Umsetzung des Volksbegehrens "Rettet die Bienen"

Söder kassiert Karte zu Gewässerrandstreifen

Bayerns Bauern dürfen nahe Gewässern künftig nicht mehr ackern. Doch die neue Gewässerkarte der Behörden ist so fehlerhaft, dass der Ministerpräsident die Reißleine zieht.

Auf der Landesversammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) war der Unmut der Bauern unüberhörbar: Künftig müssen sie im Ackerbau fünf Meter Abstand zu Gewässern halten. Das ist eine Vorgabe aus dem Volksbegehren "Rettet die Bienen". Doch die Gewässerkarten, die Bayerns Behörden dazu erstellt hatten, wiesen gravierende Fehler auf.

Am Wochenende dann die Erleichterung: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündete vor den BBV-Delegierten: "Die Karte zu den Gewässerrandstreifen ist fehlerhaft. Sie wird nächste Woche komplett zurückgezogen."

Der Bayerische Bauernverband schreibt diesen Durchbruch dem öffentlichen Druck und dem "gemeinsamen Einsatz für die Bauern" zu.

Bei vielen Landwirten war durch die Kartierung der Eindruck entstanden, dass die Behörden den Anlass nutzen, um möglichst viel landwirtschaftliche Nutzfläche in Schutzgebiete zu verwandeln.

Bereits während einer Rede von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei der BBV-Landesversammlung wurde deutlich, dass zwischen CSU und Bauernverband derzeit nicht nur Harmonie herrscht. "Ich bin nicht Ihre Befehlsempfängerin", stellte die Ministerin unter anderem klar.

Die Redaktion empfiehlt

Umsetzung des Volksbegehrens "Rettet die Bienen"

Kartierung empört Bauern

vor von Klaus Dorsch

Die Wasserbehörden in Bayern haben ein Kartenwerk mit Gewässern erstellt, an deren Rändern kein Ackerbau stattfinden darf. Sie enthält gravierende Fehler.

Gewässerrandstreifen gemäß Volksbegehren

Kommentar: "Behördenfehler nicht zu Lasten der Bauern!"

vor von Klaus Dorsch

Mit groben Fehlern in den Karten zu Gewässerrandstreifen haben die bayerischen Behörden die Bauern verunsichert. Müssen sie den Fehler am Ende ausbaden?

BBV-Landesversammlung in Herrsching

Kaniber zu Bauernverband: „Bin nicht Ihre Befehlsempfängerin“

vor von Claus Mayer

Bayerns Landwirtschaftsministerin nimmt bei der BBV-Landesversammlung kein Blatt vor den Mund, erntet Kopfschütteln – und einen Dank vom Präsidenten.


Diskussionen zum Artikel

von Wolfgang Schuchard

Freut euch nicht zu früh

Ich habe bei uns auch schon Bäche gefunden, die in der Karte nicht eingetragen werden. Wenn also korrigiert ist, würde es mich nicht wundern, wenn dann noch mehr Gewässerrandstreifen ausgewiesen sind.

von Wilhelm Grimm

Kampf den reichen Bauern,

die das (unser) Land vom Staat in früheren Zeiten geschenkt bekommen haben. Nur die Entwässerungsgräben haben die selbst ausgegraben, selbst schuld.

von Albert Wild

Gewässerrandstreifen

Bei mir an meinem Hof führt ein Graben vorbei ,der nur Wasser führt wenn es viel regnet . Aber da läuft dann meistens Abwasser von ca. 2,5 km Autobahn .Wir mussten an dem Graben fast 800 m Gewässerandstreifen anlegen . Ich habe mich 3 mal beim Wasserwirtschaftsamt beschwert und dann ... mehr anzeigen

von H. Bogen

Schade das die Kartierung zurückgezogen wurde, den dann hätte jeder mal gesehen wie mit Landwirten umgegangen wird. Das Entwässerungsgräben als Gewässer dargestellt wurden und mindesten 5 m daneben lagen ging ja noch, das dieses Gewässer dann von einer Strassenseite zur anderen ... mehr anzeigen

von Michael Wittmann

BR Fernsehen - Unser Land

Bei der letzten Sendung wurde darauf aufmerksam gemacht, dass das Abwasser aus Kläranlagen in Oberflächengewässer eingeleitet wird und somit nichts mit Grundwasser zu tun hat. Das sind angeblich 2 Paar Stiefel. Warum ist das bei Landwirten anders? Bei den Gewässerrandstreifen geht es ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Und überhaupt...

Liebe Politiker, erklärt uns doch bitte mal, welchen Sinn es macht, den besten Teil des Ackers aus der Produktion zu nehmen. Wenn doch die Gräben überwiegend im guten Zustand sind und sich in den letzten Jahrzehnten stetig verbessert haben. Die Einschränkung der hiesigen Produktion ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Und dann gleich weiter....

Wenn die Wasserbehörden dann ihren Bock ausgebügelt und endlich ein passendes Kartenwerk fertig haben, können sie sich gleich mal an die Liste der "Roten Gebiete" machen. Da sind auch zahlreiche Problembrunnen berücksichtigt, die keinesfalls Rückschlüsse auf zu hohe Einträge aus ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Mal schaun, was nachkommt....

Zum Glück wird nachgebessert. Da waren einige Gräben eingezeichnet, wo ich seit 20 Jahren nie Wasser gesehen hab. Aber für Euphorie ist es zu früh. Erst mal schauen, ob das neue Kartenwerk dann besser wird.

von Karlheinz Gruber

Gewollter Fehler

je mehr man reintut kann man beim Verhandeln wieder etwas raustun, um trotzdem noch möglichst viel drinnen zu haben. Auf gut Deutsch. Je mehr am Anfang umso besser kann man sagen, man hat ja eh viel wieder rausgenommen. Somit kann man das Gesicht wahren und die schuld den Bauern ... mehr anzeigen

von Michael Wittmann

Software

...war bestimmt ne sündhaft teure Software die hier eingekauft wurde. Was das wohl gekostet hat. Und jetzt wird ein neues Update eingekauft? Wie lange das wohl dauert...... Ein Erstklässer hätte die Linien besser einzeichnen können. Wenn wir Landwirte beim Mehrfachantrag so etwas ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Laptop und Lederhosen - LW 4.0

Ja, wer mittels GPS aktuell die Daten in sein Lenksystem einspeist, reibt sich nicht selten verwundert die Äuglein, wenn man mitten im Acker urplötzlich einen bis zu 20 Meter breiten Streifen liegen lassen muss, während man Gewässerrandstreifen mitsamt Gewässer umbrechen soll. :-)) - ... mehr anzeigen

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen