Pflanzenbau

Trockener Sommer schmälert bayerische Ernte

Vor allem das Grünland, Weizen und Raps spürten den Wassermangel. Bei Soja gibt es hingegen einen Rekord.

Wassermangel, Juni-Hitze und Wetterextreme bescheren den bayerischen Bauern heuer wohl nur eine durchschnittliche Getreideernte. Das hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei der diesjährigen Erntepressefahrt im Landkreis Landsberg mitgeteilt. „Ausgetrocknete Böden, fehlende Niederschläge und regionale Unwetter haben heuer das Wachstum vieler Kulturen beeinträchtigt“, so Kaniber. Auch der ausgesprochen heiße Juni fordere seinen Tribut.

Weizen, Raps und Grünland unbefriedigend

Vor allem auf flachgründigen Böden und in trockenen Regionen zeichnen sich bei Weizen und Raps unbefriedigende Erträge ab. Der erste Schnitt beim Grünland fiel im langjährigen Vergleich besonders in Franken sowie in der Oberpfalz und in Niederbayern unterdurchschnittlich aus. Die Grundfuttervorräte vieler rinderhaltender Betriebe, besonders in Nordbayern, waren aufgrund der letztjährigen Trockenheit im Frühjahr schon knapp oder sogar bereits aufgebraucht. Bei Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais und Leguminosen bremste der Wassermangel das Wachstum zwar ebenfalls, allerdings haben diese Kulturen noch Chancen: Wenn es in den kommenden Wochen ausreichend regnet, können sich die Ernteaussichten noch verbessern.

Extremes Wetter wird zum Normalfall

Bei allen Kulturen hatten die Landwirte zudem heuer bayernweit mit regionalen Unwettern mit Starkregen und Hagel zu kämpfen. Damit bestätigen sich der Ministerin zufolge erneut die Prognosen der Klimaforscher: „Extremwetterlagen werden in unseren Breiten immer häufiger die Arbeit unserer Landwirte beeinflussen“.

Bei den Anbauflächen gab es im Vergleich zum Vorjahr nur leichte Veränderungen: Die Getreidefläche ist mit etwas über einer Millionen Hektar leicht gestiegen. Winterweizen, die wichtigste Brotgetreideart, wurde auf etwa 465.000 Hektar angebaut. Das sind rund 6.000 Hektar weniger als im Vorjahr. Engpässe bei Brot oder Semmeln sind der Ministerin zufolge aber deshalb nicht zu befürchten.

Sojaanbau boomt

Als sehr erfreulich bezeichnete Kaniber den weiteren Anstieg beim Anbau von Eiweißpflanzen. Vor allem bei den Sojabohnen ist die Fläche um knapp 3.000 auf 15.500 Hektar gewachsen. „Das gibt unserer Bayerischen Eiweißinitiative noch einmal Auftrieb, mit der wir unsere Bauern unabhängiger von Soja-Importen aus Übersee machen wollen“, so die Ministerin.

Deutliche Anbaueinschränkungen gab es heuer beim Winterraps. Die Anbaufläche verringerte sich um 28 Prozent auf rund 84.000 Hektar. Aufgrund des trockenen Herbstes konnten viele Flächen nicht bestellt oder mussten nach erfolglosem Anbau wieder umgebrochen werden.

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Lindner

Richtig Herr Uken Es ist sogar noch einen Tick schlimmer, da keine Vorräte mehr vorhanden sind.

von Gerd Uken

So schlimm wie letztes Jahr kann es nicht sein

Denn sonst hätte da ja schon wieder was von Dürrehilfe gestanden.

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