Corona-Ausbruch auf Gurkenbetrieb

Söder verfünffacht Bußgelder und verschärft Kontrollen

Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Sonderkulturbetrieb mit Saisonarbeitskräften in Niederbayern verschärft Bayern die Kontrollen in landwirtschaftlichen Großbetrieben.

"Alle Betriebe werden in noch kürzeren Intervallen auf ihre Hygienekonzepte geprüft", kündigt Ministerpräsident Markus Söder auf einer Pressekonferenz am heutigen Montag an. Die Kontrollen werden unangemeldet und können Tag und Nacht sein. Alle Saisonarbeiter sollen ab sofort verpflichtend getestet werden. Gleichzeitig verfünffacht Bayern die Bußgelder bei Verstößen von 5.000 € auf 25.000 €

Am Wochenende waren auf dem Betrieb in Mamming im Landkreis Dingolfing-Landau, der rund 500 Erntehelfer beschäftigt, 174 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Die Erntehelfer stammen aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine und wurden bei der Gurkenernte eingesetzt.

Mamming ist eine Gemeinde in der Nähe von Dingolfing, wo sich eines der weltweit größten BMW-Werke befindet. Der Betrieb baut neben Einlegegurken auch Erdbeeren, Kohl und Rote Bete an.

Laut Landratsamt habe der Hof das vereinbarte Hygienekonzept nicht vollständig umgesetzt, berichten Medien. Die Erntehelfer seien in Containern untergebracht, pro Container zu dritt. Weitere Fälle infizierter Erntehelfer gebe es im Landkreis Dingolfing-Landau aber nicht.

Der komplette Hof wurde sofort nach Bekanntwerden der Testergebnisse unter Quarantäne gestellt. Die Erntehelfer, die festangestellten Mitarbeiter und der Betriebsleiter und seine Familie dürfen das Areal nicht verlassen.

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Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Er ist der große Macher, Basta !

Ich kann ihn verstehen, Es ist das ständige Hecheln nach dem Image, sein Kampf !

von Gerhard Rieder

Aua,

Jetzt ist er völlig durchgedreht..... und unwählbar für Landwirte geworden!

von Helmut Wehr

Diktatur

Diktatur!

von Anton Heukamp

Es lebe der Populismus!

Das ist eine wirklich billige Masche einer den Bauern traditionell verbundenen Partei. Damit werden die Gräben zwischen dem Berufsstand und der Politik tiefer, der Unmut größer und das Ganze, um ein paar Wähler von seiner Handlungsfähigkeit zu überzeugen. Ein durchschaubares Vorgehen.

von Willy Toft

Na herzlichen Glückwunsch, wie Aussätzige werden die Betriebsanghörigen und Betriebsleiter...

vor der Stadtmauer abgewiesen! Quarantäne sei Dank, die bestimmt auch sein muss, den Betrieb dann noch so zusätzlich über Gebühr zu bestrafen, setzt dem Ganzen noch die Krone auf! Was nützt dem Betriebsleiter die ganzen Vorsichtsmaßnahmen, wenn kranke Mitarbeiter hier anlanden, und ... mehr anzeigen

von Kurt Brauchle

Bei dem Risiko

und den anfallenden Kosten könnte für manchen eine Überfahrt mit dem Mulcher die günstigere Lösung sein.

von Christoph Noven

Warum so kleinlich?

Herr Söder sollte die Strafen verhundertfachen. Damit könnte er dann gleich ganze Betriebe enteignen und der ganze Humbug rund um die Landwirtschaft wäre beendet. Landwirtschaft ist politisch nicht mehr gewollt und zum Abschuss freigegeben.

von Hermann Freese

die kann er (die Regierung) seit dem Bundestagsbeschluss in 2016 sowie so enteignen im Moment. Und den Betriebsleiter zum Zwangsangestellen machen. Wers nicht glaubt: hat Top Agrar in 2016 berichtet und ist hier im Archiv.

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