Umsetzung des Volksbegehrens "Rettet die Bienen"

Söder kassiert Karte zu Gewässerrandstreifen

Bayerns Bauern dürfen nahe Gewässern künftig nicht mehr ackern. Doch die neue Gewässerkarte der Behörden ist so fehlerhaft, dass der Ministerpräsident die Reißleine zieht.

Auf der Landesversammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) war der Unmut der Bauern unüberhörbar: Künftig müssen sie im Ackerbau fünf Meter Abstand zu Gewässern halten. Das ist eine Vorgabe aus dem Volksbegehren "Rettet die Bienen". Doch die Gewässerkarten, die Bayerns Behörden dazu erstellt hatten, wiesen gravierende Fehler auf.

Am Wochenende dann die Erleichterung: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündete vor den BBV-Delegierten: "Die Karte zu den Gewässerrandstreifen ist fehlerhaft. Sie wird nächste Woche komplett zurückgezogen."

Der Bayerische Bauernverband schreibt diesen Durchbruch dem öffentlichen Druck und dem "gemeinsamen Einsatz für die Bauern" zu.

Bei vielen Landwirten war durch die Kartierung der Eindruck entstanden, dass die Behörden den Anlass nutzen, um möglichst viel landwirtschaftliche Nutzfläche in Schutzgebiete zu verwandeln.

Bereits während einer Rede von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei der BBV-Landesversammlung wurde deutlich, dass zwischen CSU und Bauernverband derzeit nicht nur Harmonie herrscht. "Ich bin nicht Ihre Befehlsempfängerin", stellte die Ministerin unter anderem klar.

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Wolfgang Schuchard

Freut euch nicht zu früh

Ich habe bei uns auch schon Bäche gefunden, die in der Karte nicht eingetragen werden. Wenn also korrigiert ist, würde es mich nicht wundern, wenn dann noch mehr Gewässerrandstreifen ausgewiesen sind.

von Wilhelm Grimm

Kampf den reichen Bauern,

die das (unser) Land vom Staat in früheren Zeiten geschenkt bekommen haben. Nur die Entwässerungsgräben haben die selbst ausgegraben, selbst schuld.

von Albert Wild

Gewässerrandstreifen

Bei mir an meinem Hof führt ein Graben vorbei ,der nur Wasser führt wenn es viel regnet . Aber da läuft dann meistens Abwasser von ca. 2,5 km Autobahn .Wir mussten an dem Graben fast 800 m Gewässerandstreifen anlegen . Ich habe mich 3 mal beim Wasserwirtschaftsamt beschwert und dann wurde mir erklärt ,wenn ich das noch einmal mache bekomme ich ein gebührenpflichtige Anordnung . An einem Sonntag Mittag habe ich mal an der Autobahn Fahzeuge gezählt und da sind in 15 Min . 197 Autos vorbeigefahren . Autos mal km mal 24 Stunden sind etwa 70 000 km . Das sind jeden Tag fast 2 Sätze an Reifen die dann vom Regenwasser in den Graben gelangen . Und dann kommt noch anderes hinzu wie Öl ,Diesel , Benzin das aus den Fahrzeugen tropft . Wir müssen aber 5 Meter wegbleiben sonst wenn Dünger und Spritzmittel in den Graben gelangen würde . Ich habe nach einem Regen von 10 mm/ m/2 Bilder gemacht die aus dem Abwasserrohr gelaufen sind ,es war eine ganz schwarze Brühe . Ich bin der Meinung dass über 90 % der Branchen in Deutschland die Umwelt zerstören und nicht die Bauern . Das geht los mit der Bauindustrie ,Autoindustrie ,Transportwesen und alle die den Boden versiegeln . Das Wasser das oberflächlich abfließt steht nicht mehr als Trinkwasser zur Verfügung . Wenn die ganzen Spritzmittel und Düngemittel so schädlich sind , sollten sie doch von der Politik verboten werden und nicht erst wenn sie der Bauer einsetzt . Aber das Resultat wäre große Arbeitslosigkeit in der Chemieindustrie und weiteren Industrien . Wenn man den Klimawandel ändern will ,dann muss die ganze sich ganze Bevölkerung daran halten und nicht nur die schwächsten . Albert Wild

von H. Bogen

Schade das die Kartierung zurückgezogen wurde, den dann hätte jeder mal gesehen wie mit Landwirten umgegangen wird. Das Entwässerungsgräben als Gewässer dargestellt wurden und mindesten 5 m daneben lagen ging ja noch, das dieses Gewässer dann von einer Strassenseite zur anderen wechselt und wieder zurück ist auch noch ganz lustig ha,ha , aber bei uns wurde ein Acker diagonal durch ein Gewässer durchschnitten an das sich niemand erinnern kann. Soviel zu dem was an diesen Kartierungen nicht gestimmt hat. Wenn ich im Mehrfachantrag so daneben liegen würde gäbe es definitiv Ärger und kein Geld.

von Michael Wittmann

BR Fernsehen - Unser Land

Bei der letzten Sendung wurde darauf aufmerksam gemacht, dass das Abwasser aus Kläranlagen in Oberflächengewässer eingeleitet wird und somit nichts mit Grundwasser zu tun hat. Das sind angeblich 2 Paar Stiefel. Warum ist das bei Landwirten anders? Bei den Gewässerrandstreifen geht es doch eigentlich auch um Oberflächenwasser? Oder verstehe ich da etwas nicht richtig?

von Andreas Gerner

Und überhaupt...

Liebe Politiker, erklärt uns doch bitte mal, welchen Sinn es macht, den besten Teil des Ackers aus der Produktion zu nehmen. Wenn doch die Gräben überwiegend im guten Zustand sind und sich in den letzten Jahrzehnten stetig verbessert haben. Die Einschränkung der hiesigen Produktion führt zu einer ohne Not verringerten Erntemenge. Da der Bedarf aber nicht sinkt, sondern sogar steigt, werden dann zunehmend Länder wie Brasilien die Lücken füllen, indem sie den Ackerbau ausdehnen und dazu Regenwald radikal brandroden. Das ist für die dortigen Gewässer, die Artenvielfalt und den Klimaschutz in Dimensionen schlimmer. Also warum machen wir so einen Blödsinn?

von Andreas Gerner

Und dann gleich weiter....

Wenn die Wasserbehörden dann ihren Bock ausgebügelt und endlich ein passendes Kartenwerk fertig haben, können sie sich gleich mal an die Liste der "Roten Gebiete" machen. Da sind auch zahlreiche Problembrunnen berücksichtigt, die keinesfalls Rückschlüsse auf zu hohe Einträge aus der Landwirtschaft zulassen (Weil Oberflächennahes Wasser am Fuß des Waldes, oder zwischen Kommunalem Kompostplatz und Kleingartenanlage!!!), oder keinerlei Bezug zur Trinkwasserfassung haben. Genau wie bei den Gewässerrandstreifen ist da Absicht zu unterstellen.

von Andreas Gerner

Mal schaun, was nachkommt....

Zum Glück wird nachgebessert. Da waren einige Gräben eingezeichnet, wo ich seit 20 Jahren nie Wasser gesehen hab. Aber für Euphorie ist es zu früh. Erst mal schauen, ob das neue Kartenwerk dann besser wird.

von Karlheinz Gruber

Gewollter Fehler

je mehr man reintut kann man beim Verhandeln wieder etwas raustun, um trotzdem noch möglichst viel drinnen zu haben. Auf gut Deutsch. Je mehr am Anfang umso besser kann man sagen, man hat ja eh viel wieder rausgenommen. Somit kann man das Gesicht wahren und die schuld den Bauern geben.... Lauter (...)

von Michael Wittmann

Software

...war bestimmt ne sündhaft teure Software die hier eingekauft wurde. Was das wohl gekostet hat. Und jetzt wird ein neues Update eingekauft? Wie lange das wohl dauert...... Ein Erstklässer hätte die Linien besser einzeichnen können. Wenn wir Landwirte beim Mehrfachantrag so etwas abgeliefert hätten.....

von Klaus Fiederling

Laptop und Lederhosen - LW 4.0

Ja, wer mittels GPS aktuell die Daten in sein Lenksystem einspeist, reibt sich nicht selten verwundert die Äuglein, wenn man mitten im Acker urplötzlich einen bis zu 20 Meter breiten Streifen liegen lassen muss, während man Gewässerrandstreifen mitsamt Gewässer umbrechen soll. :-)) - Ist das gesamte digitale System derart fehlerbehaftet!? Vielleicht fließt nicht nur in Bayern das Wasser bergauf...!?

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