Süddeutschland

Schweine: Erste Staus im Süden

ASP und die Coronakrise stürzen auch die Schweinehalter in Süddeutschland in eine Krise. Südplus sprach mit Vermarktern über die aktuelle Lage und die möglichen Folgen.

Verbot der betäubungslosen Kastration, Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung und Düngeverordnung – als ob das nicht schon genug wäre, was die deutschen Schweinehalter wegstecken müssen. Jetzt sind sie auch noch mit den Folgen der Coronakrise und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) konfrontiert.

Die Folgen der beiden Seuchen schlagen auf die Mäster und Ferkelerzeuger in Süddeutschland voll durch. Infolge der Exportbeschränkungen rauschte der Vereinigungspreis für Schlachtschweine, der auch für den Süden maßgeblich ist, in den Keller und verharrte bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe bei extrem niedrigen 1,27 € je kg Schlachtgewicht (SG). Die Ferkelnotierungen in Baden-Württemberg und Bayern stürzten ebenso ab wie in anderen Regionen Deutschlands. Sie lagen Ende Oktober bei ruinösen 29 € pro Stück.

„Stabil auf niedrigem Niveau“

Erschwerend kommt hinzu, dass auch die meisten Schlacht- und Zerlegebetriebe in Süddeutschland wegen der Coronaauflagen ihre Kapazitäten nicht voll auslasten können. So schlachteten die beiden Vion-Schlachthöfe Landshut und Vilshofen Ende Oktober zusammen rund 37 000 Schweine pro Woche. „Das sind etwa 90 % der normalen Menge“, erläutert Willi Wittmann, Vorstandsmitglied der EG Südbayern, die an beiden Betrieben beteiligt ist.

Vergleichbar, teilweise aber auch niedriger, war bisher die Auslastung in den meisten süddeutschen Schlachtbetrieben. „Die Schlachtzahlen sind stabil auf niedrigem Niveau“, bestätigt Sebastian Brandmaier, Geschäftsführer der Viehvermarktungsgenossenschaft (VVG) Oberbayern-Schwaben. Engpass scheint vor allem die Zerlegung zu sein, weil dort die Mitarbeiter deutlich mehr Abstand halten müssen als bisher. Ein komplettes...

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