Settlement

Preisabsprachen: BayWa kauft sich aus Kartellverfahren heraus

Das Bundeskartellamt ermittelt seit einigen Jahren wegen möglicher wettbewerbswidriger Absprachen von dreizehn Anbietern von Pflanzenschutzmitteln. Die BayWa hat sich nun mit dem Amt geeinigt.

Die BayWa AG und das Bundeskartellamt haben sich auf die Beendigung des Kartellverfahrens zum Handel mit Pflanzenschutzmitteln geeinigt. Das Unternehmen hat sich entschieden, das komplexe, zeitaufwändige und ressourcenintensive Verfahren mittels eines Settlements zu beenden.

Das Settlement beinhaltet die Zahlung einer Summe bis zu 68,6 Mio. Euro. Aus rechtlichen Gründen könnte sich diese Summe in den nächsten Wochen noch reduzieren. Eine Ergebnisbelastung des Jahres 2019 aus dieser Einigung mit dem Kartellamt wird durch Sondererträge aus verschiedenen Beteiligungsverkäufen vollständig ausgeglichen. Der Vorstand geht ungeachtet dessen weiterhin von einer Ergebnissteigerung 2019 im Vergleich zu 2018 aus.

Das Bundeskartellamt ist seit Anfang 2015 Vorwürfen hinsichtlich wettbewerbsbeschränkender Absprachen von dreizehn Anbietern von Pflanzenschutzmitteln nachgegangen. Die BayWa AG hat nach reiflicher Abwägung das Settlement akzeptiert, um Rechtssicherheit für das Unternehmen herzustellen und die Interessen der Aktionäre zu schützen.

Die BayWa verweist darauf, dass die Kunden im Zusammenhang mit diesem Verfahren keinen wirtschaftlichen Schaden gehabt haben. Dies sei, so die BayWa, auf das schon immer im Unternehmen geltende, stark gestaffelte, sehr individualisierte Preissystem zurückzuführen.


Diskussionen zum Artikel

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von Anton Bedenk

Den Kunden ist kein Schaden entstanden!

Diese Aussage der Baywa zeigt, wie blöde sie uns Bauern hält und ist eine Beleidigung des ganzen Berufstandes. Ich kann durch mein Einkaufsverhalten zeigen, was ich von solchen Machenschaften halte. Interresant wäre natürlich noch, wer die restlichen 12 Handelspartner gewesen sind.

von Hermann Kamm

Mit Geld ist in Deutschland

alles zu haben!!! Geld regiert die Welt !!!!Komisch das unsere Lobbyisten alles durchsetzen können. Sollte man nicht meinen das es Kartellamt neutral sein sollte???????

von Jens Gruber

Genossenschaft

Herr Raiffeisen würde sich im Grabe umdrehen. Die Landwirte sollten geschlossen die BayWa boykottieren.

von Stefan Bauer

Kein Schaden für die LW?

Der Herr Professor Lutt hält uns wohl für ganz dumme Bauern. Wo kommen wohl die Millionen für die Strafe her? Alles schon von uns bezahlt....

von Rudolf Rößle

Praktikum

als ich in meinem Studium ein Praktikum bei der BAG absolvierte, war auch ein Verkäufer einer namhaften PSM Firma anwesend. Dieser wollte von einem bestimmten PSM größere Mengen absetzen. Anstatt wie jeder normale Mensch einen Rabatt für sämtliche Verkäufe einzuräumen, drohte er die Rabatte für die anderen Mittel zurückzufahren, wenn dieses eine Produkt nicht gekauft wird.

von Andreas Gerner

Das Geld wurde uns Landwirten/Kunden aus der Tasche gezogen

mit unnötig hohen Preisen. Die Zahlung der 68.6 Mio € geht nicht zurück an uns, sondern an den Staat. Was genau soll dabei "kein wirtschaftlicher Schaden für uns Kunden" sein???

von Norbert Post

Genossenschaft

Wenn es für die Kunden nicht zum Nachteil gewesen wären, hätte es keine Strafzahlungen in 2 stelliger Millionenhöhe gegeben. Es ist so typisch und so prägend für die Agrarwelt heute, das man denkt, man könnte uns Bauern alles erzählen. Haltet uns doch nicht für Deppen!

von Renke Renken

Unser Rechtsstaat

hat mal wieder Recht gesprochen - die großen Unternehmen kaufen sich einfach frei.

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