Zwei Seilwinden im Test Premium

Seilwinden mit Getriebe waren bislang teuer. Nun bietet Pfanzelt mit der S-Line ein erschwingliches Gerät an. Wir verglichen es mit einer kettengetriebenen Winde – und kamen zu einem klaren Fazit.

Seilwinden mit Getriebe waren bislang teuer. Nun bietet Pfanzelt mit der S-Line ein erschwingliches Gerät an. Wir verglichen es mit einer kettengetriebenen Winde – und kamen zu einem klaren Fazit.

Für viele Forstwirteist es eine Glaubensfrage: Die Getriebeseilwinde hat den Ruf, langlebiger und wartungsfreundlicher zu sein als Geräte mit Kettenantrieb. Doch gleichzeitig ist sie deutlich teurer, weshalb sie sich vermeintlich nur für Forstprofis lohnt. Umgekehrt wird der Seilwinde mit Kettenantrieb unterstellt, zwar vergleichsweise günstig, jedoch weniger leistungsstark zu sein.

Slowene gegen Bayer:

Doch nun hat Hersteller Pfanzelt aus dem Allgäu mit seiner S-Line-Baureihe eine kostengünstige Getriebeseilwinde speziell für den Waldbauern auf den Markt gebracht. Wir wollten wissen, ob die alten Vorurteile da noch stimmen, und verglichen diese mit einer kettengetriebenen Winde aus dem Hause Tajfun.

Tajfun ist nach eigenen Angaben Deutschlands Marktführer für Dreipunktanbauseilwinden. Der slowenische Hersteller vertreibt vor allem Seilwinden mit Kettenantrieb – beliebt im semiprofessionellen Bereich.
Da möchte Pfanzelt mit seiner S-Line dagegenhalten. Laut Hersteller verfügen die „kleinen“ Getriebeseilwinden über die gleiche Technik wie alle übrigen Seilwinden von Pfanzelt. Allerdings hat das Unternehmen die Dimensionen an die meist kleineren Schlepper angepasst, wodurch ein Preis auf dem Niveau einer kettengetriebenen Seilwinde ermöglicht werden soll.

Für unseren Systemvergleich stand uns eine Pfanzelt-Dreipunktgetriebeseilwinde DW S 160 sowie eine Tajfun EGV 65 AHK B SG zur Verfügung. Mit den beiden Geräten zogen wir rund 150 fm Rundholz aus dem Wald – Laub- wie Nadelholz.

Die Nennzugkraft der Winde von Pfanzelt beträgt laut Betriebsanleitung 6 kN, die Tajfun ist auf dem Papier 0,5 kN stärker. Beide waren mit einem aufpreispflichtigen, 1,8 m breiten Rückeschild (Preis Pfanzelt: 420 €, Tajfun: 240 €) ausgestattet. In Testausstattung wogen beide Winden um die 600 kg.

Als Sonderausstattung lieferte Pfanzelt eine Seileinlaufbremse für 1 560 €, Tajfun installierte einen hydraulischen Seilausstoß für 1 320 €. Die Funksteuerung kostete bei Tajfun 1 090 € extra, bei Pfanzelt ist sie inklusive. Beide Hersteller bringen eine Notsteuerung mit.

Insgesamt beträgt der Verkaufspreis ohne Mehrwertsteuer für die kettengetriebene Winde in Testkonfiguration 7 780 €, die Getriebewinde schlägt mit 9 570 € zu Buche.


Heißt günstig mehr Wartung?

Mit rund 1 800 € ist die Getriebeseilwinde auf dem Papier erst einmal teurer. Konstruktion und Aufbau eines...

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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