Bodennahe Gülleausbringung: Aiwanger hält Vorgaben für „völlig sinnlos“

Allgäuer Landwirte fordern von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, dass die Pflicht zur bodennahen Gülleausbringung auf Grünland nicht kommt. Der äußert eine klare Meinung zu der Technik.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nahm auf der Agrarschau Allgäu eine Petition von Landwirten entgegen, die eine Pflicht zur bodennahen Gülleausbringung auf Grünland ab 2025 verhindern wollen. Sie hatten über 7.000 Unterschriften gesammelt - und den Minister auf ihrer Seite (Video).

Mehr zu dem Thema erfahren Sie in unserer Liveübertragung von der Agrarschau Allgäu heute (Freitag) ab 19 Uhr auf topagrar.com!
Gäste: Sebastian Zunhammer, Rudolf Rauscher, Hof-Milch.

64 Tierschutzaktivisten angeklagt

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

Schreiben Sie Claus Mayer eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Gerhard Steffek

Augenwischerei!

Im Grunde haben wir mit der neuen DVO doch wieder nur eine Augenwischerei. Ist es denn nicht so, daß mit der neuen DVO die Stickstoffeinträge ins Grundwasser vermieden werden sollen? Stattdessen wird aber von einer "besseren Stickstoffausnutzung" des Wirtschaftsdünger geredet, aber nicht von einer maßgeblichen Reduzierung des Stickstoffdüngereinsatzes. Sieht man ja auch an der N-Obergrenze, blieb diese doch gegenüber der ersten DVO gleich bei 170 kg/ha. Abgesehen davon ist es ja wirklich nur eine politische Vorgabe. Fachlich ist sie ja schließlich nicht zu begründen. Denn wenn der Bestand mehr brauchen könnte wieso sollte man es ihm nicht auch als Wirtschaftsdünger geben. Mineraldünger ist ja auch noch erlaubt. Gut nach der neuen DVO muß hier der Überschuß dann berücksichtigt werden, aber wer schmeißt schon gerne mehr oder weniger "Geld zum Fenster" hinaus, wenn es nicht nötig ist. Aber auf Kante fahren geht in der Natur nunmal nicht gut, ist sie dafür doch zu unberechenbar, wie es ja die letzten beiden Jahre gezeigt haben. Man arbeitet nach bestem Wissen und Gewissen und dann macht einem das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Vollends perfide wird die ganze Masche aber, sieht man sich an wer mit die Haupttreiber der ganzen Düngeverordnung sind. Das sind nämlich die großen Wasserversorger wie Gelsenwasser und der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband. Dieser hat nur!!! 15 Wasserwerke mit denen er aus den umliegenden Brunnen knapp 1 Mio. Menschen mit Wasser versorgt. Die Brunnen haben teilweise eine Tiefe bis zu 105 Meter und liefern Wasser mit 5 mg/l Nitrat. Um diese Qualität sich zu bewahren sorgt er halt mal vor und will die Bauern dazu zwingen weniger zu düngen, damit der Verband nicht Gefahr läuft eine aufwendige Aufbereitung betreiben zu müssen. Perfide ist die ganze Sache jetzt deshalb, weil der Verband den Eindruck erweckt die Bauern wären in Zukunft schuld an einer Verschlechterung der Wasserqualität. Dabei wird außer Acht gelassen das von unterschiedlichen Grundwasserstockwerken die Rede ist. Der Verband holt sich sein Wasser aus tieferliegenden Stockwerken, als aus dem was die Bauern durch ihre Bewirtschaftung beeinträchtigen könnten. Das ist nämlich das 1. Stockwerk, das Oberflächliche, das in aller Regel nicht für das Trinkwasser verwendet wird. Hierbei müssen dann auch noch die geogenen Verhältnisse berücksichtigt werden. Das Emsland ist nunmal sehr humusreicher Boden, sind ja auch sehr viele Moore vorhanden, und diese Böden haben somit viel Stickstoff gespeichert, weshalb das darunterliegende Grundwasser auch grundsätzlich einen hohen Nitratgehalt haben kann. Da können die Bauern dann noch so sehr mit der Düngung sparen. Zudem wird dann auch noch Ursache und Wirkung getauscht. Das ganze Problem bestünde für den Verband nicht, würde er nicht das Wasser so intensiv, wie er den Bauern deren Wirtschaftsweise vorwirft, aus dem Untergrund absaugen. Damit bekommt er auf alle Fälle irgendwann einmal das Problem, daß das Oberflächenwasser mit seinem hohen Nitratgehalt durchschlägt. Egal, ob dann da noch ein Bauer vorhanden ist oder nicht, denn die Moore bleiben.

von Ansgar Tubes

Andere Länder, andere Sitten

Ich möchte nicht unbedingt mittels eines 15 m Schleppschuhgestänges über eine kupierte Wiesenlandschaft mit Berg und Tal die Gülle ausgebracht kriegen...

von Christoph Schulte Tüns

Bodennahe Gülleausbringung v. H. Muenzebrock

Im Allgäu und Alpenvorland sind die Verhältnisse zum Gülleausbringen aber auch sehr viel schwieriger wie bei uns in NordWest Deutschland!

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Praxistauglich

Hier im Oldenburger Münsterland ist die Praxis der bodennahen Gülleausbringung mit Schleppschläuchen schon mehrheitlich üblich. Es hat sich absolut bewährt und wird entsprechend eingesetzt. Da kann und wird sich auch der Freistaat Bayern anpassen müssen, den Ammoniakemissionen sollten langsam der Vergangenheit angehören.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen