecher sie sind, wenn das Ihnen recht ist.

von Wilhelm Gebken

Na ja, Herr Esser, zunächst einmal sollten Sie aufhören in meine Texte Dinge hineinzuinterpretieren die ich nicht gesagt habe. Wo habe ich z. B. geschrieben, dass ich mit dem Inhalt von "Agrarfakten" übereinstimme?

Solche Falschbehauptungen passieren Ihnen auffällig häufig. Absicht? Derselbe Fehler ist Ihnen offenbar bei den von mir kritisierten Studien unterlaufen: Welche der von mir als unzureichend kritisierten Studien hält denn nach Ihrer Meinung einer wissenschaftlichen Überprüfung stand? Übrigens: Ich habe gerade die Düngebedingungen von Demeter gelesen: Meine Vermutung ist bestätigt. Demeterbetriebe dürfen nur biozertifizierten Dünger verwenden. D. b., egal wo der Dünger herkommt, er musste an irgendeiner Stelle dem Boden "weggenommen" werden ohne dass der Landwirt ihn dort ersetzen konnte. Sie können sich drehen und wenden wie sie wollen: Biolandbau (auch Demeter) ist Raubbau am Boden. Das was Ihr Vorzeigebetrieb betreibt ist die "gute alte Eschwirtschaft" und die gehört verboten.

von Heinrich Esser

Bitte entschuldigen Sie meine späte Antwort, war viel zu tun...

Also nochmal: Sie kennen den Betrieb nicht und alles bzgl. N-Düngung sind reine Vermutungen. Er wird bestimmt keine 200 kg N düngen, das tun wir auch nicht, aber es funktioniert nunmal ganz gut, und das nach mehreren Jahrzehnten Demeter. Ich würde Ihnen vorschlagen, Herr Gebken, keine Zeit mehr mit irgendwelchen Vermutungen dazu zu verschwenden und es einfach zu akzeptieren, dass es so ist. Und nein, wir sind keine Gewitterregion, so dass wir dadurch zusätzliche Stickstoffeinträge haben, so wie es z.B. in einigen Regionen Bayerns der Fall ist. Frau Möbius muss ich im Übrigen zustimmen: Ich werde nicht von Biobauern beschimpft. Wenn Sie da weiter Zwietracht säen wollen, dann ist mir das egal, ich mache da nicht mit. Zuletzt noch: Sobald hier wissenschaftliche Studien erwähnt werden, mit denen Sie nicht einverstanden sind, bezeichnen Sie die Wissenschaftler regelmäßig als "links-grün" und weisen ihre Studien ab, aber sobald irgendetwas von "agrarfakten.de" kommt, ist das das Maß aller Dinge? Sicher steht da teilweise die Wahrheit, aber wie gesagt, auch nur viel halbes. Da orientiere ich mich lieber an aktuellen Wissenschaftlern wie Mußhoff, Hirschauer und Grethe. Auch wenn deren Ansichten vielleicht von Ihrer Weltanschauung abweichen, steckt dort mehr Kompetenz hinter. Vielleicht machen Sie sich mal Gedanken darüber und sehen nicht immer alles nur Schwarz-Weiß, sondern lassen auch mal andere/neue Ideen an Sie ran treten.

von Wilhelm Gebken

Typisches Verhaltensmuster von Gutmenschen /Gesinnungsethikern

Eigentlich ist der Disput in diesem Kommtenarbereich zum Ökolandbau ein Glücksfall. Denn es zeigt wie in einem Brennglas das typische Verhaltensmuster der Gutmeinenden aber Schlechthandelnden: 1.) Zuerst beteiligt sich der "moralisch Überlegene" an der Diskussion ohne allerdings etwas zur Sache beizutragen, sondern er oder sie verweist auf "eine Vielzahl von Studien" die angeblich das Gegenteil von den Aussagen der hier diskutierenden Fachleute belegen sollen. 2.) Wenn das nicht hilft, kommt das "argumentum ad hominem". Sprich eine beteiligte Persönlichkeit wird persönlich diffamiert, hier: "hatte ich bereits in einem früheren Kommentar angemerkt, dass die Homepage von Herrn Breitschuh, einem emeritierten DDR-Agrarwissenschaftler betrieben wird". 3.) Sobald dieDiffamierung als das was sie ist aufgedeckt wird, kommt die Flucht nach vorn, indem der Gutmensch sich selber überhöht: "Ich kann keine wissenschaftliche Analyse oder ähnliches finden". 4.) Unmittelbar darauf erfolgt der Angriff auf alles was nicht "gut" ist: "Bisher habe ich noch von keinem Öko-Kollegen ähnliche Beschimpfungen über konventionell wirtschaftende Kollegen gelesen." 5.) Der Rundumschlag ist immer verbunden mit der einseitigen Beendigung der Diskussion, denn es wird brenzlig für ihn/sie: "Nur soviel zum Thema, welches ich hier nicht weiter kommentiere." Kennen wir doch, oder? Merkel? Seibert? 6.) Wird er/sie dann doch noch auf dem falschen Fuß erwischt, erfolgt der gezielte Angriff auf diese Person, indem versucht wird diese zu diffamieren und zu diskreditieren: "soviel Unsinn über ökologische und biologische Prozesse habe ich bisher noch nirgendwo gelesen. Blitze düngen also unseren Acker, mein Gott was für eine Theorie." 7.) Natürlich verbunden mit der Ankündigung, den "Unsinn" ausführlich aufzudecken: "Aber ich melde mich später nochmals ausführlich zu diesem Thema, welches man so nicht stehenlassen kann...." 8.) Jetzt aber hat der/die Gutmensch/in den entscheidenden Fehler gemacht: Er/Sie hat sich zur Sache geäußert! Gutmenschen/Gesinnungsethiker haben aber nun mal von der Sache, egal welcher, keinerlei Ahnung. Müssen sie ja auch nicht, denn in ihren Augen zählt allein ihr guter Wille. 9.) Sobald der Gutmensch gezwungen ist sich mit der Sache auseinanderzusetzen, wird er sehr schnell merken, dass er/sie sich bis auf die Knochen blamiert hat und er/sie wird das tun was solche Leute in solchen Situationen immer tun: Abtauchen bis Gras über die Sache gewachsen ist und sie bei Punkt 1.) wieder anfangen können. Liebe Berufskollegen: Achtet darauf! Dieses Muster wird Euch bei jeder Diskussion begegnen bei denen Gesinunngsethiker beteiligt sind! Nur wenn Ihr vorher wisst was kommt, könnt Ihr gewinnen! Zwingt sie, sich zur Sache zu äußern!

von Wilhelm Gebken

@Anke Möbius: Sie scheinen überhaupt keine Ahnung von gar Nichts zu haben, wollen aber bei landwirtschaftlichen Themen mitreden?

Es wundert mich überhaupt nicht mehr, dass von Ökobefürwortern nur Unsinn kommt. Viel Spaß beim Suchen! Ach ja: Sie melden sich doch sicherlich auch, wenn Sie mir Recht geben müssen? Oder machen Sie es dann wie alle anderen Öko´s und verstecken sich, bis die Luft wieder rein ist? Selbst Wikipedia ist schlauer als Sie: https://de.wikipedia.org/wiki/Stickstofffixierung#Abiotische_Stickstofffixierung: "Durch Blitzschlag bei Gewittern, Verbrennung und Vulkane: aus Stickstoff und Sauerstoff der Luft entstehen Stickoxide, die mit Wassertröpfchen in der Atmosphäre zu Salpetriger Säure bzw. Salpetersäure reagieren und als Saurer Regen in den Boden gelangen. N 2 + O 2 → 2 N O und 4 N O + 3 O 2 + 2 H 2 O → 4 H N O 3 ". Übrigens: Das Haber/Bosch-Verfahren zur Herstellung von Stickstoff imitiert die chemischen Reaktionen, die bei elektrischen Entladungen in der Atmosphäre ablaufen.

von Anke Möbius

Herr Gebken,

soviel Unsinn über ökologische und biologische Prozesse habe ich bisher noch nirgendwo gelesen. Blitze düngen also unseren Acker, mein Gott was für eine Theorie..... Aber ich melde mich später nochmals ausführlich zu diesem Thema, welches man so nicht stehenlassen kann....

von Wilhelm Gebken

@Heinrich Esser, doch es besteht Grund vom Schlechtesten, dem Raubbau am Boden, auszugehen. Anders ist Biolandwirtschaft, besonders Demeter, nicht möglich.

In Kürze: Es ist die Tendenz der Natur Boden aufzubauen. Das macht sie seit Milliarden Jahren. Den dafür benötigten Stickstoff (C/N-Bindung) erhält sie dafür aus der Atmosphäre durch Energieentladungen (Blitze). Ca. 20-30 kg pro ha und Jahr. Damit bindet dieser Stickstoff ca. 500 kg Kohlenstoff bzw. 1,5 t CO2 pro ha und Jahr in der Biosphäre. Nur aus diesem Grunde und den damit verbundenen Umbauprozessen des Lebens existieren Pflanzen, Tiere und Menschen. Vor ca. 10.000 Jahren hat dann der Mensch gelernt, dass er nicht auf das Jagen und Sammeln in der Natur angewiesen ist, wenn er selber seine Nahrung anbaut, quasi Gottgleich. Ein Konflikt der sehr anschaulich in der Genesis bzw. in noch viel älteren sumerischen Schriften dargestellt ist. Seitdem entnimmt der Mensch an geeigneten Stellen der Natur mehr als diese mit Hilfe der Energieentladungen in der Atmosphäre nachliefern kann. 10.000 Jahre Raubbau an der Natur waren die Folge. Erst mit der Bosch/Haber Methode hat der Mensch gelernt zusätzlichen Stickstoff zu gewinnen, den Raubbau zu beenden und die Bodenbildung wieder in Gang zu setzen. Jetzt gibt es aber Menschen, die nicht den Bodenaufbau für die natürliche Tendenz des Leben halten, sondern die den Abbau der Biosphäre für das natürliche Verhalten des Lebens halten, was bereits ein Widerspruch in sich ist. In der Praxis sieht das dann so aus, dass diese Leute das Haber/Bosch Verfahren zu Teufelszeug erklärt haben und behaupten, man dürfe nur die "natürliche Bodenfruchtbarkeit" nutzen. Also das, was die Natur mühsam aufgebaut hat, soll wieder abgebaut werden. Wenn also der Demeterbetrieb genau so viele Kartoffeln erntet wie ein Konvibetrieb bedeutet das, dass er dem Boden, also der Natur, ca. 200 kg Stickstoff entzogen hat. Möglich ist das nur, in dem die C/N-Bindung dieser 200 kg Stickstoff aufgehoben wird. Es lässt sich leicht ausrechnen, dass dies 4.000 kg Kohlenstoff, umgewandelt in 12.000 kg CO2 entspricht die in die Atmosphäre ausgasen. Der Konvi-Betrieb hingegen hat den Stickstoff nicht dem Boden entzogen, sondern dem Boden diesen Stickstoff zugeführt. Zusammen mit dem durchschnittlichen Stickstoffüberschuß der konventionellen Landwirtschaft von 50 kg/ha ergibt sich eine CO2-Speicherleistung von 3.000 kg pro ha und Jahr. Fazit: Konventionelle Landwirtschaft entspricht der natürlichen Tendenz des Lebens zum Aufbau der Biosphäre, während die "ökologische Landwirtschaft" die Grundlagen des Lebens zerstört.

von Wilhelm Gebken

@Anke Möbius Zitat: "Bisher habe ich noch von keinem Öko-Kollegen ähnliche Beschimpfungen über konventionell wirtschaftende Kollegen gelesen"

Nein? Haben Sie nicht? Doch haben Sie: Täglich, stündlich! Biobauern lassen beschimpfen, über ihre Verbände und über die Grünen. Wie wäre es wenn sich Biobauern mal von diesen Beschimpfungen, Verunglimpfungen und Diffamierunegen distanzieren? Bisher bin ich der Einzige!

von Anke Möbius

Sorry,

ich kann auf Agrarfakten keine wissenschaftliche Analyse oder ähnliches finden....... Was ich hier jedoch immer wieder lese, sind die lauten Aufschreie konventioneller Kollegen, wenn es um das Thema Ökolandbau geht. Da ist dann die Rede von "rückwärtsgewandt, mittelalterliche Methoden und Erträge, Spinner, Raubbau....usw.usw." Es wird stets ein regelrechter Hass oder Neid, oder was auch immer transportiert. Bisher habe ich noch von keinem Öko-Kollegen ähnliche Beschimpfungen über konventionell wirtschaftende Kollegen gelesen. Nur soviel zum Thema, welches ich hier nicht weiter kommentiere........ Warten wir doch alle einfach die Entwicklung der nächsten 5-10 Jahre ab.

von Christian Bothe

@Möbius Ich will eigentlich kein Zwiegespräch mit Ihnen, da mir Ihre doch etwas arrogante Art der Beurteilung von wissenschaftlichen Analysen der Kollegen von agrarfakten.de missfällt. Das die LW in der DDR an die Wand gefahren wurde, ist natürlich absoluter Blödsinn! Schwerpunkt war die Entwicklung einer industriellen Tier-und Pflanzenproduktion und diese wurde wissenschaftlich begleitet und ist die Basis für die heutigen erfolgreichen AG und GmbH' s Ostdeutschlands. Im übrigen hatte sich die LW zu einem gut funktionierenden Volkswirtschaftszweig in der DDR entwickelt trotz der wahrlich nicht guten historischen Anfänge, was die Enteignung von Bauern, Domänen etc. betrifft. Falls Sie es nicht wissen, werte Frau Möbius, Basis waren die LPG, VEG, KAP, ZGE, ZBE, VVB, welche die Versorgung der Bevölkerung absicherten und das unter wissenschaftlicher Begleitung durch renommierte Universitäten und Akademien. Dazu gehörte auch Wissenschaftler aus Jena als ein Glied zur Entwicklung des wissenschaftlich technischen Fortschritts. Auch wenn Sie es für mich aus unerfindlichen Gründen anders sehen, sollten Sie sich mal intensiver mit den Fakten und deren Literaturnachweisen zu den unterschiedlichsten Themen beschäftigen und konstruktiver diskutieren. Für Sie nur zur Info, ich unterstütze die Aussagen von agrarfakten.de und tue dies als einer, der sowohl in der Ost- und Westlandwirtschaft über Jahre als Manager tätig war und sehr interessiert an deren Weiterentwicklung ist.

von Heinrich Esser

Eben, Sie kennen den Betrieb nicht, daher besteht kein Grund hier vom Schlechtesten, also Ihrem "Raubbau", auszugehen. In Niedersachsen mag das mit den 1% Grünen so gewesen sein, das haben Sie zuvor aber nicht explizit erwähnt, daher sind die 5% für Gesamtdeutschland wohl eher richtig. Und ob die 100% Bio möglich sind, weiß ich nicht. Um alle satt zu bekommen, müssten dann vielleicht zusätzlich die Ernährung etwas umgestellt werden und die Lebensmittelverschwendung heruntergefahren werden. Dazu benötigt es sicherlich auch weiterer Fortschritte in der Züchtung, um diese Epidemien vermeiden zu können. Und noch zu den "Agrarfakten": ich habe mir dort einige Erklärungen mal angesehen und ich muss sagen, dass sie sehr ideologisch geprägt sind. Beispielsweise zum Thema Flächenprämien, dort wurden wesentliche Punkte komplett ausgeblendet. Es sind so ziemlich die einzigen Wissenschaftler, die diese Form der Subventionen unterstützen, was mich doch sehr skeptisch macht. Alles in allem werden dort gefühlt nur ostdeutsche Großbetriebe und deren Bewirtschaftungsform gerechtfertigt.

von Wilhelm Gebken

@Anke Möbius: Zu den Agrarfakten

Ich habe eine Frage an Sie: Wenn ich die Agrarfakten lese, kann ich im Wesentlichen beurteilen, z. B. Nachrechnen oder auf Schlüssigkeit überprüfen, ob die Aussagen dort der Wahrheit entsprechen können oder nicht. Dazu muss ich kein Professor sein. Wie ist das bei Ihnen. Können Sie das auch oder glauben Sie einfach nur, dass die Verfasser dort die Unwahrheit sagen?

von Wilhelm Gebken

@Heinrich Esser: Kartoffeln benötigen je nach Sorte 150 bis 250 kg Stickstoff. Der muss irgendwo herkommen

Da er nicht aus dem Boden kommen kann, muss der Demeter-Landwirt ihn irgendwo her haben. Woher? Aus seinem Betrieb geht nicht, es sei denn Raubau an anderen Flächen oder er bekommt ihn von Drittbetrieben. dann wird dort Raubbau betrieben. Ohne den Betrieb zu sehen lässt sich das nicht klären. Mit dem Roggenanbau, trotz guter Böden, lag ich also richtig. Mit den Grünen (1%) ebenfalls, Zitat: "Bei der niedersächsischen Landtagswahl haben etwa drei Viertel der Landwirte für die CDU votiert. Die Grünen hingegen erhielten eine "Klatsche" – für sie votierten gerade einmal 1 % der Landwirte." https://www.wochenblatt.com/landwirtschaft/nachrichten/niedersachsen-so-waehlten-die-bauern-8801422.html . Die 20% Forderung stammt ebenfalls von den Grünen. Die Anderen haben das übernommen. Man kann die mögliche Versorgung mit Bio hochrechnen. Z. Zt. haben wir 10% Biofläche, aber nur einen Beitrag von 1-2% an der deutschen Lebensmittelproduktion. bei 100% Bio hätten wir demnach eine Versorgung von ca. 20%, sagen wir bis 30% weil dann ja auch die guten Flächen mit dazu kämen. Allerdings wird etwas sehr wichtiges vergessen: Z.Zt. ist Bio eine Inselproduktion. Krankheiten können sich nicht flächendeckend ausbreiten, weil dazwischen immer noch die konv. Flächen liegen, die gegen die Krankeiten vorgehen. Wenn wir 100% Bio haben, werden sich leicht veränderte Erreger rasend schnell flächendeckend ausbreiten, bis hin zu Totalverlusten. Denken Sie mal an die Ausagen des Robert Koch Instituts zur Impfdichte, z. B. bei Masern, wie hoch die sein muss, damit keine Epidemie entstehen kann. Und bei der Lebensmittelversorgung sollen wir alle Versuchskaninchen sein? Wenn ich Biogläubige (also die hardcoreLeute) so höre, denke ich manchmal ich bin im Irrenhaus.

von Anke Möbius

Herr Bothe:

es ist traurig anzusehen, wie leichtgläubig manche Kollegen mit der Website "Agrarfakten" umgehen; dazu hatte ich bereits in einem früheren Kommentar angemerkt, dass die Homepage von Herrn Breitschuh, einem emeritierten DDR-Agrarwissenschaftler betrieben wird, unter dessen Mitwirkung die damalige DDR-Landwirtschaft an die Wand gefahren wurde und die Böden am Ende sind. Die Karten zur Bodengüte und Humusgehalt des BGBR zeigen dieses Bild sehr deutlich, selbst wenn dort keine Ländergrenzen eingezeichnet wären. In Brandenburg und Meck-Pomm liegen die Humusgehalte bereits unter 1% und die Magdeburger Börde mit Ackerschlägen von bis zu 200 ha am Stück wird seit Jahren niedergemacht. Im Übrigen wird die Homepage mit extrem viel Populismus betrieben und von Fakten keine Spur. Allein die anachronistische Gegenüberstellung von : "Behauptet wird..." und "Fakt ist..." wird an nicht einer einzigen Stelle mit Quellen oder Studien belegt, also bitte immer genau hinschauen und fragen: Wem nützt das ?

von Karlheinz Gruber

Hey Leute, nicht zerfleischen

Wie ich schon vorher geschrieben habe, hat jeder irgendwie recht. Es gibt gute Bios und gute Konv. Aber, eines muß gleich mal klar sein. Je mehr von einer Schiene produziert wird, desto geringer der Preis, egal wie hoch der Aufwand. Das heißt bei Bio: wenn 20 % erreicht ist, dann ist der Preis im A... Und die guten bios die ich kenne, die fahren alle mit Kompost und Festmist. Wer keine Tiere hat sowieso. Aber zum teil in einer Höhe, die für mich schon Grenzwertig ist. Das bringt dem Boden zwar Humus und Nährstoffe, aber ob der Boden und die Pflanze diesen auch in dieser Höhe sofort abschöpfen kann ???? DVO ??? Und auch wo der Kompost herkommt. Diese Mengen sind nicht alle aus Biolandwirtschaft möglich, dafür gibt es zu wenig Betriebe und wenn dann brauchen die auch den selber. Da werden auch andere Quellen verwendet. Grüngutschnitte usw. Zertifiziert, k. Ahnung … Dass dann alles besser wächst ist mir auch klar. aber wenn jeder das so macht, ist das nächste Problem wieder da.... . Außerdem frage ich mich, wenn bio so gut funktioniert, was haben dann unsere Vorfahren (alles Zwangsmäßige Bios) falsch gemacht. Die kannten die Natur besser als wir, die lebten noch mehr mit der Natur und den Tieren. Und trotzdem gab es Hungersnöte und Krankheitsausbrüche. Bis auf die Maschinen ist die Produktionsrichtung doch gleich? Oder?Woher kamen denn dann die Ertragssprünge mit der Düngung, wenn die Erträge heute fast gleich sein sollten? Das gilt es halt zu beantworten. Und zwar Ehrlich und offen. Jede Seite hat halt nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile, und die sollten wir jetzt schon offen Kommunizieren, bevor die NGOs diese uns wieder um die Ohren hauen. Egal welche Schiene gerade dran ist...

von Heinrich Esser

Tut mir Leid, da liegen Sie nicht ganz richtig. Der Betrieb wirtschaftet dort seit ca. 50 Jahren (weiß nicht, ob das für Sie alt ist), auch mit besseren Böden und baut natürlich Roggen an. Mit dem Rest liegen Sie daneben. Das mit den Kartoffeln müssen Sie mir ja nicht glauben, es ist aber so. Außerdem habe ich nachgesehen, bei der letzten Bundestagswahl haben 5% der Landwirte die Grünen gewählt. Und das 20%-Ziel hat das unionsgeführte Landwirtschaftsministerium vorgegeben. Ob Sie das von den Grünen adaptiert haben, mag sein, aber offiziell wird es nunmal von den Schwarzen geführt. Nebenbei halte ich solche Ziele für totalen Quatsch, wir benötigen erstmal 20% Nachfrage an Bioprodukten, dann stellen die Betriebe aufgrund der höheren Preise (durch gestiegene Nachfrage) automatisch um. Von Flächenprämien bin ich sowieso ein totaler Gegner, also weg damit. Und verhungern, weil Bioanbau ja so ertragsschwach ist, werden wir auch dann nicht, diese Sorge kann ich überhaupt nicht teilen.

von Wilhelm Gebken

@Heinrich Esser: Ich habe meinen Kommentar noch mal durchgelesen. Ich kann Ihre Aussage nicht bestätigen. Ich habe die Biolandwirtschaft kritisiert,

aber nicht den einzelnen Biobauern. Ich habe sogar sehr differenziert dargestellt, dass nur etwa 1 % aller Bauern den Grünen folgen, obwohl 10% Biobauern sind. Darüber hinaus habe ich die "Erfolgsmeldungen" der Biolandwirtschaft kritisiert, die ich bisher ALLE widerlegen konnte. Auch zu dem von Ihnen erwähnten Kartoffelanbau habe ich Zweifel. Demeter deutet auf einen sehr alten Biobetrieb hin. In der Regel sind dies große Höfe mit besseren Böden und der Möglichkeit sogenannten "Grünschnitt" von eigenen aber auch fremden Flächen und Brachejahre in die Fruchtfolge zu integrieren. Demnach wäre der Erfolg auf den Raubbau an anderen Flächen zurückzuführen, bzw. der Ertrag müsste durch die tatsächlichen Erntejahre geteilt werden. Ein anderer beliebter Trick ist z. B. Bioroggen auf guten Weizenstandorten anzubauen. Bei entsprechendem Anbau erschließt der Roggen auch tiefere Bodenschichten. Die "Bioerträge" sind dann ebenfalls mit Roggenerträgen auf Roggenstandorten vergleichbar. Verschwiegen wird dabei aber, dass der Boden unter Wert verkauft wurde. Es würde mich interessieren ob meine Vermutung mit dem Demeterbetrieb zutrifft.

von Heinrich Esser

@ Gebken

Ich habe nie geschrieben, dass ich Ihren Kommentar nicht verstehe. Nur die pauschale Kritik an Biobauern. Ich denke, wenn man auf Bio umstellt, muss man als Landwirt schon was draufhaben, sonst geht das in die Hose. Und dann hat man auch nicht das Problem mit dem „Raubbau“. Ich rode jetzt seit ein paar Jahren auf einem Demeterbetrieb Kartoffeln. Und die Erträge können durchaus mit konvetionellen mithalten, und dass obwohl dort schon seit Jahrzehnten ohne Mineraldünger und PSM gewirtschaftet wird. Vor ein paar Jahren haben von diesem Betrieb eine Fläche aus der Flurbereinigung bekommen, die andere Hälfte des Feldes wurde konventionell bewirtschaftet. Wir haben keinen qualitativen oder quantitativen Unterschied in den bisherigen Ernten feststellen können. Damit will ich sagen, dass es auf den Bewirtschafter ankommt. Sicher gibt es auch Negativbeispiele. Aber die gibt es eben auch bei konventionellen Landwirten.

von Wilhelm Bee

@WG

Ist die Ausage: "..sowohl in ökologischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht (was dasselbe ist)..." ernst gemeint? Wenn ja, haben sie sich hier als ernst zu nehmender Diskutant disqualifiziert!

von Paul Siewecke

Bio und Lagerhaltung....

Es passt zwar nicht 100%ig hierher, aber in den Kommentaren wurde das Thema "Lagerreserve" angesprochen... da gibt es etliche Hürden im Lagermanagement: Es kann nur trockene und relativ saubere Ware eingelagert werden! Das setzt in aller Regel das Vorhandensein einer Reinigung und entsprechende Lüftungstechnik voraus, was gerade bei kleineren Betrieben nicht gerade häufig vorhanden ist und für neue Technik fehlt oft das Geld! Feuchteprüfer und Thermometer sind schon mal Pflicht! Deswegen ein paar Tips für die "ganz Kleinen". Eine elektrische Reinigung gibts z.B. bei Getreidereiniger.at. Belüftung geht auch einfach: man nimmt einen Bigbag (auf Palette) und füllt ihn, dabei steckt man in die Mitte (senkrecht von oben bis unten durchgängig) einen 80-er Drainageschlauch. Oben drauf kommt ein Adapterrohr mit einem preiswerten Sanitär-Lüfter (100-er), den kann man auch bei mehreren Bigbags reihum gehen lassen. Damit kriegt man auch etwas feuchteres Erntegut lagerfähig getrocknet, ich rede dabei wohlgemerkt von Kleinmengen von wenigen Tonnen. Auch in ein Lachlager für mehrere Tonnen sollte man immer eine Belüftungsmöglichkeit mit einbauen, und sei es nur Drainschlauch und ein passender Lüfter... Wer weiß, was eine Wagentrocknung kostet, mit der man ca. 8 Tonnen verarbeiten kann, der rechne mal ca. 20 € je Tonne als "Sacktrocknung" gegen. Aber gerade Öko-Betriebe bewirtschaften schließlich auch kleine Schläge.... Ein anderes Problem sind die Käfer und Motten: Chemie (Insektizide) ist nicht zulässig, da hilft weitestgehend nur Vorbeugung vor Befall: sauber, dunkel, kühl, trocken. In Problemjahren kriegt man das nicht immer hin, dann kommen die "Krabbler". Es gibt zwar Nützlinge (Trichogramma, Lagererzwespe), aber die helfen nur in den frühen Anfangsstadien des Befalls. Bleiben noch wenige zugelassene Gesteinsmehle, die untergemischt werden können. Und dann stellt sich die Frage, ob es dann überhaupt noch lohnt.... Und um es auch hier noch mal klarzustellen: jeder ordentlich wirtschaftende Betrieb hat auch eine entsprechende Lagerreserve. Das Problem, welches fast alle haben: das letzte Jahr war nicht gerade dazu angetan, größere Mengen einzulagern (Feuchtigkeit) und dieses Jahr fällt allen die Trockenheit (Menge) auf die Füße. Das gilt für Öko und Konvi gleichermaßen. Der Vorteil der Konventionellen: wer schnell war, konnte sich im Öko-Bereich bedienen, andersherum geht es nun mal nicht! Ich habe dieses Jahr auch Rauhfutter an Pferdehalter über Entfernungen verkauft, die normalerweise jeglichen wirtschaftlichen Rahmen sprengen. Zumindest sollte innerhalb unseres Berufsstandes soviel Solidarität existieren, das viehhaltende Betriebe wenigstens ihre wertvollen Zuchttiere durchbringen können. Der Schaden für die gesamte Branche wäre sonst beträchtlich höher...

von Thomas Blöthner

Dürrehilfe

Ach ja was ich noch vergessen habe, das mir den 340 Millionen Dürrehilfe hätte man besser gelassen. Das einzige was dabei rumkommt ist die Negativschlagzeile. lg

von Thomas Blöthner

Wir sind ein konventioneller Milchviehbetrieb und liefern seit zwei Jahren GVO freie Milch. Würde ich GVO Futter zukaufen wäre meine Milch nicht mehr als GVO frei vermarktbar. Wenn Biobetriebe konventionelles Futter zukaufen ist das in einer Notsituation in Ordnung, wenn denn die Frau Frey welches bekommt. Im Moment sitzen alle auf ihrem Futter wie die Henne auf dem Ei. Nur eines muss klar sein, die daraus ermolkene Milch darf auf keinen Fall als Biomilch vermarktet werden. Die Bioverbände wären damit völlig unglaubwürdig und sie müssen sich natürlich mit dem gleichen Massstab messen lassen den sie auch bei andern anlegen. Eurobio läuft noch mal ganz anders, da wird nämlich permanent von konventionellen Betrieben Stroh und Gülle zugekauft. Ich möchte das nicht kommentieren, mache mir aber so meine Gedanken. Denke das ist mehr so eine Art Prämienoptimierung ....... lg

von Heinrich Roettger

Mit Bio höhere Ertragsschwankungen!

Warum gibt es überhaupt konventionelle Landwirtschaft??!!In erster Linie doch um die Welternährung sicherzustellen und Hungersnöte wie in den vorhergehenden Jahrhunderten zu minimieren.Wie heißt es so schön in vielen alten Kirchenliedern: "Gott schütze uns vor Rost, Mehltau und Fäulen jeder Art!"Darum liebe Bioproduzenten ; Lagerhaltung von 50 % sollte zum Risikomanagement Eurer Betriebe berufsmäßig dazu gehören.!

von Wilhelm Gebken

@Heinrich Esser, Es steht doch exakt in meinem Kommentar drin, warum ich die Lügenmärchen zum Biolandbau ablehne.

Ich habe Fakten angeführt. Daher bitte ich Sie um Erläuterung was daran unklar ist. Ich werde es dann gerne ergänzen. Sie können auch gerne jede einzelne meiner Aussagen auf deren Wahrheitsgehalt prüfen. Zu Ihrem Verständnis ergänze ich: Ich lehne es selbstverständlich NICHT ab, sondern befürworte es ausdrücklich, wenn irgend jemand Methoden anwendet, die sowohl in ökologischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht (was dasselbe ist) besser wirtschaftet als andere, egal ob Bio oder modern. Ich habe es lediglich satt, wenn von den Befürwortern von Bio regelmäßig an den Haaren herbeigezogene und fachlich unsinnige Vergleiche kommen, warum "Bio" angeblich besser sein soll. Ich habe bisher noch nie ein Argument von Biobauern gehört, dass einer Überprüfung standgehalten hätte. Vielleicht kommt ja noch eins, man kann nie wissen. Zu meinem Biobetrieb: Mein Biobetrieb liegt vollständig in einem Naturschutzgebiet. Die Bewirtschaftung aller Flächen in diesem Gebiet ist durch naturschutzrechtliche Vorgaben so weit eingeschränkt, dass die Flächen dadurch Jahr für Jahr weiter degradiert und zerstört werden. Ohne es im Detail zu erläutern zu wollen, kann ich Ihnen versichern, mit MEINER Art der Biobewirtschaftung diesen Prozess für meine Flächen gestoppt zu haben. Würden diese Flächen nicht der staatlich angeordneten Zerstörung unterliegen, würde ich sie konventionell bewirtschaften.

von Alfons Mechlinski

Futterknappheit ja aber nicht mehr

Das Futter ist knapp, Das ist für vereinzelte Betriebe schlecht. Unbestritten!! Warum wir jetzt die Bio Betriebe gesondert diskutieren erschließt sich mir nicht. Die konventionellen Betriebe, welche nach dem VLOG Standard produzieren stellen den Standard auch nicht in Frage. Standards aufgeben sollte man sich sehr gut überlegen.

von Karlheinz Gruber

wir sollte uns hier nicht noch

weiter gegenseitig zerfleischen. Sondern ehrlich mal mit Tatsachen umgehen. Die Bios haben in diesem Falle genauso Probleme wie die Konv´s. Egal was die pseudobefürworter und Politiker sagen. Ok. Weniger Ertrag bei Öko (wo soll der denn herkommen wenn fast kein Input ist= mehr Fläche wird benötigt. Die gibt es aber nicht.... Und das was die Menschen verbrauchen, würde heißen Klärschlammrücknahme.... Dann bleibt aber auch noch der Verlust der Menschlichen Verdauung. Also ist immer hier eine Negativbilanz im Spiel. Bei den Konv´s. ist das Problem das wir mit der Düngung den Pflanzen z. T. lernen nur dahin zu wachsen wo der Dünger liegt und Wurzeltiefe nicht ausreichend ist wenn´s trocken wird. Dies gilt auch bei der Depotlösung im Boden. Die Wurzeln gehen nur dahin wo der Dünger liegt. Wie die Menschen zum Kühlschrank. Im Prinzip werden für mich die beiden Systeme und Ihre Nachteile in der Zukunft ( ca. 10 - 15 Jahre) wieder zusammenkommen. Denn die Probleme bei jeder Schiene werden so gravierend, daß ein Umdenken stattfinden wird/ muß. Das heißt es gibt keine Bio oder Konv. mehr, sondern eine Vermischung der Produktionsgrundlagen. Ganz einfach. Bio ist von den Grundlagen her wie meine Großeltern produziert haben. Geringe Erträge und Abbau der Bodeninhaltsstoffe bis zur schmerzgrenze. (Hungersnöte waren da schon fast die Regel....) Konv. hat die Probleme mit Resistenzen im Bestand. Und die werden immer mehr statt weniger. Die Natur wehrt sich gegen alles, weil es Ihre Art der Auslese ist. Das einzige was im Prinzip Konv. und Öko unterscheidet ist die Aggressive Werbung der Ökoverbände und der Politik gegen die Konv. ebenso die vermeintliche Aufklärung. Aber auch das wird weniger, wenn der Mainstream wieder abebbt. Ansonsten werden in der BRD die Bauern weniger und das Essen fährt von draußen rein. Zumindest ist dies die derzeitige Richtung bei allen Parteien. Und verlieren werden wir dann alle. Öko und Konv.

von Heinrich Esser

Es ist wirklich erschreckend, wie einige hier gegen ihre Berufskollegen wettern, nur weil die sich für eine andere Betriebsform entschieden haben. Wenn das für manche rentabler ist, sollen sie es doch machen. Oder sind hier einige einfach nur neidisch? Ich wüsste wirklich gerne, woher diese schon fast an Hass grenzende Ablehnung kommt. Und Herr Gebken, warum Sie so dagegen sprechen, verstehe ich nicht. Sie sind doch selber Biobauer, jedenfalls haben Sie das vor einem halben Jahr noch behauptet.

von Wilhelm Gebken

Biomärchen!!! Biomärchen!!!

Und wieder lese ich in den Kommentaren die Biomärchen von umweltfreundlich und sogar wassersparend. Welch ein Unsinn! Erst vor ein paar Tagen hat das ThünenInstitut das Gegenteil nachgewiesen. Nachzulesen hier: https://www.topagrar.com/news/Acker-Agrarwetter-Ackernews-Duengung-und-Mulchsaat-optimieren-den-Wasserverbrauch-im-Weizenanbau-9813638.html . Auch die Uni Gießen hat im letzten Jahr nachgewiesen, dass Biolandbau nichts anderes als Raubbau am Boden ist. Und die vielen Bioumsteller sollen ein Zeichen für die Akzeptanz von Bio und den Grünen sein? Wie wäre es mal mit Fakten? Tatsache ist: Ca. 10% aller Betriebe und 10% der Fläche sind Bio. Diese produzieren aber nur 1- 2% der Nahrungsmittel in Deutschland, bekommen aber 20% aller Subventionen. Es ist also wirtschaftlich äußerst lukrativ auf Bio umzustellen. Mit Überzeugung hat das nichts zu tun. Sondern einfach mit der Entdeckung einer Marktlücke, weil der eigene Betrieb oder Teile davon sich einfach umstellen lassen und das "Geld mitgenommen wird." Wem will man das verdenken, wenn er das "stupid german money" mitnimmt? Nachzulesen hier: http://www.keckl.de/texte/biozweitbetrieb.pdf. Wäre es anders und die 10% BioBauern wären von Bio überzeugt, so wie man es uns täglich in den Staatsmedien weiß machen will, würden doch viel mehr Bauern die originalen Überzeugungstäter, die Grünen wählen. Tatsächlich sind es aber nur 1% der Landwirte, die die Grünen unterstützen. Warum ist das wohl so? Und noch eins: Wenn Bio so toll ist und damit alle Probleme dieser Welt gelöst werden können, warum fordern Messias Habeck und die Stromspeicherspezialistin Baerbock dann nur 20% Bio? Ganz einfach: Weil der Anteil der Flächen in Deutschland die durch die Bioförderung eine höhere Wertschöpfung erreichen können auf ca. 20% begrenzt ist. Dies sind z. B. Moorheiden, die ohne Biofördeung gar nicht bewirtschaftet werden, die aber durch die Förderung bei einmaligem jährlichen Mulchen und der Anschaffung eines Mutterschafes zu Goldgruben geworden sind. Na ja, das Futter für das Mutterschaf muss man schon anderswo zukaufen, am besten konventionell wenn es geht, denn das ist billiger

von Rüdiger Belke-Grobe

Unternehmerrisiko

Wer Bio Lanwirtschaft betreibt, weiß das die Erträge geringer und die Futterkosten damit höher sind. Däfür gibts Prämien aber auch recht dauerhaft stabile und auch auskömmliche Preise. Ist es dann richtig, den Bio- Bauern ein Großteil des Risikos abzunehmen ?

von Michael Raffenberg

Wir sind selbst grad in der Bioumstellung und wir haben auch mit Futterknappheit zu kämpfen! Aber dann beissen wir halt in den sauren Apfel und schicken gesunde Kühe,die sicher noch ein paar Jahre leben könnten zum Schlachter! Ich weiß auch nicht was das ganze Theater um Bio oder nicht Bio von einigen hier soll, beide können und sollten doch in Frieden miteinander auskommen! Aber hier gibt es nur Neid und Missgunst,wie mittlerweile in der ganzen Branche! Sicher bin ich auch dafür das Biobetriebe Futter zukaufen können, egal woher Hauptsache ist doch es geht irgendwie weiter! Aber dann auch halt mit den entsprechenden Konsequenzen! So und jetzt können mich die Biohasser von mir aus in Stücke reißen, da stehe ich mittlerweile drüber! Schönen Tag noch allen!

von Christian Bothe

@Möbius einfach dort mal nachlesen http://files.agrarfakten.de/200000214-2df812ef3d/Gunstwirkungen%20Bio-Landbau%2012%2020180712.pdf

von Reinhard Matzat

Richtig Herr Steffek

Ich bin auch Ihrer Meinung was dem Klimawandel angeht: Den Klimawandel hat es schon immer gegeben. Die Frage ist nur wie stark wird er vom Menschen beeinflusst. Ich glaube viel geringer als uns immer versucht wird ein zu trichtern. Leider hat der pro Kommentar von Frau Frey hat keine bis kaum Sachlichkeit sondern fast nur Tränendrüse. Es gibt etliche konv. Betriebe die auch ihre Tiere verkaufen müssen mangels Futter und denen es genauso schmertzt wie ihr. Auch wird ja gerne bei Bio damit geworben "möglichs Naturnahe" zu sein. Was würde wohl die Natur machen wenn es zu wenig Nahrung gibt? Dann glaube ich ist der kurze schnelle Schlachtertot besser.... Frau Möbius: vielleich mögen ökologisch bewirtschaftete Böden mehr Wasser halten können, aber stellen sie bei der ökologischen Wirtschaftsweise auch mehr Wasser den Pflanzen zur verfügung? Das ist doch die entscheidene Frage!!! Ich habe ganz klar dieses Jahr an den feuchteren Stellen im Land (aufgrund des nassen Herbst) sehen können was passiert wenn die Bestände dünner stehen und den Boden nicht so sehr bedecken wie ein dichter Bestand. Er war stärker der Austrocknung durch Wind und Sonne ausgesetzt und die Pflanzen haben genau so schnell die Blätter gerollt. Auch haben ein paar wenige Beikräuter mit um das Wasser gekämpft.... Es ist meiner Meinung nach absolut richtig/wichtig das die Bios, die konv. Futter einsetzen ihr Produkt nicht als Bio verkaufen. Ansonsten hat Bio einen imensen Imageverlust!

von Bernd Müller

Außerdem Frau Möbius

Die Umstellungsrate würde gegen null gehen, wenn die Biolandwirtschaft nicht so unverhältnismäßig gefördert würde...

von Bernd Müller

Frau Möbius

Wenn es so wäre, müssten die ökologisch wirtschafteten Landwirte ja weniger Probleme mit Futterzukauf haben als die konventionellen. Das Gegenteil ist aber der Fall.

von Anke Möbius

Herr Steffek,

wenn Sie von "rückwärtsgewandter Arbeitsweise" im Biolandbau sprechen, dann ist es doch sicher erschreckend für Sie, dass die Umstellungsraten konventioneller Betriebe alljährlich im zweistelligen Prozentbereich liegen und der Umsatz im Biosektor in D mittlerweile die 10 Milliarden-Euro-Marke geknackt hat. Erstaunlich, dass sich soviele Ihrer Kollegen dann doch "zurückentwickeln". Im Übrigen gibt es hier eine Metastudie der Washington State University aus 2016, in der eine Vielzahl von Studien der vergangenen 40 Jahre ausgewertet wurden: http://www.db.zs-intern.de/uploads/1454660735-ReganoldWachternplants2016.pdf "Fazit der Studie: Der Ökolandbau liefert zwar geringere Erträge, jedoch nicht in dem Maße, wie ihm immer vorgeworfen wird. Zudem schneide er bei trockenen Bedingungen – durch den fortschreitenden Klimawandel immer weiter verbreitet – deutlich besser ab, als die konventionelle Konkurrenz, da die ökologisch bewirtschafteten Böden Wasser besser speichern könnte.n". usw. usw. Vielleicht haben die Kollegen es einfach nur satt, ihr Geld der Agrarchemie und den Landtechnikherstellern hinterherzuwerfen. Aber nochmals: Der Letzte macht das Licht aus.

von Christian Bothe

Eine überflüssige Diskussion, meine ich. Es sollten hier alle Bauern ob konventionell oder ökologisch wirtschaftend an einem Strang ziehen, sich gegenseitig bei Futterzukäufen helfen. Dürregeschädigte Bauern sitzen doch alle im selben Boot unabhängig von ihrer Wirtschaftsweise und Rechtsform. Es geht darum bei möglichst konstantem Viehbestand die Wintermonate mit geänderten Futterrationen zu überstehen. Nächstes Jahr kann es schon wieder anders aussehen und das mit oder ohne Klimaerwärmung... Ich habe 1976 so etwas schon an verantwortlicher Stelle erlebt und hier mal geschildert.

von Gerhard Steffek

Die Zweifel von Anja Frey

sind berechtigt. Bio ist nicht Lösung des Klimawandels, Bio ist nur eine Wohlstandserscheinung und ist und wird auch nur eine Randerscheinung bleiben. Ansonsten sind sie auch nur Opfer des Klimawandels und werden nie und nimmer einen wirksamen Beitrag zu dessen Lösung beitragen, da zu unbedeutend. Man sehe sich doch nur mal die nackten Zahlen an. Die Bevölkerung Deutschlands ist nur 1 % der Weltbevölkerung. Mit einem Beitrag von 2 % am CO2-Aufkommen in der Welt ist das ebenso unbedeutend. China bläst 28 % in die Luft, die USA 25, Indien und Rußland sind gleich nachfolgend. Da wollen unsere Biobauern die Welt retten. Nicht zu vergessen, die Landwirtschaft in DE ist nur mit gut 13 % CO2 in DE dabei. Der Rest ist Energie, Transport, Industrie. Das ganze ist somit nur eine Lachnummer. Noch dazu wenn man sich eingesteht, daß es schon immer einen Klimawandel gegeben hat. Die Erde pendelt in ihrer Achse, womit sich auch hier schon einiges an Veränderung ergibt. Jeder "Furz" unseres Planeten, Vulkanausbruch etc., kann sich auch dramatisch auswirken. Wir reden immer von 4 Eiszeiten, wer war dafür verantwortlich? Der Klimawandel ist definitiv, war schon immer und es wird ihn immer geben. Die Welt ist rund und dreht sich und somit gibt es auch immer einen Wandel. Ich möchte nicht bestreiten das die Menschheit den Klimawandel durch den Einsatz der fossilen Energien beschleunigt, aber kommen würde er so oder so. Dem müssen wir uns stellen, aber nicht in Hysterie verfallen. Das ist das Schlechteste was man machen kann. Besonders dann wenn man entsprechend davon betroffen ist, so wie die Landwirte. Ein "mea Culpa" brauchen sich die Landwirte nicht auf die Fahnen schreiben und schon gar nicht im Büßerhemd rumlaufen. Dazu gibt es genügend andere die dies nötig hätten. die Biolandwirte zeigen in diesem Sommer aber sehr deutlich auf, wie tödlich ihre rückwärtsgewandte Arbeitsweise (und das ist nunmal Demeter und Co.) sein kann. Tödlich, für den Betrieb, für die Tiere, für den Menschen, denn wenn kein Futter da ist, gibt es keine Tiere, keine Tiere, keine Lebensmittel für den Menschen. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Es schadet nicht, kann man immer ein bißchen Überschuß generieren. Aber ausgerechnet bei den ach so tollen Biobetrieben zeigen sich hier die allergrößten Mängel. Es wäre hier nur gerecht, daß ausgerechnet die größten Verfechter der Biolandwirtschaft in Zukunft vor leeren Futternäpfen säßen. Also die Herrschaften von Grün und BUND, NABU und Co. Aber ich fürchte, die scheren sich nur einen Dreck darum und versuchen den Rest der dummen Bevölkerung nur wieder mit einem neuen Märchen zu verarschen.

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