Grundlagenforschung an der Uni

Felder der Universität Felder der Universität
Nun bin ich bereits 3 Wochen hier in Kenia und merke wieder einmal, dass der Mensch ein „Gewohnheitstier“ ist. Mittlerweile habe ich mich gut eingelebt und komme trotz der vielen Unterschiede zum deutschen Alltag sehr gut zurecht.

Allerdings gibt es auch einige Situationen, in denen man als Weißer mit fremdenfeindlichen Äußerungen in Kontakt kommt, die man jedoch versucht zu überhören. Ansonsten ist es weiterhin sehr angenehm und interessant, das afrikanische Leben näher kennen zu lernen.
 
Nachdem ich die erste Woche noch vermehrt auf den Feldern der Universität verbracht habe, bin ich nun in dem Labor der agrarwissenschaftlichen Fakultät tätig. Bei dem Reisprojekt, über das ich im weiteren Verlauf meines Aufenthaltes noch eingehend berichten werde, geht es aktuell vor allem um die Grundlagenforschung. Dabei werden Daten von verschiedenen Teilen der Pflanze gesammelt und protokolliert. Dazu gehören nicht nur das zählen der Körner pro Pflanze oder die Unterteilung mehrerer Proben nach Nährstoffzugabe, sondern auch das Mahlen der Pflanze.
 
Am Wochenende habe ich mit anderen Internationals Daressalam, die Hauptstadt Tansanias und die kenianische Küstenstadt Mombasa besucht. Durch die Busfahrt quer durch Tansania an den Indischen Ozean konnte ich auch hier erste Eindrücke von der dortigen landwirtschaftlichen Struktur gewinnen, die sich allerdings kaum von der kenianischen unterscheidet. Weizen Mais und Reis bestimmen auch hier das Landschaftsbild.

Die beiden Großstädte selbst spiegeln wie Nairobi ein Bild, welches von Hektik, Schmutz und Armut geprägt ist. Blickt man in kleinere Gassen, erinnern diese schnell an die Favelas in Rio de Janeiro. Jedoch konnten wir nur ein paar Teile der Städte sehen, wodurch ich dies nicht als generelle Abstempelung verstanden wissen möchte.
 
Kenia Reisprojekt Bei dem Reisprojekt geht es aktuell vor allem um die Grundlagenforschung
Nach drei weiteren Tagen im Labor habe ich erstmals Farmen für den Tee- und Kaffeeanbau kennen gelernt. Aufgrund der guten klimatischen Bedingungen und des zum Teil stark kupierten Geländes auf rund 2000 m über NN eignet sich die Region nördlich von Nairobi sehr gut für die Produktion verschiedener Sorten. Während die besichtigten Kaffeefelder einer Firma gehörten, die auch die Weiterverarbeitung übernimmt und in andere afrikanische Länder exportiert, gehören die meisten Flächen im Anbaugebiet des Tees weites gehend privaten Farmern.

Wie auch beim Reis bestimmt die Handarbeit den Ernteprozess. Bezahlt werden die vielen Arbeiter auf den Feldern nach Kilo. Eine Weiterverarbeitung findet nur bedingt auf der Hofstelle statt.

Jetzt bin ich nach dem ersten „freien“ Wochenende gespannt, wie es an der Universität weiter gehen wird.
Schöne Grüße aus Afrika!