1. Woche – erste Eindrücke

Landwirtschaft in Kenia Landwirtschaft in Kenia
Habari yako und Hallo aus Kenia. Am 7.8.2014 begann meine Reise nach Afrika. Den neunstündigen Aufenthalt in Dubai nutze ich, um mir kurz einen eigenen Eindruck von der Stadt zu verschaffen. Da es außerhalb des Flughafens um 8 Uhr morgens bei 35 Grad und über 90 % Luftfeuchtigkeit kaum auszuhalten war, habe ich ein Taxi genommen. Diese sind dort recht günstig und durch den arbeitsfreien Tag konnte ich Sehenswürdigkeiten wie den Burj Khalifa und die Palmeninsel schnell erreichen.

Noch am selben Abend bin ich dann in Nairobi gelandet und wurde von dort zur Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology gebracht. Dort schlafe ich in einem kleinen Haus, zusammen mit anderen Internationals. Allerdings ist selbst hier der Anteil deutscher Studenten ziemlich hoch.

Fahrradtour Fahrradtour in Kenia
Das darauf folgende Wochenende haben wir direkt mit einem Ausflug nach Nakuru begonnen, von dort aus ging es am Sonntag zum zweitkleinsten Nationalpark Kenias – dem Hells Gate Park. Da hier keine für den Menschen gefährlichen Raubtiere leben, konnten wir das Gebiet mit dem Fahrrad erkunden – ein tolles Gefühl zehn Meter neben Zebras und Giraffen entlang zu fahren.

Nach einem Einführungstreffen für Informationen über Land und Leute wurde mir an meinem ersten Arbeitstag das Department für Agrarwissenschaften gezeigt. Die restliche Woche habe ich dann auf den dazugehörigen Reisfeldern verbracht. In kleinen, leicht überfluteten Parzellen wird hier per Hand Reis im Abstand von 30 x 20 cm gepflanzt. Dabei werden sowohl Sorten als auch der Anteil von Mikroorganismen unterschieden. 

Freitag durfte ich dann erste Ergebnisse im Labor von bereits gereiften Pflanzen festhalten. Zusammen mit einer Mitarbeiterin wurden von der Pflanze 3-5g Biomasse entnommen, um später die Trockenmasse daraus zu ermitteln. Wie bereits erwähnt, versucht man hier aus dem Einsatz von Mikroorganismen weitere Schlüsse für die Ertragsfähigkeit zu ermitteln.

Während der ersten Woche ist mir vor allem aufgefallen, dass man die deutsche Arbeitseinstellung keineswegs mit der Kenianischen vergleichen sollte. Pünktlichkeit ist hier relativ und auch die Intensität wirkt eher gemächlich als produktiv.

Dafür vermitteln die bisher gesehenen Menschen eine positive Ausstrahlung. In Nairobi oder anderen Städten, auf dem Campus und in der Peripherie begegnen mir die Menschen bislang sehr freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen. Allerdings sollte man hier als Mzungu (so nennen die Einheimischen uns Weiße) immer mit Bedacht die Gegend erkunden, da die Hautfarbe sehr auffallend ist und dies schnell mit Reichtum assoziiert wird. Zwar gehört Kenia noch zu den sichersten Ländern Afrikas, Überfälle sind jedoch keine Seltenheit.

Auf zur Safari

Löwe Löwe
An meinem zweiten Wochenende konnte ich dann die Großwild-Safari in der Massai Mara, dem kenianischen Teil des Serengeti-Nationalparks genießen. Es ist ein unglaubliches Gefühl die Gnu-Wanderung zu sehen, 5 Meter neben fressenden Löwen zu stehen oder Elefanten und Büffel am Wasser zu beobachten.

Auf den bisherigen Touren durch das Land westlich von Nairobi konnte ich zudem erste Eindrücke über die landwirtschaftlichen Strukturen gewinnen. Nach Weizen und Mais ist der Reis die drittgrößten Anbauteil Kenias ein. Um die Städte findet man sehr kleine Flächen vor, mit zunehmender Entfernung können diese jedoch mehrere Hektar groß sein.

Dann sieht man auch vereinzelt alte Mähdrescher von John Deere oder Claas und Trecker von MF, die aber weit von dem Standard in Deutschland entfernt sind. Ansonsten leben die Farmer von Erzeugnisse aus Kühen, Ziegen und Schafen, die man immer wieder an Straßenrändern antrifft.

Dies waren also meine ersten Tage in Kenia, so kann es gerne weitergehen!
Kuaheri und bis bald aus Nairobi.

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