Düngeverordnung

Rote Gebiete in Baden-Württemberg schrumpfen deutlich

Die Neukartierung der nitratbelasteten Gebiete in Baden-Württemberg hat offenbar zu einer deutlichen Schrumpfung von 9 % auf heute 1,5 % der Flächen geführt.

Von ursprünglich 9 % Flächenanteil sind die Roten Gebiete in Baden-Württemberg nach der neuen, präziseren Kartierung offenbar auf einen Anteil von nur noch 1,5 % geschrumpft. Das berichtete die Schwäbische Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe auf der Basis einer neuen Übersicht der nitratbelasteten Gebiete im Land.

Die neue Kartierung, die im Zuge der Diskussion um die neue Düngeverordnung durchgeführt wurde, weise nitratbelastete Gebiete (Gebiete ab 50 mg Nitrat/Liter Grundwasser) nun kleinteiliger aus als bisher. Dadurch habe ein großer Teil der Flächen aus der Gebietskulisse herausgenommen werden können. Einige wenige neue Gebiete seien hinzugekommen, heißt es in dem Bericht.

Kritik von NABU und Landeswasserversorgung

Für die Bauern sei diese präzisere Auswertung hilfreich, weil sie daraus ihre eigene Betroffenheit und konkretere Maßnahmen auf ihren Flächen ableiten könnten, werden Vertreter des Berufsstandes im Bericht zitiert. Kritik kommt aber vom Naturschutz und von der Landeswasserversorgung.

Die neue Karte sei unvollständig und damit unkorret, weil man nicht erfasst habe, was erfasst werden sollte und bisher erfasst war, wird ein Vertreter des NABU zitiert. Man schaue nur noch auf die Flächen, die zwingend notwendig seien und verliere andere Gebiete mit beispielsweise Werten zwischen 25 und 50 mg Nitrat/Liter aus dem Blick, sagt die Landeswasserversorgung. So würden beispielsweise die Wasserschutzgebiete gar nicht mehr in die Kulisse fallen.

In der neuen Karte sind Gebiete mit mindestens 50 mg Nitrat pro Liter Grundwasser sowie solche mit mindestens 37,5 mg und steigender Tendenz ausgewiesen. Früher seien zusätzlich Gebiete rot markiert gewesen, die einen Nitratwert zwischen 35 und 50 mg zeigten.


Die Redaktion empfiehlt

Niedersachsens Regierung kündigt an, die roten Gebiete der nitratbelasteten Böden schnellstmöglich anhand neuerer Messdaten zu verkleinern. Klagen von Ackerbaubetrieben könnte es dennoch geben.

LfL und LfU Bayern schlagen in einem gemeinsamen Entwurf vor, Flächen mit erhöhter Phosphorbelastung als gelbe Gebiete auszuweisen und rote Gebiete zu halbieren.


Diskussionen zum Artikel

von Dietmar Weh

Wo sind die Gebiete die noch schlecht sind!

Überall dort wo Ackerbau und Gemüseanbau vorwiegend betrieben wird. Nix mit Viehhaltung und Grünland und Güllewirtschaft. Aber einem Umweltverschmutzung durch Sperrzeiten vorschreiben. Schon mal was von Klimawandel gehört. Verlängerte Vegetation. Die Tiere sind noch draußen!

von Erwin Imschloss

Feigheit

An die Gemüsegebiete traut sich keiner ran, und das ist auch besser so, denn bei einem Selbstversorgungsgrad von 30 % kann und sollte man nicht noch weiter abbauen. Da geht es wirklich um die Versorgungssicherheit! Bei vernünftigem Tierbesatz spielt die Gülle sicher eine ... mehr anzeigen

von Kurt Brauchle

Die Wasserversorger

haben nach wie vor ihre eigene Verantwortung zu Nitratproblemen nicht auf der Agenda. Zum Beispiel führen Grundwasserabsenkungen durch die Wasserversorger zu einer Erwärmung und Sauerstoffeintrag in tiefere Bodenschichten und begünstigen die Nitratbildung. Aber wer sich in Sachen ... mehr anzeigen

von Klaus Bastian

Aktualisierte Karte

Hallo TA, ein link zu einer aktualisierten Karte wäre hier sicher hilfreich.

von Andreas Gerner

Da sieht man, was der Nabu will:

Nicht gutes Wasser, sondern möglichst viele Bauern beschränken. Ob berechtigt oder nicht interessiert da kein bisschen.

von Wilhelm Grimm

NABUISMUS nennt man diese Geisteshaltung.

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